Ratgeber

Neue Entwicklungen

Bei Recherchen zu den Systemen in der Datenbank des US Patentamtes fanden sich noch zwei weitere interessante Ansätze, die in Zukunft vielleicht auch in Kameras auftauchen.

Olympus:verformbarer SpiegelDie bisher genannten und üblichen Ansätze können nur Neigungen um die Kameraachsen korrigieren. Olympus hat allerdings eine Lösung erdacht, die Kompaktkameras die Korrektur von Wacklern um Achsen außerhalb der Kamera ermöglicht (US Patent Application 20060098267). Gerade für Kompaktkameras ist dies sinnvoll, da viele Kameras über keinen optischen Sucher mehr verfügen oder dieser nicht mehr oft benutzt wird. Beim Fotografieren über das LC-Display der Kamera wird die Kamera aber meist am ausgestreckten Arm gehalten. Der Punkt, um den die Kamera wackelt, liegt nun weit außerhalb der Kamera.

Die von Olympus vorgeschlagene Methode kann über mehrere Bewegungssensoren abschätzen, wo dieser Punkt liegt und mithilfe eines frei verformbaren Spiegels den Strahlengang des Objektivs entsprechend verändern. Der Spiegel wird mithilfe von elektromagnetischen Kräften bewegt bzw. verformt. Für DSLRs ist diese Lösung allerdings sehr aufwendig.

Nokia:FlüssiglinseNokia spinnt diesen Gedanken eines frei verformbaren optischen Elements weiter und übertrifft ihn noch in einer Patentanmeldung vom November 2004 (US Patent Application 20040227063). Hier findet eine Flüssiglinse, die sich durch ein elektrisches Feld verformen lässt, Verwendung. Diese kann theoretisch beliebig im Objektiv verbaut werden, der Fokus liegt aber natürlich, wie bei Nokia zu erwarten, auf Objektiven für Handykameras mit wenigen Linsen.

Die Linsen bestehen aus zwei Flüssigkeiten, die sich nicht mischen und unterschiedliche Brechungsindices haben. Die Grenzfläche lässt sich nun mithilfe von elektrischen Feldern in gewissen Grenzen frei verformen. Ähnlich wie beim Olympussystem könnte man damit einige Verwackler besser ausgleichen als mit den bisherigen Methoden. Ebenfalls von Vorteil ist der Verzicht auf zusätzliche bewegliche Teile oder Linsen im System. Zudem sollte ein derartiges System sehr schnell reagieren können.

Bei entsprechender Konfiguration könnten solche Linsen darüber hinaus natürlich auch ihre Form ändern und wären somit ideal, um auch einen schnellen Autofokus ohne bewegliche Teile zu realisieren. Über die optischen Qualitäten solcher Linsen und erreichbare Baugrößen ist allerdings noch sehr wenig bekannt. Einen Bei-trag zu Flüssiglinsen finden Sie in Color Foto 12/2005.Um einen Blick auf die genannten Patentanmeldungen zu werfen, empfiehlt sich die Suchseite des US Patentamts: http://www.uspto.gov/patft/index. html

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