Zahltag

Neue Bezahlsysteme

Ware gegen Geld - aber nicht im Internet. Die Bestellung ist meist noch einfach, aber spätestens mit der Bezahlung wird es kompliziert.

kreditkarte, schloß

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kreditkarte, schloß

Der Kampf um mobile, elektronische Bezahlsysteme ist voll entbrannt, seit Google Ende Mai Google Wallet vorgestellt hat. Sofort bekam der Konzern eine Klage seines Konkurrenten eBay zugestellt, der den bislang unangefochtenen Marktführer Paypal ebenfalls mobil machen möchte. Bei eBay weiß man, dass Google über eine prall gefüllte Kriegskasse verfügt.

Elektronische Bezahlverfahren haben seit vielen Jahren mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen. Nicht zuletzt deshalb, weil unzureichende Sicherheitsmechanismen Diebstahl via Hacking und Phishing so einfach machen. Im Internet wissen Sie von einem Händler nicht, ob er ehrlich ist.

Umgekehrt kann der Händler einem Kunden nicht mehr ansehen, ob er das nötige Finanzpolster hat, um seinen Wunschkauf auch zu bezahlen. Vertrauen und Sicherheit sind deshalb auch die Hauptargumente bei Internetbezahlsystemen.

Micropayment-Systeme

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Micropayment-Systeme sind besonders beim Bezahlen von digitalen Inhalten im Einsatz.

Vielleicht ist es Ihnen auch schon passiert, dass Sie beim Kauf im Internet Ihr Geld überwiesen haben, aber niemals eine Ware dafür erhielten. 2010 erzeugte der Handel mit Waren und Dienstleistungen, dazu zählt auch Software und Musik, allein in Deutschland über das Internet einen Umsatz von 30 Milliarden Euro.

Sechs Millionen Nutzer, also etwa 11 Prozent, wurden von einem Geschäftspartner im Internet betrogen, etwa beim Shopping, einer Auktion oder einem privaten Verkauf. Das Bundeskriminalamt rechnete im vergangenen Jahr allein mit bis zu 5000 angezeigten Phishing-Fällen. Die Schadenssumme würde bei etwa 17 Millionen Euro liegen.

Der Bundesverband digitale Wirtschaft stellt in seiner aktuellen Studie Online Payment und Forderungsmanagement fest, dass das Kauf- und vor allem das Bezahlverhalten im Internet von ganz unterschiedlichen Faktoren beeinflusst wird:

  • Die Zahlung per Nachnahme wird generell bei höheren Beträgen bevorzugt, bei höheren Warenkorbmengen jedoch das elektronische Lastschriftverfahren.
  • Kann der Händler für den Bezahlvorgang eine Sicherheitszertifizierung oder ein Gütesiegel vorweisen, steigt die Zahlungsbereitschaft um ein Drittel.
  • Gerade digitale Waren, wie etwa Musik oder Software, werden häufig mit Kreditkarten bezahlt.
  • Frauen zahlen seltener mit Kreditkarte, Männer besonders häufig im Alter zwischen 26 und 45 Jahren.
  • Höhere Einkommensgruppen zahlen häufiger mit Kreditkarte als mit ePayment-Verfahren.
  • Rabattaktionen auf Zahlen per Vorkasse steigert dessen Nutzung deutlich.

Für Händler bedeuten solche Untersuchungen eine große Entscheidungshilfe, wenn es darum geht, welche Bezahlsysteme sie in ihren Shop aufnehmen. Schließlich sollen am besten alle Kunden mit dem Bezahlsystem ihrer Wahl zahlen können - und es dann auch tun.

Denn die Abbruchquote bei Online-Käufen ist unverändert hoch. Eine Umfrage fand heraus, dass bis zu 78 Prozent einen Kauf vorzeitig beenden, wenn sie nicht den bevorzugten Zahlungsdienst antreffen.

Sie können bei jedem Händler mittlerweile zwischen mehreren Anbietern und noch mehr Bezahlverfahren auswählen. Allen Verfahren ist gemeinsam, dass sie Bankdienstleistungen auf den digitalen Markt übertragen. Besonders typisch sind Scheck- und Lastschriftzahlungsverfahren sowie Zahlung per Handy.

Flattr

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Bei Flattr geht es mehr darum, Geld in einer Web-2.0-Community gegenseitig zu tauschen, als um wirkliches Bezahlen.

Die Anbieter von Zahlungssystemen, die keine eigene Bankzulassung haben, bieten lediglich die technische Plattform für das Bezahlungsverfahren. Ihre Aufgabe besteht darin, die Zahlungsabwicklung zwischen den Geschäftspartnern so einfach und schnell wie möglich zu gestalten und gleichzeitig für beide Parteien größtmögliche Sicherheit bei der Geldtransaktion zu gewährleisten.

Das schließt ein, dass bei einer Kaufrückabwicklung, einem Lieferproblem oder einem Storno der Geldbetrag auch wieder an den Käufer zurückerstattet werden kann. Einen anderen Weg gehen Prepaid-Bezahlverfahren und Spendenportale. Sie transferieren lediglich einen vorher gutgeschriebenen Wert an den Empfänger. Eine Vertrauensprüfung der beiden Vertragspartner entfällt.

Diese Verfahren sind deshalb auch nicht umkehrbar. Eine Ausnahme bildet fairCASH. Es versucht, alle Funktionen des Bargeldverkehrs wie etwa Anonymität und Integrität vollständig in die digitale Welt zu übertragen (siehe Interview). Außerdem können damit digitale Geldbeträge einfach von einem "Portemonnaie" zum anderen übertragen werden, ohne eine Bank einzuschalten.

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