Hifi-Kabel für die Zukunft: HDMI-, DiiVA, Displayport und Co.

Nachgefragt

Nachgefragt

Welcher AV-Multimedia-Standard wird sich langfristig durchsetzen? Video-HomeVision sprach mit den wichtigsten Vertretern der Konsortien.

Steve Venuti

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Steve Venuti

[u]Steve Venuti, Präsident von HDMI Licensing[/u] "Es stimmt, dass es weitere potenzielle Standards gibt, die im Grunde dasselbe bieten wie HDMI. Doch es gehört viel mehr als nur die Technologie dazu, um einen Standard zu schaffen. Mittlerweile haben alle HDTVs und Blu-ray-Player HDMI-Buchsen. Solange andere Technologien nicht diese Art der Präsenz haben, fällt es schwer, sie als Standard im Markt zu betrachten."

Brett Gaines

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Brett Gaines

[u]Brett Gaines, Präsident der DiiVA Licensing LLC[/u] "HDMI ist eine erstklassige Schnittstelle für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Doch DiiVA ist die erste Technologie, die eine unkomprimierte Audio-/Video-Verbindung um echte Netzwerk-Fähigkeiten erweitert und obendrein sehr hohe Datenraten bietet. So bietet DiiVA dem Kunden erstmals ein echtes Audio-Video-Netzwerk."

John Marshall

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John Marshall

[u]John Marshall, Vorsitzender des WirelessHD Consortium[/u] "Als Defacto-Standard unter den Digital-Schnittstellen für den HD- und Unterhaltungselektronik-Markt setzt WirelessHD schon heute die innovativsten Technologien ein, um sich auf die Nachfrage künftiger Kunden einzustellen."

[u]Bill Lempesis, Geschäftsführer VESA[/u] "Displayport ist ein wahrhaft offener, flexibler und erweiterbarer Standard für Multimedia-Verbindungen. Im PC-, Notebook- und Display-Markt ist er allgegenwärtig, und er fasst auch in der Unterhaltungselektronik immer besser Fuß."

Problemlöser für HD-Verbindungen

Problem erkannt, Problem gebannt: Schon seit der Einführung der ersten HDMI-Spezifikation kämpfen Heimkino-Spezialisten gegen die Einschränkungen der HDMI-Schnittstelle. Hauptproblem: In Längen über 10 Meter gerät die Übertragung über die hochauflösende Universal-Schnittstelle zum Glücksspiel.

Und sie ist eigentlich nur für eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung von einem Zuspieler an ein Display vorgesehen. Wer aber einen Beamer an der Decke oder in der Laden-Präsentation mehrere TVs von einer Quelle aus mit HD-Bildern versorgen will, der benötigt andere Lösungen.

Deshalb haben sich in den letzten Jahren immer mehr Hersteller und Konsortien um Lösungen bemüht, welche die Längen- und Verbindungsbegrenzungen umgehen.

EXT-HDMI1.3IR-FO-141

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EXT-HDMI1.3IR-FO-141

[u]HDMI-Extender[/u] Sie setzen HDMI-Signale auf LAN-Netzwerk-Verbindungen oder Lichtleiter um und umgehen so die schwierigen elektrischen Eigenschaften im voll gepackten HDMI-Kabel. Notwendig ist dafür aber je ein Umsetzer am Zuspieler und am TV, um die HDMI-Signale für lange Strecken um- und danach wieder zurückzuwandeln.

Bei manchen Systemen wie etwa dem Gefen Glasfaser-Extender HD 1000 werden ein Glasfaser- und ein Netzwerkabel parallel verlegt. Nutzdaten überträgt der Lichtleiter, das Netzwerkabel ist für den HDCP-Kopierschutz zuständig (www.gefen.de).

Just Add Power

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Just Add Power

[u]HDMI-Netzwerk[/u] Der US-Hersteller Just Add Power bietet das System "ProNet - HDMI over IP" an. Es überträgt HDMI-Signale inklusive HDCP-Kopierschutz über ein Ethernet-Kabel. Auch hier sind je ein Sender pro Zuspieler und ein Empfänger am Fernseher oder Beamer notwendig. Das System soll Direktverbindungen über maximal 100 Meter ermöglichen. Zusammen mit einem Ethernet-Switch soll es einen Zuspieler auch mit mehreren Displays verbinden.

Und über einen schaltbaren LAN-Switch werden laut Comm-Tec-Vertrieb sogar die Funktionen einer Video-Kreuzschiene für HDMI-Signa-le möglich. Die Umschaltung soll schneller klappen als über HDMI üblich. Und ein eingebauter Scaler in der Empfangsbox gibt jedem angeschlossenen TV die optimale Auflösung aus (www.comm-tec.de).

Intel Wireless Display

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Intel Wireless Display

[u]Intel Wireless Display[/u] Chip-Entwickler Intel hat seine neuesten Notebook-Chipsets mit Intel Wireless Displays ausgestattet. Die Technik soll das Display-Signal vom Notebook via WLAN an einen entsprechenden Empfänger schicken. Die ersten Notebooks mit Intel Wireless Displays von Dell, Sony und Toshiba sind in den USA schon zu haben.

Passende Empfänger in TV-Geräten gibt es bislang nicht, aber die Empfangsbox Netgear Push2TV 1000 fängt den Bildschirm-Inhalt und Audiosignale aus diesen Notebooks per Funk ein, entschlüsselt sie und schickt sie über ein HDMI-Kabel an den TV weiter (www.intel.com/consumer/products/technology/wirelessdisplay.htm).

Drahtlose Schnittstellen WirelessHD 1.1 Wireless HDMI Bluetooth 2.0 Bluetooth 3.0 WLAN 802.11n
Neueste Version / Einführung 2010 2009 2004 2009 2009
Maximale Datenrate > 10 Gbps 3 Gbps 2,1 Mbps bis 24 Mbps bis 74 Mbps
Vorgesehen für Monitorverbindung 4096 x 2160p 1920 x 1080p nein nur mit Spezial-Hardware nur mit Spezial-Hardware
3D-fähig ja k.A. nein k.A. k.A.
Haupt-Einsatzzweck Video-Übertragung von HD-Spieler zu TV Video-Übertragung von HD-Spieler zu TV Datenübertragung zwischen Mobilgeräten, PC-Peripherie, Musikübertragung Datenübertragung zwischen Mobil-Geräten, PC-Peripherie, Musik-/Videoübertragung Heim-Netzwerk, Audio-Video-Streaming von Servern zu Clients (z.B. DLNA)
Funk-Frequenz 60 GHz 5 GHz 2,4 GHz 2,4 GHz 2,4 / 5 GHz
Übertragungslänge / Sicht-kontakt notwendig? einige Meter / ja bis 25 Meter/ja typisch: 10 Meter typisch: 10 bis 100 Meter bis 70 Meter in Räumen / 250 Meter im Freien
Besonderheiten Funktionen orientieren sich an HDMI-Funktionen Bild wird komprimiert übertragen (JPEG 2000) bislang kein Video-Streaming vorgesehen schnellerer Verbindungsaufbau zwischen Geräten, basiert auf WLAN-Technik verbindet mehrere Geräte miteinander; mit LAN-Netzwerk kombinierbar

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