Upgrade-Mythen

Upgrade-Mythen 5 und 6

Mythos 5: Leistungssprung durch High-Performance-Speicher

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High-End-Speicher mit extremen Taktraten sehen spektakulär aus, bringen aber in normal getakteten Systemen nur einen sehr geringen Leistungsgewinn.

Ein immer noch verbreiteter Mythos ist der, dass man durch ein Upgrade auf extrem hoch getaktete Speichermodule die Leistung eines Rechners signifikant verbessern kann. Hersteller wie ADATA, G.Skill, Kingston oder OCZ bieten DDR3-Module mit Taktraten von bis zu 2500 MHz an, die teilweise mit Aufstecklüftern ausgeliefert werden oder von Heatpipe-Kühlern gekrönt sind.

Diese Module kosten bis zu dem Vierfachen der DDR-1333-Module, für die aktuelle Intel-oder AMD-Systeme ausgelegt sind. Bei synthetischen Speicherbenchmarks wie Sandra oder Everest schneiden extrem schnelle High-Performance-Module um bis zu 30 Prozent besser ab als DDR1333-Speicher. In der Praxis bringen die schnellen Speicher aber nur einen Geschwindigkeitszuwachs im einstelligen Prozentbereich.

So gewinnt man beim H.264-Media-Encoding etwa einen Frame pro Sekunde. Bei Spielebenchmarks hängt der Leistungszuwachs von der Auflösung ab: Gewinnt man bei anspruchsvollen Spielen wie Crysis bei der 1024er-Auflösung und niedrigen Qualitätssettings noch bis zu 5 fps, sind die Werte bei höheren Auslösungen und Anti-Aliasing-Einstellungen praktisch identisch.

Hier sind die Leistung von CPU und Grafikkarte die entscheidenden Faktoren. "Normalanwender" investieren statt in teure High-Performance-Speicher lieber in eine schnellere CPU oder eine stärkere Grafikkarte. Sinnvoll ist extrem schneller Speicher nur bei übertakteten Systemen, die mit einem höheren FSB-Takt gefahren werden.

Aber hier muss dann natürlich auch eine ausreichende Kühlung des Gesamtsystems sichergestellt sein, da nicht nur die Speichermodule, sondern auch die CPU und vor allem auch die Spannungsregler auf dem Mainboard mit höheren Temperaturen laufen.

Mythos 6: SSD statt HDD kommt viel zu teuer

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Die schnellen, aber in der Kapazität begrenzten SSDs bieten sich vor allem als schnelle Systemplatte an.

Ja, SSDs sind in Relation zu ihrer Kapazität immer noch extrem teuer. Für 2,5-Zoll-Modelle mit 160 GByte sind etwa 400 Euro fällig, für die noch seltenen SSDs mit höherer Kapazität wie etwa die 480-GByte-Drives von OCZ müssen astronomische 1500 Euro über die Ladentheke wandern. Den Massenspeicher eines Rechners komplett aus SSDs aufzubauen ist daher tatsächlich nicht sinnvoll.

Anders sieht es mit der Kombination aus SSDs und herkömmlichen Festplatten aus. Eine mit 200 Euro nicht übermäßig teure 80-GByte-SSD dient bei diesem Szenario als schnelle Boot- und Systemplatte, die nur das Betriebssystem und wenige ständig verwendete Applikationen aufnimmt.

Die hohe Datenrate einer SSD und vor allem ihre extrem schnelle Zugriffszeit beschleunigt nicht nur den Zugriff auf Systemdateien, sondern auch den Systemstart und die Rückkehr aus dem Hibernate-Modus. Als Speichermedium für andere Programme, Spiele und Daten dient eine große und günstige herkömmliche Festplatte.

Optimal arbeiten SSDs allerdings nur unter Windows 7. Das Betriebssystem kann SSDs von herkömmlichen Festplatten mit rotierenden Magnetscheiben unterscheiden und schaltet für die Flash-Speicher die automatische Defragmentierung ab, die hier nur die Lebensdauer der Speicher durch überflüssige Zugriffe reduzieren würde.

Zudem deaktiviert Windows 7 bei ausreichend schnellen SSDs auch die Superfetch-Funktion, die häufig genutzte Programme im Hauptspeicher puffert. Den TRIM-Befehl, der auf SSDs mit modernen Controllern den schleichenden Leistungsverlust bei längerer Nutzung der SSD verhindert, beherrscht ebenfalls nur Windows 7.

Für Vista und XP muss der Nutzer TRIM-Tools installieren, die einige Hersteller wie etwa OCZ bereit stellen. Bei der Partitionierung der SSD können nur Windows 7 und Vista mittels des so genannten Alignments dafür sorgen, dass die angelegte Partition auf die spezifischen Eigenschaften einer SSD zugeschnitten ist

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