Upgrade-Mythen

Upgrade-Mythen 3 und 4

Mythos 3: Eine neue CPU passt sowieso nicht auf das alte Mainboard

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© PC Magazin

Auch auf drei Jahre alten Mainboards mit Sockel 775 oder AM2 laufen aktuelle CPUs. Speziell AMD ist hier sehr flexibel.

Bisweilen könnte man tatsächlich den Eindruck bekommen, die CPU-Hersteller führten mit jeder neuen Prozessorgeneration auch gleich einen neuen Sockel ein. Bei Intel liegt man dabei gar nicht so weit daneben. So gibt es dort für die Core-Prozessoren gleich zwei Sockel: 1366 für die i7-900er-Serie und 1156 für alles andere vom Core i3-530 bis hin zum i7-880.

Will man in einem zwei Jahre alten PC eine dieser CPUs einsetzen, dann kommt man um ein neues Mainboard tatsächlich nicht herum. Besser sieht es aus, wenn man sich mit einem Prozessor der letzten Intel-Generation zufrieden gibt.

Die 45-Nanometer-Prozessoren Core 2 Duo "Wolfdale" oder ein Core 2 Quad "Yorkfield" werden noch hergestellt und bringen im Vergleich zu einem der ersten Core-2-Duos mit 65-Nanometer-Kern, einem Pentium D oder gar einem Pentium 4 einen deutlichen Leistungszuwachs.

Auf drei Jahre alten Mainboards mit P35-Chipsatz laufen die neuen Prozessoren in aller Regel ohne Probleme, oft werden sogar noch ältere Boards mit 965er-Chipsatz unterstützt. Auch für Platinen mit Nvidia-Chipsätzen stehen bei den meisten Herstellern noch BIOS-Updates bereit, mit denen die Platinen für neue Prozessoren fit gemacht werden.

Im Gegensatz zu Intel haben sich die Prozessorsockel bei AMD evolutionär verändert: Auf den 2006 eingeführten Sockel AM2 für CPUs mit DDR2-Speichercontroller folgte 2007 als Zwischenschritt der AM2+ und schließlich der für CPUs mit DDR3-Speicher ausgelegte AM3.

Der Sockel AM2 unterscheidet sich vom AM2 durch die Unterstützung von HyperTransport und durch eine getrennte Spannungsversorgung von CPU-Kernen und dem integrierten Memory-Controller in der CPU.

AMD hat bei den Prozessoren auf eine sehr weit gehende Abwärtskompatibilität geachtet: In den AM3-Prozessoren steckt zusätzlich noch ein DDR2-Controller, sie lassen sich daher auf allen AM2+-Platinen und sogar auf etlichen AM2-Mainboards einsetzen. Daher sind AM3-CPUs wie der 3-GHz-Quadcore-Prozessor Phenom II X4 945 und sogar die Hexacore-CPU Phenom II X6 auch auf fast allen AM2+ und sogar auf vielen AM2-Mainboards einsetzbar.

Allerdings ist die Leistung durch das langsamere Speicherinterface geringfügig niedriger, bei den meisten Applikationen fällt das aber nicht ins Gewicht. AM3-CPUs sind daher die erste Wahl bei einem CPU-Upgrade. Daneben gibt es von AMD auch AM2+-Prozessoren wie den ebenfalls mit 3 GHz getakteten Phenom II X4 940, die nur über einen DDR2-Speichercontroller verfügen.

Sie sind in der Regel etwas günstiger und bieten eine bessere Kompatibilität zu AM2-Platinen, laufen aber dafür nicht auf AM3-Platinen. Das andere Pin-out führt beim Versuch des Einbaus mit Gewalt zur Beschädigung von Sockel und CPU.

Vor dem Prozessortausch sollte man bei Hauptplatinen für Intel- und AMD-Prozessoren auf jeden Fall das BIOS des Mainboards auf den aktuellen Stand bringen. Sonst kann die Hauptplatine die neue CPU nicht erkennen und mit den korrekten Spannungen versorgen. Zudem sollte man noch die Hardware-Revision des Mainboards überprüfen, sie ist auf der Platine neben der Typenbezeichnung zu finden.

Teilweise werden neuere Prozessoren nur durch spätere Revisionen eines Mainboards unterstützt, da der Hersteller hier andere Spannungsregler verwendet hat. Alle namhaften Mainboard-Hersteller bieten auf ihren Webauftritten Informationen an, welche Prozessoren auf welchen Mainboards laufen.

Mythos 4: Mainboard-Tausch bedeutet Neuinstallation des OS

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© PC Magazin

Beim Tausch des Mainboards kommt man um einen neuen CPU-Kühler kaum herum.

Viele Anwender fürchten ein kombiniertes Upgrade von CPU und Hauptplatine wie der Teufel das Weihwasser. Denn angeblich ist es unweigerlich mit einer umständlichen Neuinstallation des Betriebssystems und sämtlicher Anwendungen verbunden. Windows XP kommt nach einer so weit gehenden Operation tatsächlich oft nicht mehr über einen Bluescreen heraus.

Bei Windows 7 und auch schon Vista sieht die Sache etwas anders aus. Zumindest wenn man den Prozessor- und Chipsatzhersteller nicht wechselt, stellt ein Upgrade in aller Regel kein Problem dar. Wir haben bei einem Rechner ein Mainboard mit Intel-975X-Chipsatz und Core 2 Duo gegen eine Kombination aus X58-Mainboard und Core i7 getauscht, das Betriebssystem musste nach dem Upgrade lediglich einige Treiber für Komponenten wie den Soundchip und den Firewire-Controller nachladen.

Sogar die beiden SATA-Festplatten in Marix-RAID-Configuration wurden problemlos erkannt. Bei dieser Intel-Spezialität kann man ein Stripe-Set und ein Mirror-Set auf zwei Festplatten unterbringen. Problematisch wird es, wenn das Betriebssystem auf einem RAID-0-Verbund liegt, der über einen On-Chip-Controller angesteuert wird. Wenn auf dem neuen Mainboard nicht ein identischer Chip sitzt, dann wird man um eine Neuinstallation nicht herumkommen.

Vor dem Tausch des Mainboards sollte man aber in jedem Fall sämtliche Daten auf eine externe Platte, ein NAS-Gerät oder einen Home Server sichern. Zudem sollte man den Treiber für den Ethernet-Controller der neuen Platine auf einem USB-Stick bereithalten. Denn wenn das Betriebssystem den LAN-Chip nicht erkennt, kann es fehlende Treiber auch nicht via Internet nachladen.

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