iTunes, Fritzbox, NAS & Co.

Musik-Streaming im Heimnetzwerk

Vier Lösungen bieten sich für das Musik-Streaming im Netzwerk an. Wir zeigen, wie iTunes, ein NAS, die Fritzbox oder Windows-Bordmittel die Aufgabe erfüllen.

Wir zeigen, wie Sie Ihre Musik im Heimnetzwerk streamen können.

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Wir zeigen, wie Sie Ihre Musik im Heimnetzwerk streamen können.

Musik streamen im Heimnetzwerk mit iTunes, Fritzbox, NAS und Media Player ist ganz einfach. Dieser Artikel zeigt Ihnen, welche Streaming-Lösung für Sie die richtige ist und wie Sie sie problemlos einsetzen können.

Das Radioprogramm ist unerträglich, immer dieselben Hits, dazwischen unlustiges Dummgeschwätz, fade Gewinnspiele und ewige Werbung. Abschalten! Machen Sie sich zum Herrn über das Programm und streamen Sie Ihre Musiksammlung.

Klassische Musik im Wohnzimmer, in der Küche spielt das Radio Oldies, und im Kinderzimmer läuft auf dem Smartphone Rap. Wunschdenken? Nein, im vernetzten Zuhause kann man sich permanent von seiner Lieblingsmusik beschallen lassen - unabhängig vom Radioprogramm, in höchster Qualität und ganz ohne nervige Werbung.

Es stellt heute keine Herausforderung mehr dar, die eigene Musiksammlung im Heimnetzwerk bereitzustellen. Immer mehr netzwerkfähige Geräte unterstützen die Standards Universal Plug and Play (UPnP) und/oder Digital Living Network Alliance (DLNA). Zudem gibt es eine Vielzahl interessanter Lösungen, mit denen Sie Ihre Musiksammlung auf beliebigen Endgeräten wiedergeben:

Methode 1: Streaming direkt mit dem Media Player und über iTunes

Um die auf Ihrem PC gespeicherte Musiksammlung über das heimische Netzwerk wiederzugeben, müssen Sie nicht zwangsläufig eine Server-Software installieren. Denn das Streaming von Musik funktioniert auch mit Bordmitteln reibungslos, da sowohl der in Windows integrierte Windows Media Player als auch das kostenlose Apple-Programm iTunes in der Lage sind, Musik im LAN/WLAN abzuspielen.

Einzige Voraussetzung ist, dass das Wiedergabegerät den UPNP-Standard unterstützt oder - im Falle von iTunes - Apples AirPlay beherrscht. Sie starten den Windows Media Player, klicken sich durch Ihre Medienbibliothek bis hin zum gewünschten Album oder Lied vor, klicken einen Song mit der rechten Maustaste an, wählen im Kontextmenü "Wiedergeben auf" und geben an, auf welchem Gerät das Musikstück wiedergegeben werden soll. Das klappt übrigens auch mit Wiedergabelisten.

Ähnlich einfach funktioniert es mit iTunes, sofern in Ihrem Netzwerk ein Gerät vorhanden ist, das Apples AirPlay Standard unterstützt, zum Beispiel ein AirPort-Express- Adapter, der mit der Stereoanlage verbunden ist, oder ein Receiver wie der Yamaha RX-V475. Starten Sie iTunes, klicken Sie auf Musik und wählen Sie dann per Klick auf das entsprechende Icon "die zu verwendenden Lautsprecher" aus.

Prima: Besitzen Sie ein iOS-Gerät, können Sie es mit der kostenlosen App Remote im Handumdrehen zur vollwertigen iTunes-Fernbedienung aufrüsten. Starten Sie die App und tippen Sie auf "iTunes-Mediathek hinzufügen". Den daraufhin angezeigten Code tippen Sie in iTunes ein, indem Sie unter Geräte auf das iOS-Gerät klicken, auf dem Remote installiert ist, den vierstelligen Code eingeben und mit OK bestätigen.

IDEAL FÜR: Anwender, die nur ab und an Musik im Heimnetzwerk streamen und die keine Lust haben, auf ihrem PC einen ausgewachsenen Server zu installieren.

Methode 2: Windows als simpler Medienserver

Windows verfügt bereits ab Werk über einen integrierten Medienserver, der auf dem PC gespeicherte Multimediadateien im Netzwerk bereitstellt. Allerdings ist diese Funktion in der Grundeinstellung deaktiviert.

Wechseln Sie zur "Systemsteuerung", öffnen Sie das "Netzwerk- und Freigabecenter" und klicken Sie in der linken Spalte auf "Erweiterte Freigabeeinstellungen ändern". Im Bereich "Privat oder Arbeitsplatz" klicken Sie unter "Medienstreaming" auf "Medienstreamingoptionen auswählen" und bestätigen den folgenden Warnhinweis mit einem Klick auf " Medienstreaming aktivieren".

WD TV Live

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Die Streaming-Box WD TV Live kostet rund 80 Euro und ist in der Lage, Multimediadateien über LAN, WLAN und USB wiederzugeben.

Anschließend können Sie festlegen, welche im Netzwerk integrierten Geräte nicht auf die freigegebenen Medien zugreifen dürfen. Dazu klicken Sie neben einem Gerät auf die Schaltfläche "Zugelassen" und wählen "Blockiert". Tippen Sie bei "Medienbibliothek benennen" eine aussagekräftige Bezeichnung ein und verlassen Sie den Dialog mit "OK".

Um die freigegebenen Dateien über das Netzwerk zu streamen, starten Sie das Wiedergabegerät und klicken sich durch die Menüstruktur. Unterstützt werden unter anderem Smart-TVs, Blu-ray-Player, Verstärker, Multimedia-Festplatten sowie die Videospielkonsolen Xbox 360 und PlayStation 3. Auch mobile Android-, iOS- und Windows-Phone-Endgeräte lassen sich mit den passenden Apps zu vollwertigen Streaming-Empfängern aufrüsten.

In der Praxis sehr hilfreich ist, dass Sie in Apps wie BubbleUPnP (Android) und ArkMC (iOS) das als Renderer bezeichnete Ausgabegerät auswählen können, um Smartphone und Tablet als Medienserver-Fernbedienung zu nutzen.

VideoWeb TV

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Videoweb macht aus simplen Fernsehgeräten Smart-TVs. Daüber hinaus streamt das Gerät Musik über das Netzwerk.

Wie es geht, lesen Sie im Kasten "Smart- phones und Tablets als Fernbedienungen" (auf der nächsten Seite).

IDEAL FÜR: Alle, die auf dem PC gespeicherte Musikdateien streamen wollen, ohne dafür einen Server installieren zu müssen.

Methode 3: NAS als eigener Streaming-Server

Ist im heimischen Netzwerk ein NAS-System eingebunden, müssen Sie nicht einmal den PC einschalten, um Ihre Musiksammlung zu streamen. Schließlich statten alle NAS-Hersteller ihre Netzwerkspeicher mit entsprechenden Streaming-Funktionen aus.

Bei Synology ist das etwa der "Medienserver". Nachdem Sie die Anwendung auf Ihrem Synology-NAS installiert und gestartet haben, stellt der Medienserver alle in den Standardordnern "photo", "music" und "video" gespeicherten Dateien netzwerkweit zur Verfügung, sodass sie sich auf allen Geräten wiedergeben lassen, die DLNA oder UPnP unterstützen.

Im Konfigurationsdialog der "Medienserver"-Anwendung legen Sie die "Menüsprache" fest, entscheiden sich für einen "Menüstil" und geben an, ob auch Internet-Radiosender empfangen werden sollen. Interessant ist, dass der Synology-Medienserver auch eine Transcodierungs-Funktion bietet. Ist Ihr Wiedergabegerät nicht in der Lage, Musikformate wie FLAC, AAC oder OGG abzuspielen, wandelt die Anwendung die Dateien vor dem Abspielen in das MP3-Format um.

Reichen Ihnen die Funktionen der Synology-Standardlösung nicht aus, sollten Sie einen Blick auf Serviio werfen, den Medienserver, den wir Ihnen im Abschnitt "Vielfältiger Streaming-Server: Serviio" genauer vorstellen. Da die NAS-Version von Serviio nicht über die Synology-Standardquellen geladen werden kann, müssen Sie die Liste der Paketquellen manuell erweitern.

In der Konfigurationsoberfläche klicken Sie auf "Paket-Zentrum", wählen "Einstellungen" und bringen das Register "Paketquellen" nach vorne. Klicken Sie auf "Hinzufügen", tippen Sie bei "Name" eine eindeutige Bezeichnung ein und geben Sie bei Ort die URL http://packages.pcloadletter.co.uk ein. Schließen Sie alle offenen Dialogfelder mit "OK", und klicken Sie im "Paket-Zentrum" auf "Aktualisieren".

Die von der soeben eingetragenen Quelle angebotenen Pakete finden Sie unter "Community".

IDEAL FÜR: Alle Besitzer eines NAS-Systems, die ihre auf dem Netzwerkspeicher gespeicherte Musiksammlung rund um die Uhr im ganzen Haus bereitstellen wollen.

Methode 4: Auch die Fritzbox streamt Musik

Eine gute Alternative zum Streaming über ein NAS-System ist der "Volksrouter" Fritzbox. Zum einen ist er ohnehin schon rund um die Uhr in Betrieb, zum anderen bieten Fritzboxen bereits ab Werk eine Mediaserver-Funktion.

Der einzige Nachteil dieser Variante ist, dass Sie Geld in ein USB-Speichermedium investieren müssen, da die Fritzbox nur wenig Speicherplatz bietet.

Die Einrichtung ist sehr einfach. Kopieren Sie Ihre Musiksammlung auf ein USB-Speichermedium und schließen Sie es an einem USB-Port der Fritzbox an. Aktivieren Sie unter "Heimnetz" und "Mediaserver" die Funktion "Mediaserver aktiv", und geben Sie bei "Name" eine aussagekräftige Bezeichnung ein. Anschließend wählen Sie aus, welche "Medienquellen im Heimnetz" zur Verfügung gestellt werden sollen.

Interessantes Extra: Nutzen Sie 1&1-Onlinespeicher, das Telekom Mediencenter oder Google Play Music, um Ihre Musiksammlung in der Cloud zu speichern, können Sie die Online-Speicher ebenfalls als Quellen auswählen, indem Sie unter "Medienquellen im Internet" die entsprechenden Einträge anklicken und die Zugangsdaten eingeben.

Klicken Sie zum Abschluss auf "Übernehmen", startet der Fritzbox-Medienserver und Sie können mit jedem UPnP-fähigen Endgerät auf Ihre Musiksammlung zugreifen.

IDEAL FÜR: Besitzer eines Fritzbox-Routers, die ihre auf einem USB-Speicher oder in stder Cloud abgelegte Musiksammlung im Heim-LAN streamen möchten.

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