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Audio-CDs und MP3s

Musik herunterladen: Das Backup aus dem Netz

Kaputte CDs oder Datenverluste in der digitalen Musiksammlung sind ärgerlich. Mit wenigen Tricks kann man seine MP3-Songs über das Internet wiederherstellen. Mit dem Browser Opera ist das schnell erledigt. Zudem bringt Opera eine VPN-Tarnkappe für größtmögliche Anonymität mit.

CDs

© © Ihor Bondarenko / shutterstock.com

Audio-CDs können leicht kaputt gehen - ein digitales Backup ist daher empfohlen.

Große Musik-Sammlungen auf CD sind noch immer weit verbreitet. Die beliebten Datenträger sind inzwischen aber nicht immer ganz zeitgemäß. Portable CD-Spieler und CD-Wechsler im Auto gehören längst der Vergangenheit an. Das Smartphone hat diese Funktionen längst übernommen. Per Kopfhörer hört man seine Lieblingssongs unterwegs oder verbindet das Telefon mit der Musikanlage im Auto. Dank billiger Speicherpreise ist es in der Praxis sogar möglich seine komplette Musiksammlung immer dabeizuhaben.

Auch die Nutzung der Musikdaten über ein Heimnetz und die Wiedergabe über entsprechende Geräte wie Media Player, WLAN-Lautsprecher oder Webradios setzt sich immer mehr durch. Der Sound wird dann vom Smartphone per App auf die Abspielgeräte im Netzwerk oder per Bluetooth geschickt. Auch die Speicherung und der Abruf der Musik auf einem zentralen Speicher (NAS) im Netzwerk zu Hause ist möglich.​​

Audio-CDs aus dem Internet 

Digitale Kopien der CDs sind nicht nur praktisch für die beschreibenden Nutzungsmöglichkeiten, sie dienen auch als Backup der eigenen Sammlung. Die Umwandlung in das MP3-Format lässt sich schnell mit dem Windows Media Player oder einem speziellen​ Tool wie CDEx​ ausführen. Probleme gibt es nur, wenn die CDs durch häufige Nutzung oder unsachgemäße Lagerung beschädigt sind. Staub oder Kratzer verhindern das Lesen in einem PC-Laufwerk und die Digitalisierung ist dann nicht möglich. Dann ist der erneute Kauf der CDs eine Möglichkeit, für Ersatz zu sorgen.​

Eine andere Variante ist das Laden der CD-Inhalte aus dem Web. Streng genommen handelt es sich dabei um Raubkopien der Datenträger. Wird man erwischt, drohen Strafen. Deswegen verwenden Nutzer dieser Methode gerne Tarnkappen, um im Internet nicht erkannt zu werden. Dabei handelt es sich um VPN-Tools, die eine Verbindung zu einem Server im Ausland aufbauen, siehe Infografik auf Seite 38. Die Anfragen bei den Angeboten mit den Kopien werden mit der IP-Adresse des Servers gestellt. Die Inhalte und Downloads schickt der VPN-Server zum Anwender zurück. In den Protokolldateien für die Zugriffe steht nur die Adresse des VPN-Servers und nicht die des Anwenders.​Eine bequeme Möglichkeit mit VPN zu arbeiten, bietet der Opera Browser. Er hat diese Funktionalität eingebaut. Sie lässt sich auf Mausklick aktivieren. Der Mini-Workshop rechts zeigt, wie man das Feature einsetzt.​

Eine bequeme Möglichkeit mit VPN zu arbeiten, bietet der Opera Browser. Er hat diese Funktionalität eingebaut. Sie lässt sich auf Mausklick aktivieren. Der Mini-Workshop rechts zeigt, wie man das Feature einsetzt.​

Die Suche nach Musik ist leicht 

Eine einfache Suche mit Google oder einer anderen Suchmaschine nach Downloads ist in den meisten Fällen erfolglos. Die Anbieter blocken solche Anfragen und sortieren die Ergebnisse aus. Dazu haben sich die Firmen aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen verpflichtet. Deswegen betreiben Raubkopierer spezielle Webseiten, auf denen​ Musik, Software, Apps oder Filme zum Laden angeboten werden. Im deutschsprachigen Raum sind das die Foren Boerse.sx oder DDL-Music. Sie listen die Angebote samt Suchfunktionen. Zu den Downloads gehören die aktuellen Top-Hits nach Single oder Album, aber auch komplette CDs der verschiedensten Interpreten. Auf den Webseiten gibt es meist auch Rubriken zum Thema Hörbücher. 

Die Services zeigen Informationen zu den Songs bzw. Alben und verlinken auf die Download-Quellen. Das sind One-Klick-Hoster, die eigentlich zum Tausch von Daten gedacht sind. Raubkopierer nutzen diese​ CD-Services um geklaute Musik anzubieten. Die One-Klick-Hoster sind verpflichtet illegale Inhalte von den Online-Speichern zu löschen. Deswegen sind ältere Links zu Inhalten oft ungültig. Der Zugriff ist mit einem Webbrowser möglich – die Installation von Spezial-Software für den Zugang ist nicht notwendig. Das Laden der Dateien erfolgt ohne zusätzliche Kosten. 

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Wer sich auf das Laden bei einem One-Click-Hoster einlässt, trifft dort auf verschiedene Nutzungsvarianten. Der kostenlose Modus für das Laden bei diesen Online-Speichern ist meist mit einigen Einschränkungen verbunden. Dann muss man​ zum Aktivieren einen Code eingeben und eine gewisse Zeit auf den Download warten, siehe Bilder rechts. Außerdem ist das Datenvolumen bei fast allen Anbietern beschränkt. Das stört bei einem Album nicht, da man die Vorgaben nicht überschreitet. Sollen mehr Dateien geladen werden, muss man meist längere Zeit warten oder man erwirbt einen Premiumzugang für den Service. Dann entfallen die Eingabechecks und Wartezeiten.

Für das Bezahlen bei so einen Premiumkonto ist oft eine Kreditkarte notwendig. Identitätsdiebstahl oder der nicht autorisierte Zugriff auf das Bankkonto sind nur zwei Gefahren, die bei solchen Angeboten für viel Ärger sorgen können. Außerdem ist durch die Bezahlung mit der Karte die Anonymität nicht mehr gewährleistet. Viele Gratis-Lader verwenden in solchen Fällen Prepaid-Kreditkarten, um die Privatsphäre zu schützen. Es bleibt aber immer ein Restrisiko, wenn man seine Bankdaten übergibt.​​​​

DLL-Music

© Screenshot WEKA / PCgo

Illegale Angebote: Auf Webseiten wie DLL-Music bieten Raubkopierer Links zu Downloads an.

Das Laden im Gratismodus läuft meist nach folgendem Muster ab: Nach dem Aufruf der Seite wählt der Anwender die Option Free Download und bestätigt die Captcha-Abfrage. Das kann ein Code mit Zahlen bzw. Buchstaben sein. Mittlerweile gibt es aber auch die Ich bin kein Roboter-Methode mit Bildern. Dazu muss man in einer Auswahl bestimmte Motive mit der Maus anklicken. Ist diese Hürde überwunden, folgt meist noch die Zeitverzögerung. Sie beträgt je nach​ Hosting-Anbieter ein oder zwei Minuten. Dann startet der Ladevorgang oft automatisch. Die Daten speichert der Browser im voreingestellten Download-Verzeichnis als Archiv im ZIP- oder RAR-Format. Nach dem Entpacken findet der Anwender die Songs als MP3-Dateien.​

Schneller die Daten mit einem Download-Manager laden 

Bequemer ist das Laden mit Tools wie dem JDownloader. Der läuft im Hintergrund und entpackt die Archive automatisch. Bei einigen Anbietern überlistet das Tool auch die Einschränkungen beim Download-Volumen. Die Nutzung ist simpel: Die Adresse im Webbrowser einfach in die Windows-Zwischenablage kopieren. Das Tool erkennt diese Aktion und übernimmt den Link automatisch. Nach dem Start des Downloads, fragt JDownloader​nach dem Code des One-Click-Hosters und beginnt mit dem Laden.​

Programme wie JDownloader haben keine VPN-Funktionalität. Die muss man extra installieren. Dazu eignen sich Tools wie CyberGhost oder Okay Freedom. Die Programme arbeiten wie das VPN-Modul im Opera-Browser. Die Nutzung in der Basisversion ist gratis. Dabei ist die Online-Dauer bzw. das Datenvolumen eingeschränkt. Außerdem gibt es Werbeeinblendungen. Eine Alternative dazu ist VPN Pro, das Sie gut eine Woche kostenlos in vollem Umfang testen können.​

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Meta-Infos der MP3s prüfen 

Nach dem Auspacken des Archivs mit der Musik findet man die MP3-Dateien mit den Titeln. Das Dateiformat speichert auch die Metadaten zu den Inhalten. Dazu gehören Interpret, Titel, Album, Track-Nummer oder Coverbild. Diese sind bei der Nutzung auf einem Smartphone oder anderen Playern sehr nützlich. Auf dem Display sieht man diese Infos und meist auch das Cover. Bei vielen Downloads sind die Daten schon vorhanden. Das ist bequem, birgt aber auch eventuell​ eine Falle. Zu den Meta-Informationen in den MP3-Tags gehört auch das Feld Kommentar. Hier schreiben viel Anbieter von Raubkopien die Adresse für deren Webseite oder andere verräterische Texte hinein. 

DDL-Wallet

© Screenshot WEKA / PCgo

Die Download-Seiten haben Infos zu den MP3s.

Damit lassen sich im Ernstfall die Dateien als Raubkopie identifizieren. Das kann heikel sein, wenn man in den Urlaub ins Ausland fährt und bei der Grenzkontrolle das mobile Gerät geprüft wird. Um solchen Ärger zu vermeiden, sollte man bei Downloads immer die MP3-Tags anpassen und die Kommentare entfernen. Das funktioniert mit Tools wie MP3Tag. Damit löscht man bequem die Einträge für ein komplettes Verzeichnis bzw. ganze Alben. Dazu lädt man die MP3s aus einem Verzeichnis und markiert in der Liste alle Titel. Links daneben befindet sich das Feld Kommentar. Hier löscht im Pull-down-Menü der Eintrag entfernen. Nach dem Speichern mit dem Disketten-Symbol links oben ist der Kommentar verschwunden.

Vorsicht: Fallen beim Laden 

Das Laden von One-Click-Hostern ist nicht ohne Gefahren. Raubkopierer sind meist Kriminelle, die versuchen, aus den kostenlosen Downloads Kapital zu schlagen. Eine beliebte Methode den Anwender in die Falle zu locken, ist das Angebot von selbst entpackenden Archiven. Dabei gaukeln sie dem Nutzer vor, mit der ausführbaren Datei ohne ein zusätzliches Tool zu entpacken. Dabei werden nicht selten Trojaner und andere Schadprogramme installiert. Im schlimmsten Falle wird der komplette PC mit Ransomware verschlüsselt, und man bekommt seine Daten erst nach Zahlung eines Lösegelds zurück. Deswegen sollte man auf keinen Fall EXE-Dateien laden und ausführen! Das gilt auch für Dateien in bereits entpackten Archiven. Eine andere Variante: Das Archiv mit der Musik ist mit einem Passwort gesichert. Das bekommt man erst, wenn man auf eine Webseite geht. Die infiziert den Rechner mit Schadsoftware oder man wird zu einem Abo überredet.

Die Kosten durch solche Cyber-Angriffe können sehr hoch sein. Jeder Anwender sollte sich also genau überlegen, ob nicht ein Neukauf des Albums die bessere Wahl ist. Sonderangebote bei Online-Plattformen oder der Kauf von gebrauchten CDs ersparen viel Ärger, Geld und schonen die Nerven.

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