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Moderne SSDs, Grafik-Aufrüstung

Festplatte durch SSD ersetzen

Moderne SSDs sind herkömmlichen Festplatten bei der Datentransferrate und der Zugriffszeit weit überlegen. Unser Aufrüstkandidiat, ein sechs Jahre altes Fujitsu-Siemes Lifebook T4210, kam mit der ursprünglichen 60-GByte-HDD auf eine Transferrate von 32 MByte/s, mit der Kingston SSDNow 100 V+ 100 messen wir 105 MByte/s, mehr lässt die SATA-150-Schnittstelle des Intel-945G-Chipsatzes nicht zu.

Das resultiert auch in einer kürzeren Bootzeit von 42 Sekunden gegenüber 1:03 Minuten mit der HDD. Dazu kommt noch, dass SSDs gegenüber Stößen unempfindlich sind. Bei der Leistungsaufnahme schneiden SSDs im Vergleich zu 2,5-Zoll-HDDs dagegen kaum besser ab.

Da SSDs immer noch sehr teuer sind, 128-MByte-Modelle kommen auf etwa 200 Euro, macht ein Upgrade nur bei kostspieligen Business-und Subnotebooks Sinn, die von Haus aus mit kleinen HDDs ausgerüstet waren und oft mobil eingesetzt werden.

Derartige Notebooks sind schon seit fünf bis sechs Jahren mit SATA-Festplatten ausgestattet, daher hat man eine große Auswahl an SSDs. Zwar existieren auch SSDs mit Parallel-ATA-Schnittstelle, hier stellt sich aber die Frage, ob ein teureres Upgrade bei einem so alten Notebook überhaupt noch sinnvoll ist. Bei Notebooks existiert in aller Regel nur ein Einbauplatz für eine 2,5-Zoll-Festplatte.

Will man die bisherige herkömmliche HDD durch eine SSD ersetzen, dann muss man Betriebssystem und Daten zuerst einmal auf die SSD übertragen. Kingston bietet die SSDNow auch als Kit an, das diese Aufgabe erheblich erleichtert. Im der Verpackung steckt hier nicht nur die nackte SSD, sondern zusätzlich auch noch ein externes Gehäuse mit USB-2.0-Schnittstelle und auf CD die True-Image-HD-Software von Arconis.

Mit dieser Linux-Boot-CD kann man Betriebssystem und Daten einfach von der extern angeschlossenen alten HDD auf die im Notebook eingebaute SSD übertragen. Die Software übernimmt die Anpassung der Parttionsgröße. Aufpassen muss man, wenn auf dem Notebook eine Ultimate-oder Enterprise-Version von Windows 7 oder Vista installiert ist.

Hier kommt die Anpassungsroutine durch die für die Festplattenverschlüsselung nötige 100 MByte große Systempartition ins Schleudern. Besser ist es, die Daten von einer kleineren HDD ohne Anpassung zu übertragen und dann die Partitionsgröße in der Windows-Datenträgerverwaltung zu verändern. Bei einer Bitlocker verschlüsselten Platte muss man unbedingt den Key parat haben, sonst sperrt man sich aus seinem eigenen Notebook aus.

Neues optisches Laufwerk einbauen

In Notebooks kommen genormte Slimline-Laufwerke zum Einsatz. Der Ersatz eines DVD-ROM-Drives oder eines Combo-Laufwerks durch einen DVD-Brenner oder ein Blu-ray-Laufwerk ist also kein Problem. Bei dem Gros der Mobilrechner sind die Laufwerke durch eine einzelne Schraube im Gehäuseboden des Notebooks fixiert. Man muss nur vor dem Kauf des neuen Laufwerks ermitteln, ob noch ein IDE-oder schon ein SATA-Laufwerk im Mobilrechner steckt.

Die einzige Schwierigkeit besteht darin, dass bei vielen Notebooks eine ans Design angepasste Blende an der Laufwerksschublade befestigt ist, die man am neuen Laufwerk montieren muss. Dabei sollte man vorsichtig vorgehen, um die filigranen Kunststoffhäkchen der Blende nicht zu beschädigen.

Video und Grafik beschleunigen

Eine große Schwäche älterer Notebooks, vor allem jener mit Intel-Chipsatzgrafik, ist die Wiedergabe von HD-Videos. Die Grafikeinheiten in den verbreiteten 945GM-und GM965-Chipsätzen beschleunigen nur MPEG-2, der GMA950 im 945GM sogar nur teilweise. Das Decoding von HD-Videos muss der Prozessor daher alleine stemmen, was je nach CPU gar nicht ruckelfrei funktioniert oder nur mit maximaler CPU-Auslastung.

Abhife kann hier eine Mini-PCI-Express-Karte mit dem CrystalHD-Chip von Broadcom bringen. Dieser Chip, den auch einige Hersteller in Netbooks einsetzten, entlastet die CPU beim Dekodieren von Videos. Unterstützt werden verschiedene HD-Formate wie H.264, VC-1 und MPEG-2 für SD-Videos. Blu-ray-Videos werden dagegen mit den bei Broadcom verfügbaren Treibern nicht beschleunigt.

Hier werden spezielle OEM-Versionen von Playern wie PowerDVD benötigt. Auf einem Fujitsu-Siemens Lifebook T4210 mit Core-Duo-Prozesor waren vor dem Einbau der CrystalHD-Karte trotz 100 Prozent CPU-Last 1080p-MKVs nicht ruckelfrei lauffähig. Mit dem Beschleuniger laufen HD-Videofiles flüssig bei lediglich 40 Prozent Prozessorauslastung.

Die kleine Karte mit dem Broadcom-BCM70012-Chip haben wir für 60 Euro bei einem eBay-Händler gekauft, sie nimmt im Notebook den Platz der PCI-Express-WLAN-Karte ein, die dann durch einen externen Adapter ersetzt wird. Die Montage selbst ist unproblematisch, man muss den Steckplatz der Karte aber erst einmal finden. Meist sitzt er unter der Tastatur, die oft noch durch eine Schraube im Gehäuseboden gesichert ist.

Deutlich komplexer und für Anfänger definitiv zu schwierig ist der Wechsel der Grafikkarte, der bei einigen Gaming-Notebooks möglich ist. Bei Geräten wie dem Alienware m17x R3 oder dem von Schenker für das mySM XMG7 als Barebone verwendeten Clevo 870CU ist der Grafikchip nicht auf der Hauptplatine aufgelötet.

Er sitzt statt dessen auf einer separaten Karte im MXM-3.0-Format, die über 16 PCI-Express-Lanes mit dem Controller auf der CPU kommuniziert. Auf der Seite www.mxm-upgrade.com finden sich diverse Bauanleitungen, dort kann man auch entsprechende Grafikkarten kaufen, die sonst nur an Notebook-Hersteller geliefert werden.

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