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Modem, ISDN und WLAN mit Linux

Provider-Einstellungen, Distributions-spezifische Konfigurationen und viele verschiedene Geräte machen Einsteigern die Einrichtung einer Internetverbindung mit Linux nicht gerade einfach. Wir geben Ihnen Tipps, um auch ohne eine DSL-Standleitung online zu kommen.

  1. Modem, ISDN und WLAN mit Linux
  2. Teil 2: Modem, ISDN und WLAN mit Linux
Modem, ISDN und WLAN

© Michael Mielewcik

Noch immer ist DSL nicht für jeden Bürger verfügbar...

Provider-spezifische Einstellungen, Distributions-spezifische Konfigurationen und eine Vielzahl an Geräteherstellern machen Einsteigern die Einrichtung einer Internetverbindung mit Linux nicht gerade einfach. Wir geben Ihnen hilfreiche Tipps und Hilfestellungen, um auch ohne eine DSL-Standleitung online zu kommen.

Modem, ISDN und WLAN

© Michael Mielewcik

Noch immer ist DSL nicht für jeden Bürger verfügbar...

Trotz zunehmender Verbreitung von Breitband-Internet, auch das gute analoge Modem und ISDN hat vielerorts noch nicht ausgedient, denn nicht überall ist DSL und Highspeed-Internet verfügbar. Besonders Notebook-Besitzer sind manchmal froh, wenn Sie sich auf Reisen noch mithilfe eines Modems analog einwählen können.

Modem-Treiber

Bei der Installation eines Modems müssen Sie zunächst beachten, dass es zwei verschiedene Arten von Modems gibt. Hardware-Modems werden typischerweise über den seriellen Port am PC angeschlossen. In früheren Zeiten war dies der Standard-Modem-Typ. Die Unterstützung ist aufgrund des weitgehend standardisierten Ansprechverfahrens unter Linux seit langem sehr gut gewährleistet, und der Zugriff kann ohne zusätzlichen Treiber meist direkt erfolgen.

Modem, ISDN und WLAN mit Linux

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Die Detailinformationen zu einem Modem in kppp.

Die zweite Modem-Variante ist meist als PCI- oder USB-Gerät zu finden und wird als Software-Modem bezeichnet. Auch Laptop-interne Modems fallen meist in diese Kategorie. Im Gegensatz zu den Hardware-Modems ist bei den Software-Modems ein Teil der Steuerung von der Hardware in die Software verlagert worden. Der im Modem vorhandene Chipsatz übernimmt nur einen Teil der durchzuführenden Aufgaben. Daher sind Treiber für solche Modems zur Steuerung unumgänglich, meist sind sie aber nur für Windows verfügbar. Software-Modems werden deshalb mitunter auch als Winmodems bezeichnet. Gemein ist den Winmodems jedoch nur die grundlegende Struktur, die verwendeten Chipsätze werden jedoch von unterschiedlichen Herstellern gefertigt und sind zueinander inkompatibel. Unter Linux muss ein eigener Treiber die selben Aufgaben des Windows-Treibers übernehmen, und auch die Steuerung die Chipsatzes muss Hardwarespezifisch erfolgen. Der Modem-Treiber für Softmodems ist unter Linux üblicherweise im Kernel zu finden. Genauere Informationen zum Einsatz der verschiedenen Softmodems unter Linux finden Sie unter www.linmodems.org. Leider ist die Installation eines Software-Modems meist alles andere als trivial. Laden Sie sich von der Homepage des Linmodem-Projekts zunächst das Skript scanModem herunter und entpacken Sie es durch Eingabe des Kommandozeilenbefehls

gunzip scanModem.gz

Im nächsten Schritt sollten Sie versuchen, mithilfe dieses Skripts den Modem-internen Chipsatz herauszufinden. Starten Sie dazu das Skript wie folgt:

sh scanModem

Die erscheinende Ausgabe können Sie nun wegklicken, für das weitere Vorgehen ist sie uninteressant. Öffnen Sie mit einem Texteditor stattdessen die in einem neuen Unterordner angelegte Datei ModemData.txt. Diese Datei enthält die Ergebnisse des Scanvorgangs. Mit etwas Glück können Sie über die Datei den Chipsatz Ihres Modems ermitteln und herausbekommen, welchen Treiber Sie benötigen. Sollten Sie damit Probleme haben, ist eine freundliche Anfrage in der Mailingliste des Linmodem-Projekts empfehlenswert. Haben Sie letztendlich den benötigten Treiber ermittelt, so sollten Sie über die Homepage des Linmodem-Projekts unter http://linmodems.technion.ac.il/resources.html versuchen herauszubekommen, wie Sie diesen Treiber installieren.

Modem in openSUSE einrichten

Als Nächstes sollten Sie das Modem über die Systemkonfiguration Ihrer Linux-Distribution weiterkonfigurieren. Unter openSUSE nehmen Sie die entsprechende Konfiguration über das System-Tool YaST unter Netzwerkgeräte/Modem vor. Im Karteikartenregister Modemgeräte finden Sie jetzt eine bislang leere Auflistung vorhandener Modems. Klicken Sie auf die Schaltfläche Hinzufügen so können Sie in openSUSE ein neues Modem einrichten. Die angegebene Gerätedatei muss in aller Regel meist nicht verändertwerden. Ein eventuell notwendiger Symlink auf eine andere Gerätedatei sollte von open SUSE bereits automatisch angelegt worden sein. Die Zeile Amtsholung müssen Sie nur ausfüllen, wenn Sie zum Herauswählen eine zusätzliche Nummer benötigen.

Modem, ISDN und WLAN mit Linux

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kppp stellt Ihnen ein Terminalfenster für Ihr Modem zur Verfügung, in das Sie AT-Befehle eingeben.

Als Wählmodus sollten Sie Tonwahl ausgewählt lassen. Auf die Detailkonfiguration können Sie fast immer verzichten. Im nächsten Schritt müssen Sie den Provider auswählen, über den Sie sich ins Internet einwählen möchten. YaST stellt hier bereits alle benötigten Daten wie Telefonnummer, Benutzername und Passwort einiger großer Provider bereit. Zudem enthält openSUSE auch noch die Zugangsdaten einiger ausländischer Internet-Anbieter, sodass sich das Linux auch im mobilen Einsatz gut nutzen lässt.

Nach Auswahl des Providers und Bestätigung der Daten müssen Sie noch die Einwahlverbindung selbst konfigurieren, indem Sie angeben, wann die Einwahl ins Netz erfolgen soll. Wichtig ist hier vor allem festzulegen, ob das Einwählen bei Bedarf automatisch (Dial on Demand) oder manuell erfolgen soll. Ob der DNS-Server automatisch bezogen oder manuell eingegeben werden muss, hängt vom Provider ab.

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Bei der Modem-Installation via YaST werden die Provider-Daten aufgelistet.

Die externe Firewall-Schnittstelle sollten Sie grundsätzlich aktiviert lassen. Damit ist die grundlegende Modem-Installation abgeschlossen. Die neue Modem-Verbindung wird Ihnen in openSUSE nun in der Taskleiste als kleiner Stecker angezeigt. Die in YaST getätigten Eingaben sind hier direkt verfügbar. Ein einfacher Klick auf das Symbol sollte die Internetverbindung herstellen.

Einrichtung mit kppp und manuell

Natürlich stellen auch andere Distributionen Möglichkeiten zur Installation eines Modems und der Internetverbindung zur Verfügung. Unter Fedora und Xandros kommt dabei ein Internet Wizard zum Einsatz. KDE-eigen und in den Netzwerkpaketen verfügbar ist zudem die grafische Oberfläche kppp, über die Sie ebenfalls eine Modem-Verbindung herstellen können. Vorteilhaft ist, dass das Paket als Bestandteil des kdenetworks-Pakets für viele Linux-Distributionen verfügbar ist. Zudem ermöglicht kppp eine sehr detaillierte manuelle Konfiguration der Internetverbindung. Mithilfe vorhandener Zugangsdaten und dem Modem können Sie auch in kppp schnell eine eigene Internetverbindung anlegen.

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In den Geräteeinstellungen des Einwahlprogramms müssen Sie die Gerätedatei /dev/modem angeben und die Geschwindigkeit auswählen.

Darüber hinaus stellt kppp Ihnen aber auch einen Terminal-Monitor für Testzwecke zur Verfügung, mit dem Sie direkt Modembefehle im AT-Format eingeben können. Im direkten Vergleich zu kinternet bzw. der Einrichtung über YaST hat kppp den Nachteil, dass nur ein sehr begrenzter Satz an Providerdaten verfügbar ist. Solange Sie die entsprechenden Einwahl-Daten zur Verfügung haben, ist dies kein Problem.

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Nützlich: Über den Init-String des Modems aktivieren Sie verschiedene Hardware-Funktionen.

Steht keine grafische Oberfläche zur Verfügung, haben Sie immer die Möglichkeit, die Konfiguration mithilfe des Pakets wvdial vorzunehmen. Grundlegend wird dieses Programm mithilfe einer Konfigurationsdatei eingerichtet. Zumeist finden Sie diese unter /etc/wvdial.conf. Inhaltlich werden in dieser Datei ähnliche Einstellungen wie bei der Konfiguration über YaST vorgenommen. Die Definition von Telefonnumer, Benutzername und Passwort für die Einwahl muss jedoch manuell eingegeben werden. Eine Basis-Konfiguration kann wie folgt aussehen:

[Wahloption]
Modem = /dev/modem 
Baud = 115200 
Init1 = ATZ 
Init2 = ATQ0 V1 E1 S0=0 &C1 &D2 
+FCLASS=0 
ISDN = 0 
Modem Name = 
Modem Type = Analog Modem 
Phone = Provider Telefonnummer 
Username = Login Name 
Password = Provider Password

Die letzten drei Einträge müssen Provider-abhängig korrigiert werden. Über das Programm wvdial können Sie nun die Internet-Verbindung etablieren.

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