Mobiler TV-Spaß

Unterwegs fernsehen mit Tablets, Apps & Co.

Filme schauen, Fernsehen empfangen oder einfach Musik hören: Für beste Unterhaltung unterwegs sorgen insbesondere Tablets. Wir sagen Ihnen, was Sie vor dem Kauf wissen sollten, und testen vielversprechende Entertainment-Zentralen.

EyeTV Micro

© Hersteller/Archiv

Elgato bietet mit dem EyeTV Micro einen mobilen DVB-T-Empfänger für Android-Tablets und iPads. Der Preis: 70 bzw. 100 Euro.

Was früher der tragbare DVD-Player war, ist heute das Tablet. Das Tolle daran: Tablets können sehr viel mehr als nur Filme abspielen. Mit einem verbundenen DVB-T-Empfänger (z.B. Elgato EyeTV Micro, siehe Bild oben) empfangen sie Fernsehen über die Luft. Selbst in den Ländern, in denen gewöhnliche TV-Empfänger schlapp machen, ist TV-Spaß möglich: durch Apps wie Zattoo, die TV-Sender über das Internet streamen. Außerdem kann das Tablet als Musikzentrale fungieren, indem es sich Audiokost aus dem Internet holt oder vom integrierten Speicher abspielt.

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Mobiler TV-Spaß

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Tablet als Medienzentrale

So schön die Welt scheint, ist sie jedoch nicht immer. Die Qualitäten als Multimedia-Zentrale können sich je nach Tablet unterscheiden. Starken Einfluss darauf hat bereits das installierte Betriebssystem. Davon sind drei derzeit besonders verbreitet: iOS von Apple, Android von Google und mit Einschränkungen Windows 8 bzw. Windows RT von Microsoft.

Dabei ist Apple nicht nur für das Betriebssystem iOS verantwortlich, sondern auch für die Endgeräte: die iPads. Dadurch können die Kalifornier das Zusammenspiel zwischen Soft-und Hardware optimal gestalten. Zudem setzen sie strenge Regeln für die Aufnahme in den App Store. Das garantiert Bedienkomfort nonstop.

Kaufberatung: Mobile Kopfhörer und Musiksysteme

Das Android-Betriebssystem von Google ist dagegen offener. Hersteller wie Samsung, Sony oder Asus verwenden die Software für ihre Tablets und passen sie für die eigenen Zwecke leicht an. Die installierbaren Apps werden kaum reguliert. Daher ist das System auch anfälliger.

Windows kann ebenfalls jeder Hersteller nutzen. Windows RT wurde von Microsoft speziell für Tablets entwickelt. Das heißt, es arbeitet nur mit speziellen ARM-Prozessoren zusammen. So lassen sich leichte und ausdauernde Geräte bauen. Der Nutzer kann aber nur Apps aus dem eigenen Store verwenden.

Anders sieht das bei Windows 8 aus: Wie auf einem Notebook oder Desktop-PC lassen sich Programme frei installieren. Dagegen ist das Betriebssystem nicht speziell für den Einsatz auf Tablets optimiert, wohl aber für Touchscreens. Viele Windows-8-Tablets besitzen deshalb eine geringere Akku-Laufzeit und wirken oft unhandlich.

Windows 8: Einstellungen aus dem unteren Bildschirmrand ziehen

© Josef Bleier, Stefan Rudnick, Hersteller

Windows 8: Einstellungen und Optionen zu jedem Programm ziehen Sie aus dem unteren Bildschirmrand. Bei einem Film erscheinen so etwa die Wiedergabe-Tasten.

Filme ohne Ende

Eines haben alle Betriebssysteme gemeinsam: Sie setzen auf ihre eigenen Stores, in denen Apps, Musik und Videos erhältlich sind. Jedoch sind sie unterschiedlich gut gefüllt. In Sachen Apps hatte Apple lange die Nase vorn. Doch mittlerweile gibt es fast alle wichtigen Anwendungen auch für Android-Tablets.

Bei Windows RT sieht es anders aus: Es gibt fast keine Apps zum Steuern von Fernsehern oder AV-Receivern. Auch fehlen unter Windows RT Anwendungen für WATCHEVER oder LOVEFiLM. Dafür existieren für Spotify, YouTube und Zattoo Apps. Wem das Installieren zusätzlicher Anwendungen besonders wichtig ist, der sollte deshalb zurzeit eher zu Tablets mit iOS-, Android- oder Windows-8-Betriebssystem greifen.

Praxis: Die besten Gadgets für unterwegs

Auch wenn es um das Medienangebot geht, kann Tablet-Neuling Microsoft mit Windows RT dem Konkurrenten Apple nicht ganz das Wasser reichen. Um Musik oder Videos zu kaufen, ist auf Windows RT der Xbox Shop an Bord. Doch auch Google hat, wenn es um das Filmangebot geht, gegen Apple das Nachsehen. Nicht nur in Bezug auf die Anzahl der Angebote: In iTunes findet man als einzigen Anbieter auch Videos in 1080p. Im Xbox Shop und in Google Play Movies sind es maximal 720p. Serien findet man im Google Store gar nicht.

Die Preise sind auf allen drei Betriebssystemen ähnlich. Für das Leihen zahlt der Kunde meist zwischen drei und fünf Euro, für den Kauf eines Film nicht selten über zehn Euro. Die Preise für die SD-Versionen liegen jeweils leicht darunter.

Um die Filme zu schützen, setzen Apple, Google und Microsoft einen eigenen Kopierschutz ein. Das heißt: Einen Film, den ein Nutzer beispielsweise auf seinem iPad gekauft hat, kann er auf einem Android-Tablet nicht anschauen.

Filme und Musik streamen?

Mit Musik geht es offener zu. Bei Apple oder Microsoft gekaufte Songs lassen sich beliebig oft auf andere Geräte überspielen. Nur Google begrenzt die Anzahl. Gekaufte MP3s dürfen nur zweimal aus dem Cloud-Speicher Google Music heruntergeladen werden. Aufstocken lässt sich das Musikangebot auf Apple-, Android- und Windows-Geräten etwa mit dem Musik-Streaming-Dienst Spotify.

Allerdings ist es unterwegs nicht immer ratsam, Filme oder Musik zu streamen. Gibt es kein WLAN, muss man auf Mobilfunk ausweichen. Das Herunterladen eines Films kann dabei schnell die Flatrate ausschöpfen. Viele Tablets besitzen ohnehin kein Funkmodul für UMTS oder LTE.

Praxis: Apps fürs Video-Streaming

In diesem Fall hilft es entweder, das Gerät über das Smartphone online zu schicken, oder man greift auf gespeicherte Filme und Musik zurück. Die können auf dem eingebauten Speicher liegen. An einigen Android- und Windows-Geräten findet man auch Schnittstellen für SD-Karten oder USB-Festplatten, worauf sich Filme ablegen lassen. Praktisch sind ebenfalls WLAN-Festplatten. Sie bauen ein eigenes WLAN-Netz auf und fungieren als Netzwerk-Server.

Elgato Tivizen

© Hersteller/Archiv

Flexibler einsetzbar ist der Elgato Tivizen für 130 Euro. Er streamt DVB-T-Signale per Funk an iPads und Android- Tablets.

Synchronisation der Daten

Häufig übertragen Nutzer ihre Medien direkt vom Rechner. Ganz konventionell funktioniert das bei allen Tablets etwa über ein USB-Kabel. Bei Apple übernimmt iTunes den Datentransport. Verbindet man Android- oder Windows-Tablets mit Rechnern, werden diese als externe Speicher erkannt und Filme lassen sich über den Datei-Explorer übertragen.

Wer Wert darauf legt, immer und überall auf seine Filme, Musik und Fotos zugreifen zu können, der sollte sich zudem mit der optimalen Vernetzung von Computer, Smartphone und Tablet näher beschäftigen. Apple, Google und Microsoft bieten hier ihre eigene Lösung an.

Apple besitzt verschiedene Dienste zur Synchronisation. Über die iCloud lassen sich etwa Mails, Kontakte oder Dokumente abgleichen. Fotostream macht Bilder auf allen Geräten verfügbar. Über iTunes Match kann der Anwender überall auf seine Musiksammlung zugreifen.

Acht Cloud-Dienste für Video & Co. im Test

Damit die eigenen Videos überall verfügbar sind, ist das Installieren einer zusätzlichen Cloud-Speicher-App clever, etwa Google Drive. So kann der Nutzer etwa über den Computer Videos auf seinen virtuellen Online-Speicher laden, die er von dort aus streamt oder herunterlädt.

Der Google-Dienst lässt sich auch auf Android-Tablets installieren. Für die MP3-Sammlung ist Google Music besser geeignet. Für die Online-Synchronisierung von Bildern hilft wiederum das soziale Netwerk Google+.

Bei Microsoft ist der Cloud-Speicher SkyDrive der Dreh- und Angelpunkt. Hier werden automatisch geschossene Bilder geteilt, aber auch Videos lassen sich manuell hinzufügen. Für das Synchronisieren eigener Musikstücke auf verschiedenen Geräten hilft die vorinstallierte Musik-App.

Filme sicher abspielen

Ob die Videos und die Musik auf dem iPad, Android-Smartphone oder über Windows RT auch abgespielt werden, ist dagegen nicht garantiert. Denn im Auslieferungszustand werden einige Medienformate nicht untersützt. Wer auf Nummer sicher gehen will, verwendet für Videos MPEG-4. MP3-Musik spielen ebenfalls alle Plattformen ab. Über Player-Apps wie Power DVD Mobile kann man sein Tablet aufrüsten.

Um Scherereien mit der Formatkompatibiltät aus dem Weg zu gehen, setzt man am besten auf allen mobilen Geräten auf ein Betriebssystem und kauft Musik sowie Filme aus den jeweils integrierten Online-Stores. Dann klappt's auch mit der Synchronisation reibungslos.

Sollen die gekauften Filme auf dem Fernseher landen, besitzen Apple, Google und Microsoft mit Apple TV, der Google-TV-Box Sony NSZ-GS7 und der Xbox 360 das passende Gegenstück.

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