Serie: Blogmarketing

Teil 2 - Zusatzeinkommen durch Blogs

Lohnt es sich, Werbeflächen auf Weblogs zu vermarkten? Direktvermarktung, Partnerprogramme oder Textanzeigen: Wir erklären im zweiten Teil unserer Serie, wie Sie mit Blogs Geld verdienen können.

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Lohnt es sich, Werbeflächen auf Weblogs zu vermarkten? Direktvermarktung, Partnerprogramme oder Textanzeigen: Wir erklären im zweiten Teil unserer Serie, wie Sie mit Blogs Geld verdienen können.

Geld verdienen mit Blogs: Ein Einkommen generieren mit dem, was man sowieso am liebsten tut - das klingt ungemein verlockend und genau deswegen ist "Reichtum aus dem Internet" das Thema vieler spezialisierter Websites, die in erster Linie deren Betreiber wohlhabender machen. Der Wunsch, ohne große Mühen online viel Geld zu verdienen, bringt naturgemäß gewaltige Besuchermengen auf solche Seiten. Der interessierte User wird dort meistens dazu aufgefordert, 99 Euro für ein erfolgreiches E-Book auszugeben oder findet eine Liste mit "Heimarbeit" in Form von bezahlter Teilnahme an Meinungsumfragen und "Pay-to-Click"-Diensten vor.

Die schlechten Nachrichten zuerst: Wir haben leider überhaupt keine Ahnung, wie Sie mit dem Internet in wenigen Wochen zu einem Milliardär werden, der für den Rest seines Lebens nicht mehr arbeiten muss. Die gute Nachricht ist: Wir können Ihnen zeigen, wie Sie mit Ihrer eigenen Website viel mehr als die mühsam zusammengeklickte Handvoll Euro verdienen, die sich durch bezahlte Teilnahme an Promotion-Sites verdienen lässt.

Nicht über Nacht, versteht sich - es braucht Ausdauer, Zeit und gezielte Suchmaschinenoptimierung, bis zum Beispiel ein Nischenblog zur regelmäßigen Einnahmequelle wird. Ein Nischenblog mit der Konzentration auf ein bestimmtes Thema statt eines bunten Straußes an beliebigen Inhalten hat langfristig viel größere Erfolgsaussichten als ein "Gemischtwarenladen". Noch besser ist es, wenn Sie sich inhaltlich zwar auf ein populäres Thema konzentrieren, innerhalb dieser Ausrichtung aber eine Nische finden, die noch nicht von so vielen anderen bedient wird - weil dann die Konkurrenz geringer ausfällt, aber trotzdem Besucher über Suchmaschinen und Empfehlungen auf Ihre Seiten kommen.

Mit Blogs Geld verdienen: aktiv werden

Die Einnahmen über ein Nischenblog werden im Web-Volksmund auch gerne "Passiveinkommen" genannt - ein sehr irreführender Begriff, wenn man bedenkt, wie viel aktive Aufbauarbeit und Pflege in einer Website steckt, die regelmäßige Einkommen abwerfen soll. Suchmaschinenoptimierung gehört immer dazu, wenn Werbeflächen gezielt vermarktet werden: Eine erfolgreiche Website will gehegt, gepflegt und häufig aktualisiert werden und soll außerdem aktuellen technischen Standards entsprechen. Im Zweifelsfall muss es auch möglich sein, die Strukturen zu modernisieren und kurzfristig geänderte Anforderungen zu erfüllen, wenn andere Attribute für SEO wichtig werden.

Wenn eine Website dann erst einmal richtig gut läuft, verdient sie scheinbar von selbst und nebenbei Geld, daher kommt der Ausdruck Passiveinkommen. Viele Betreiber größerer alter Internetpräsenzen könnten sich auch tatsächlich auf den über viele Jahre erarbeiteten Strukturen (noch) halbwegs ausruhen, weil ihre Seiten als bewährte Ressource im Laufe der Zeit tausendfach verlinkt wurden und sich über die Jahre viele empfehlenswerte Inhalte oder Forenbeiträge angesammelt haben.

Wer clever ist, wartet allerdings nicht ab, bis irgendwann die Konkurrenz aufgerückt ist oder der Google-Algorithmus mit seinen ständigen Anpassungen den eigenen Erfolg zunichte gemacht hat und ein großes Google-Update die Site komplett aus dem Index spült: Erfolg darf keinem historischen Zufallstreffer zu verdanken sein, wenn man von Website-Einnahmen langfristig leben möchte oder muss; das wäre viel zu riskant. Risikoverteilung ist neben Gewinnmaximierung auch der Grund, warum viele Betreiber so genannter Nischenblogs oder Content-Sites gleich mehrere Projekte parallel betreiben. Außerdem setzt ein kluger Nischenblogger auch immer parallel auf mehrere Einnahmequellen: auf eine Mischung aus Bannern, gekennzeichneten Werbe-Postings, Textanzeigen und Partnerprogrammen beziehungsweise Affiliate-Netzwerken.

Partnerprogramme und Affiliate-Netzwerke

Partnerprogramme werden von vielen Firmen angeboten, die sich höhere Umsätze durch die Verlinkung von Produkten und Paketen auf Nischenblogs versprechen.

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Das bereits 1997 gegründete Netzwerk affilinet gehört mit über 2.500 Partnerprogrammen bei einer halben Million Publishern zu Europas Top-Anbietern von Affiliate-Marketing-Programmen.

Als Blogger meldet man sich bei thematisch passenden Partnerprogrammen an, bekommt eine Partner-ID als Anhängsel für die einzelnen Produktlinks zugeteilt und kann selbst entscheiden, wie viel Zeit man investiert, um Kaufklicks mit Provision über diese Verlinkungen zu erzielen. Nach einiger Zeit oder bei Erreichen einer festgelegten Summe wird ausgezahlt. Voraussetzung für den Erfolg sind vertrauenswürdige Partner und hochwertige Angebote. Weil Partnerprogramme für Website-Betreiber ebenso interessant wie für Anzeigenkunden sind, müssen Sie sich mit Ihrem Nischenblog auch nicht mühsam von Shop zu Shop hangeln, um lukrative Partner einzeln zu ermitteln, sondern können die Dienste eines Affiliate-Netzwerks in Anspruch nehmen. Diese großen Plattforme fassen Partnerschaften von Tausenden von Händlern und Hunderttausenden von "Publishern" zusammen und bieten beiden Seiten so genannte performance-orientierte Lösungen für die Abwicklung.

Wer von einem Affiliate-Netzwerk als Mitglied akzeptiert wurde, kann dort eine oder mehrere Domains melden, einmal alle relevanten Daten eintragen und ab der Freigabe komfortabel aus einem Anbieterkatalog auswählen, um eine automatisierte Bewerbung zu verschicken. Wird diese Bewerbung angenommen, können Sie aus ebenso professionell aufbereiteten Anzeigencodes und Textlinks wählen, bei denen Ihre Partnerkennung bereits integriert wurde, so dass Sie nur noch einen Code-Schnipsel herauskopieren und an der gewünschten Stelle im Blog integrieren müssen.

Je nach Anbieter haben Sie dann auch die Option, vorbereitete Produktdaten aus einem Feed zu ziehen und um eigene Beschreibungstexte zu ergänzen. So können Sie mit verhältnismäßig wenig Aufwand viele Seiten mit Angebotsinformationen erstellen. Auch das Ebay-Partnernetzwerk bietet Ihnen die Möglichkeit, Ebay-Angebotsdaten als Produkt-Feeds in großem Umfang herunterzuladen und auf dem eigenen System zwischenzuspeichern. Produkt-Feeds eignen sich hervorragend für Anwendungen mit hohem Verkehrsaufkommen, wie beispielsweise Preisvergleichsseiten, Sonderangebotsseiten, Treueprogramme und große Portale. Um hochwertigen eigenen Text führt allerdings auch mit den umfangreichsten Daten-Feeds langfristig kein Weg vorbei.

Affiliate-Netzwerke

Mit Blogs Geld verdienen: Google Adsense

Eine echte Website mit interessantem Content ist ebenfalls immer dann Voraussetzung, wenn Sie sich erfolgreich am vermutlich lukrativsten Werbenetzwerk der Welt beteiligen möchten: Google-Adsense-Partner werden zumindest beim ersten Projekt daraufhin überprüft, ob die angemeldete Seite den Qualitätsrichtlinien entspricht.

Adsense ist eine flexible und unkomplizierte Möglichkeit, mit der Schaltung zielgerichteter Bild- und Textanzeigen Einnahmen zu erzielen: Die Textanzeigen passen Sie selbst an das Design der Seite an, die Einrichtung erfolgt im Handumdrehen, ebenso wie die Integration online in die Website. Nach einer kurzen Zeit online werden inhaltlich passende Anzeigen eingeblendet. Je nach Thema und Besucherzahlen lässt sich mit Adsense einiges verdienen - das geht ganz einfach: Sie bestimmen selbst bis ins letzte Detail, wo und wie viele Anzeigen geschaltet werden und auch, welche Anzeigentypen am Wettbewerb um die Platzierung teilnehmen dürfen.

Die Gebote für die Werbefläche werden von den Inserenten in einer Echtzeitauktion abgegeben, es wird immer die Anzeige geschaltet, für die der Inserent am meisten zahlt. Inserenten wiederum können für die Ausrichtung auf Ihrer Website demografische Merkmale, Branchen, geografische Standorte oder URLs verwenden (Placement Targeting) und vor allem auf Grundlage der Erfahrungen mit der eigenen Zielgruppe (interessenbezogene Werbung) Anzeigen schalten.

Empfehlenswerte Links:

Plista: Empfehlungsnetzwerk mit regionaler Kundenansprache Schritt für Schritt zur Affiliate-Site Affiliate Conference 2012 Adsense-Support Hilfeforen

Mit Blogs Geld verdienen: In-Text-Anzeigen

Als Adsense-Publisher ist es für Sie noch wichtiger als bei allen anderen Werbenetzen, sich an alle Regeln zu halten, die der Anbieter (in diesem Fall Google mit mächtigen Überwachungsmöglichkeiten) vorgibt. Denn wer einmal wegen Regelverletzungen ausgeschlossen wurde, bekommt nie wieder einen Account für diese attraktive Einnahmemöglichkeit. Eine Alternative zu Google Adsense sind dann nur noch Anbieter wie Contaxe oder die verschiedenen Plattformen, die neben normalen Textanzeigen auch In-Text-Ads anbieten. Bei In-Text-Marketing erscheint die wie bei Adsense strikt auf den Content bezogene Werbung direkt im Text: Ein Mouse-over erscheint, wenn der User mit dem Cursor über bestimmte Wörter oder Sätze gleitet. Eine Werbeform, die schnell nerven kann und daher nur mit Bedacht eingesetzt werden sollte.

Mit Blogs Geld verdienen: Content, Herzblut und Ausdauer

Das Rezept für eine Website, die Ihnen langfristig ein regelmäßiges Zusatzeinkommen generieren kann, besteht aber nicht nur aus der Auswahl passender Werbeformen. An einem erfolgreichen Nischenblog arbeiten Sie über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder, und dabei ist Qualität statt Quantität angesagt.

Wie erfolgreich Sie sind und ob Sie ein Taschengeld oder Ihr ganzes Einkommen mit einer Website verdienen, hängt von deren Inhalten ab und der Sorgfalt, mit der Sie diese aufbereiten.

Für Erfolg mit Google ist relevanter und eindeutiger Content sogar eine Voraussetzung, die in den Richtlinien für Webmaster verankert ist, Zitat: "Eine der wichtigsten Maßnahmen für ein gutes Ranking in den Suchergebnissen bei Google ist die Gewährleistung, dass Ihre Website viel informativen und nützlichen Content enthält.

Hierzu gehören auch relevante und adäquat eingesetzte Suchbegriffe, die über den Gegenstand Ihres Contents Aufschluss geben. [...] Erstellen Sie Websites mit eindeutigem und relevantem Content. Google trifft Maßnahmen gegen Domains, die für Nutzer keinen Wert haben. Machen Sie sich mit den Google-Richtlinien für Webmaster vertraut".

Ohne eine gewisse Leidenschaft für Ihr Nischenthema und Spaß an der Sache wird der Funke wahrscheinlich nicht auf Ihre Leser überspringen. Es gibt nichts Öderes als Textwüsten, die im Grunde nur für Suchmaschinen erstellt wurden. Die Google-Richtlinien haben diesbezüglich absolut recht: Wirklich erfolgreiche Sites werden immer für Menschen konzipiert und für Menschen geschrieben.

Anbieter von Text- und In-Text-Anzeigen:

Direktvermarktung: Banner

Das einfache oder animierte grafische Banner als Werbefläche wurde schon oft totgesagt, ist aber trotzdem noch lange nicht am Ende: Trotz der vielen Möglichkeiten, kontextsensitive Werbeanzeigen und sich automatisch aktualisierende Werbebanner von Affiliates einzubinden, ist die klassische Bannerwerbung immer noch eine gute Option, mit inhaltlich exakt passenden Werbepartnern zu arbeiten und für interessante Werbeflächen regelmäßige Buchungen zu vergeben. Übliche Bannergrößen:

  • Fullsize Banner 468 x 60
  • Halfsize Banner 234 x 60
  • Vertical Banner 120 x 240
  • Micro Button 88 x 31
  • Button 120 x 90
  • Button 120 x 60
  • Big Button 130 x 80
  • Small Button 137 x 60
  • Square Banner 125 x 125
  • Skyscraper 120 x 600
  • Bold Skyscraper 160 x 600
  • Rectangle 180 x 150
  • Medium Rectangle 300 x 250
  • Big Rectangle 336 x 280
  • Vertical Rectangle 240 x 400
  • Pop-Up 250 x 250
Banner auf der eigenen Site können sogar viel lukrativer sein als Affiliate-Einnahmen auf dem gleichen Werbeplatz, wenn man mit Interessenten direkt verhandelt und eine Platzmiete vereinbart. Allerdings besteht hier immer die Gefahr, dass man eine Werbefläche viel zu günstig anbietet und später (zumindest beim gleichen Werbekunden) nicht mehr erhöhen kann - oder einen zu hohen Preis nennt und Interessenten verschreckt. Hier dem folgenden Link finden Sie Überlegungen zur Preisfindung für einen Bannerplatz.

Mit Blogs Geld verdienen: Paid4-Angebote

Lohnt es sich, für eine Handvoll Euro monatlich mit Werbung belästigt zu werden oder auf Anzeigen klicken zu müssen? Sind die Anbieter seriös? Die User, die sich an Paid4-Angeboten beteiligen, wissen anscheinend, warum sie sich ihr Taschengeld so aufbessern, oder agieren schlicht nach dem Motto "Kleinvieh macht auch Mist" (Forenbeitrag zum Thema).

Im dritten und letzten Teil unserer Serie über das Geldverdienen mit der eigenen Website werden Sie erfahren, welche Möglichkeiten Sie haben, mit einer gut besuchten Website auch ohne Anzeigenschaltung und Werbebanner Einnahmen zu erzeugen. Wer den ersten Teil unseres Ratgebers zum Thema Geld verdienen mit Blogs lesen möchte, der klickt auf den just verlinkten Text.

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