Der Fernseh-Browser

Miro: Video-Player und Web-TV

Media-Player gibt es viele, aber nur wenige sind wie Miro: Dieses trickreiche Internet-Tool lädt automatisch Videos aller Art und aus den unterschiedlichsten Quellen. Wer will, kann sogar eigene Programmkanäle anlegen. magnus.de zeigt, wie einfach Video sein kann.

  1. Miro: Video-Player und Web-TV
  2. Teil 2: Miro: Video-Player und Web-TV
Miro 1.1 - Media Player

© Andreas Winterer

Media-Player gibt's viele, aber nur wenige sind wie Miro: Dieses trickreiche Internet-Tool lädt automatisch Videos aller Art und aus den unterschiedlichsten Quellen herunter.

Schön war die Zeit, als es für Video im Web noch nichts anderes als YouTube gab. Inzwischen braucht man eine eigene Bookmark-Verwaltung, um sich all die Video-Websites zu merken - und am Ende findet man doch nie das Gesuchte. Einen Ausweg bietet der Media-Player Miro. Der ist erstens umsonst und zweitens extrem vielseitig, denn Miro zapft zahllose Quellen im Internet parallel an und schreckt zugleich vor keinem Video-Format zurück: Egal ob DivX, MPEG, Ogg, Quicktime oder Flash - Miro spielt es ab. Weiterer Unterschied zu den meisten anderen Systemen: Miro nutzt ausschließlich freie Quellen im Web, vor allem Video-Podcasts und RSS-Feeds mit Videoinhalten.

Miro 1.1 - Media Player

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Media-Player gibt's viele, aber nur wenige sind wie Miro: Dieses trickreiche Internet-Tool lädt automatisch Videos aller Art und aus den unterschiedlichsten Quellen herunter.

Der größte Unterschied zu Videowebseiten liegt in der Bedienung. Bei Miro braucht der Filmliebhaber keinen Webbrowser, um auf Webseiten nach Videos zu suchen. Miro ist selbst ein Browser - ein auf Videos spezialisierter. Nagelt das die Anwender auf Windows fest? Keineswegs, denn Miro gibt es für Windows ebenso wie für Mac und verschiedene Linux-Derivate. Ein weiterer Unterschied zu YouTube ist die Qualität der Filme: YouTube münzt alle Videos zu Flash-Dateien einer begrenzten Größe um. Nachteil: Filme zeigen Kompressionsartefakte in Form störender Klötzchen. Miro bietet hingegen erstaunlich hohe Qualität.

Spielend einfach: Miro installieren und starten

Der kostenlose Download umfasst etwa 25 MByte, danach haben Sie den Miro-Installer auf der Festplatte. Während der Installation können Sie über Dateiendungen festlegen, welche Multimediaformate Miro an sich binden soll. Miro ist dabei sehr genügsam und greift sich nur Formate, die der Nutzer noch keinem anderen Player zugeordnet hat. Ist beispielsweise kein Quicktime installiert, spielt Miro diese Dateien ab oder sorgt dafür, dass der Windows Media Player weiterhin für MP3s zuständig bleibt. Miro verwendet auch Torrent-Files, weil Miro auch das Bittorrent-System verwendet, um grosse Filme extrem schnell zu laden.

An den weiteren Installationseinstellungen brauchen Anwender so gut wie nichts zu ändern. Ausnahme: Der Nutzer hat die Möglichkeit, Miro so zu konfigurieren, dass der Video-Player beim Hochfahren automatisch startet. Davon ist abzuraten, denn wenn Miro loslegt, kann die Download-Masse den PC schwer ins Stocken bringen. Im nächsten Schritt der Installation durchsucht der Media-Player auf Wunsch Ihre Festplatten nach vorhandenen Videos, um diese direkt in den Player einzubinden.

Miro

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Im großen Bereich navigiert man über den Miro-Guide, im Bereich links finden sich die Kanäle.

Die Bedienoberfläche von Miro ist sehr anwenderfreundlich und übersichtlich. Das Menüfenster dient als eine Art Programmzeitschrift. In dieser organisiert Miro seine Videos in Channels genannte Kanäle. Jeder Channel widmet sich einem Thema wie Naturaufnahmen, NASA-News, Nachrichten oder auch Musikstilen. Wer sich das umfangreiche Angebot noch vor der Installation ansehen will, besucht einfach die Seite miroguide.com.

Webfernsehen auf dreitausend Kanälen

Sofort nach dem Start beginnt Miro, erste Videos zu laden - darunter interessante Einführungsvideos, die es allerdings in englischer Sprache präsentiert. Wenn Sie eine Firewall verwenden, erscheint ein Hinweis, dass die Anwendung auf das Internet zugreifen will - erteilen Sie hier die Erlaubnis.

Anschließend können Sie im großen Hauptbereich erste Channels abonnieren. Miro bietet dabei thematische Pakete an, etwa zu Sport, Musik, Wissenschaft, Technik oder Unterhaltung. Wählen Sie anfangs nur ein oder zwei Pakete, andernfalls steigt die Belastung für den PC sofort spürbar an. Miro abonniert nämlich mit jedem Paket gleich mehrere Channels auf einmal. Der Channel "Tech" fügt zum Beispiel ein halbes Dutzend Videofeeds hinzu, die sich rund um Technik, Gadgets und Websites drehen.

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Miro 1.1 - Media Player
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Media-Player gibt's viele, aber nur wenige sind wie Miro: Dieses trickreiche Internet-Tool lädt automatisch Videos aller Art und aus den…

Miro Guides: die Programmzeitschrift

Die volle Auswahl erhalten Sie über einen Klick auf Miro Guides links oben im Miro-Fenster - derzeit mehr als 3000 Kanäle. Die meisten Videos sind in englischer Sprache, doch inzwischen gibt es auch mehr als 250 Kanäle mit deutsprachigen Inhalten - genug, um die normale Glotze ein paar Tage lang links liegen zu lassen.

Miro

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Über den Bereich Languages/German lassen sich die knapp 300 deutschsprachigen Angebote aufstöbern.

In den Miro Guides wählen Sie den gewünschten Bereich. Popular zeigt Filme, die sich besonders viele Miro-Nutzer angesehen haben, Top Rated nur solche Clips mit besonders hoher Bewertung. Über Categories und Tags finden Sie nach Themen geordnete Filme. Über das Suchfeld kann beliebigen Begriffen gesucht werden. Die Suche nach "Berlin" fördert sofort entsprechende Clips zu Tage, unter anderem den ARD-Videopodcast "bericht aus berlin".

Kanäle hinzufügen, Videos suchen

Kanäle lassen sich mit einem Klick auf Add abonnieren, Sie finden diese dann in der Liste auf der linken Seite des Miro-Fensters. Ein Klick auf einen Kanal öffnet eine Liste mit den darin verfügbaren Videos. Jetzt wird es bunt: Miro kennzeichnet alles Blau, was noch nicht geladen ist, beziehungsweise Grün, wenn es bereits aus dem Internet herunter geladen wurde. Entsprechend hat jedes Video im Vorschaubild einen kleinen blauen Pfeil, um das Video zu laden, oder einen grünen, um seine Wiedergabe zu starten.

Links oben im Miro-Menü finden Sie auch die Videosuche. Diese weitet die Suche nach Videoclips auf die Dienste YouTube, Google Video, Yahoo! Video und andere aus - mit der Funktion Search all können Sie auch alle Dienste parallel durchsuchen. Es kommt aber noch besser: Ist die Suche abgeschlossen - was etwas dauern kann - zeigt Miro den Button Save this Search as a Channel an. Mit diesem speichern Sie die Suche als neuen Miro-Kanal.

Miro

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Alle Elemente -- Videos, Kanäle -- haben Sharing-Funktionen via E-Mail oder Social-Dienste.

Alle Elemente - einzelne Videos, fertige Channels und Kanäle, die Sie selbst erzeugt haben - haben in der Detail-Ansicht einen kleinen Button namens Send To Friend. Über diesen verschickt Miro einen Channel-Link per E-Mail, so dass Sie Ihre Kanäle auch mit Freunden teilen können. Auch einige Social-Bookmarking-Dienste werden unterstützt.

Einstellungen anpassen

Miro braucht sehr viel Platz. Das liegt an den hochwertigen Videos, die massiv Kapazität aufbrauchen. Über File/Options gelangen Sie zu den Einstellungen. Im Register Festplatten-Platz legen Sie fest, nach wie vielen Tagen Miro Videos automatisch löscht. Interessant ist auch das Register Downloads, denn dort lässt sich zum Beispiel festlegen, wo Miro die Videos speichert - je nach Konfiguration ist die zweite Festplatte eines PCs geeigneter als das Systemlaufwerk. In dem Register legen Sie außerdem fest, wie viele Videos Miro gleichzeitig herunterladen soll. Vorgabe ist 10, mit einer kleineren Auswahl entlasten Sie Ihren Internet-Anschluss. Apropos Internet: Eine DSL-Flatrate ist Voraussetzung für den sinnvollen Einsatz von Miro. Wer mit tickendem Gebührenzähler surft, sollte einen Bogen um Miro machen.

Miro

© Andreas Winterer

Über die Optionen lassen sich die Videos auch auf eine andere Festplatte verlegen.

Gibt's zu Miro Alternativen? Ja! Auf der kommenden Seite stellen wir die zwei wichtigsten vor.

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