Kinder und Medien: Diese Tipps helfen

Medientipps für Kinder am PC: Worauf Eltern bei ihren Kindern achten sollten

War es bis vor einigen Jahren noch ausgiebiger TV-Konsum, so bereitet vielen Eltern mittlerweile weit mehr Sorgen, dass ihre Kinder ständig mit dem PC spielen und im Internet surfen. Wir sagen, welche Programme, Spiele und wie viel Zeit für jedes Alter angemessen sind.

Kinder - PC - Medientipps

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Mit dem richtigen Wissen sind Kinder sicher im Netz unterwegs.

War es bis vor einigen Jahren noch ausgiebiger TV-Konsum, so bereitet vielen Eltern mittlerweile weit mehr Sorgen, dass ihre Kinder ständig mit dem PC spielen und im Internet surfen. Wir sagen, welche Programme, Spiele und wie viel Zeit für jedes Alter angemessen sind.

Spezial schule aufmacher

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Raten Sie mal: Wie viele der Kinder im Alter zwischen 6 und 13 Jahren vor dem Computer samt Internet sitzen? Es sind mehr als zwei Drittel, nämlich genau 69 Prozent. Das ergab die aktuelle Kids Verbraucheranalyse 2008. Online ist der Studie zufolge bei den bis Neunjährigen ein Drittel, in der Altersgruppe darüber sind es genau drei Viertel - Tendenz steigend. Ob das nun wenig oder viel, gut oder schlecht ist, sei dahingestellt. Zunächst sind es reine Fakten, mit denen sich insbesondere Eltern auseinandersetzen sollten. Denn das schlichte "Parken" der Kinder vor dem PC ist nun einmal keine gute Lösung - dafür sind die resultierenden Gefahren zu groß! Das beginnt beim Bewegungsmangel, reicht über die unerlaubte Nutzung von Killerspielen, tangiert bei sensiblen Themen wie Papas Steuererklärung oder Mamas Kontakten den Datenschutz und umfasst schließlich die Haftungspflicht der Eltern.

So hat das Landgericht München im Sommer dieses Jahres entschieden, dass die Eltern eines 16-jährigen Mädchens ihre Aufsichtspflicht verletzt hätten, weil dieses rund 70 urheberrechtlich geschützte Fotos ins Web gestellt hatte. Die Eltern müssten vorsorgen, um Schädigungen Dritter durch ihr Kind zu verhindern, argumentierten die Richter in der bayerischen Hauptstadt.

Eltern haften für ihre Kinder

Was also tun? Denn einerseits sollen die Kinder den Umgang mit PC im Allgemeinen und dem Internet im Besonderen lernen, andererseits sind die Probleme nicht zu leugnen. Entscheidend sind vor allem drei Dinge: das Alter der Kinder, der richtige Umgang mit dem neuen Medium sowie die richtige Dosis.Eine gute Einführung bieten die "50 Tipps zum Medienkonsum von Kindern" des Bundesfamilienminsteriums : Geordnet in die Rubriken Fernsehen, Computerspiele, Internet, Handy und Lesen finden Sie hier in kompakter Form wirklich nützliche Hinweise und gute Tipps, was der Nachwuchs vor dem Computer darf und was nicht.Zusammengefasst lässt sich sagen: Interessierte Kinder sollten durchaus früh anfangen, im Internet zu surfen oder vor dem Computer zu lernen und zu spielen. Doch je eher sie anfangen, desto mehr Begleitung durch ihre Eltern ist sinnvoll. Für ein 4-jähriges Kind lautet beispielsweise die Empfehlung: Es kann durchaus schon am PC spielen - aber bitte nicht allein, nicht mehr als ca. 20 Minuten und dazu nicht jeden Tag - ein PC ist eben kein Babysitter. Allein vor dem Rechner zu sein, sollte man dem Nachwuchs dagegen erst nach und nach erlauben. Was die tägliche esamtzeit vor elektronischen Medien, also Fernseher, Computer und Spielekonsole angeht, raten die Experten: Bis zum Alter von 5 Jahren maximal eine halbe Stunde, bis zehn Jahre höchstens eine Stunde und bis 13 nicht länger als 90 Minuten pro Tag.

Kinder und der Rechner

Ab wann sollten die Sprösslinge Ihrer Meinung nach an den Computer gelassen werden?

So früh wie möglich.19.1%
Erst mit dem Grundschulalter.33.9%
Mit dem Beginn der weiterführenden Schule.25%
Wenn sie selbst es wollen.22%

Kindgerechte Internet-Inhalte

Am einfachsten wäre es, was sich die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen wünscht: Man sperrt alle Websites mit kinderpornografischen oder anderen gefährlichen Inhalten. Was naheliegend klingt, ist im weltweiten Internet natürlich illusorisch, sind sich die Experten einig.Was aber machen Kinder mit PC und Web überhaupt? Antworten gibt wieder die bereits erwähnte Studie Kids Verbraucheranalyse : An erster Stelle stehen wie eh und je Spiele. Über 80 Prozent der befragten 6- bis 13-jährigen spielt, dagegen nutzt nur gut die Hälfte den PC für Lernprogramme. Texte oder Briefe schreiben sowie Musik hören erledigen ebenfalls rund die Hälfte.

Medientipps für Kinder

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Spielen steht für Kinder am PC an erster Stelle, gefolgt vom Internet und Lexika.

Fragt man genauer nach den Tätigkeiten im Internet, steht "Infos für die Schule sammeln" mit Abstand an erster Stelle, vor "Infos für die Freizeit sammeln", Online-Spielen, Mails, Chat oder Musik hören. Im Prinzip also alles ganz vernünftig, würde man meinen. Wäre da nicht die andere Seite. Denn das Anschauen von Videos, das Herunterladen von Musik und Spielen oder das Mitmachen bei Gewinnspielen nennen die Kinder ebenfalls. Und da geht es auf YouTube weder immer ganz altersgerecht zu noch wird jeder heruntergeladene Song auch bezahlt. Im Durchschnitt soll jeder Jugendliche mehrere Hundert illegal besorgte Musikstücke besitzen.

Hier helfen neben dem Gespräch zwischen Kindern und Eltern insbesondere solche Seiten, auf denen der Nachwuchs ungestört surfen kann. An erster Stelle ist die Kindersuchmaschine und Spielseite www.blind-kuh.de zu nennen: Dank der zahlreichen Rubriken können die Kleinen hier wirklich etwas lernen, sie ist daher sogar eine gute Wahl als Startseite im Browser. Ab etwa zehn Jahren können Kinder eine gewöhnliche Suchmaschine wie Google nutzen. Daneben sind die Kinderportale www.kindernetz.de und www.seitenstark.de zu nennen. Ausschließlich mit Positivlisten, also mit unbedenklichen Inhalten, arbeitet die Seite www.fragfinn.de. Dahinter steht eine Art sicherer Surfraum, in dem die Kinder im Internet surfen, chatten und spielen können. Damit ist sichergestellt, dass sie sich nur auf kindgerechten Seiten bewegen. Schauen Sie mit Ihren Kindern einfach mal rein.

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