World-Wide-TV

Mediaplayer, Geschwindigkeit

TV als Mediaplayer

Praktisch alle netzwerkfähigen Fernseher bieten Zugriff auf per DLNA freigegebene Dateien. Allerdings ist es hier vor allem auch vom Server abhängig, wie Daten übertragen werden. So beherrschen beispielsweise TVersity (http://tversity.com) und Nero Media Home (www.nero.com) auch das Transcoding in Echtzeit, wenn ein Client ein bestimmtes Format nicht unterstützt.

Viel spannender ist daher die Frage, welche Formate die eingebauten Mediaplayer unterstützen. Wir haben eine USB-Festplatte mit den Testfiles bestückt, mit denen wir auch vor einigen Ausgaben Mediaplayer/Streaming-Clients getestet haben.

Das traurige Ergebnis: Der Philips-Fernseher spielt lediglich AVC-Videodaten ab, die im MP4-Container vorliegen, keine TS-Files und keine MKV-Dateien. Zwar soll TS-Unterstützung folgen, allerdings hat das Gerät auch mit einer Datenratenbeschränkung von rund 10 MBit/s zu kämpfen - Blu-rays erreichen bis zu 40 MBit/s, HDTV-Aufnahmen 20 MBit/s. Ansonsten akzeptierte der Philips im Test WMV-Dateien nur in Standard-, nicht in HD-Auflösung.

Beim Samsung sah es besser aus: Er kennt MPG, TS, VOB, MKV (ohne Kapitel oder Untertitel, dafür aber auch mit AAC-Ton), MPEG-1 und -2, WMV-HD bis 1080p, DivX aber nur in SD. Bei DTS-Ton erscheint eine Fehlermeldung. Files mit HD-Audioformaten werden in der Auswahl gar nicht erst angezeigt. Größere Probleme macht ausgerechnet TS: Der Ton blieb bei unseren Testfiles stumm (bei MKV funktionierte es), zudem wurde bei SD-Aufnahmen das 16:9-Flag ignoriert und das Bild 4:3 dargestellt - entsprechend gestaucht und mit Balken links und rechts.

Unter dem Strich kommen beide integrierten Mediaplayer nicht an die Leistung z.B. eines WDTV-Players heran, der bereits für 80 Euro im Online-Handel erhältlich ist.

Geschwindigkeitsmessung

Wer mal eben aktuelle Nachrichten, Sportergebnisse oder das Wetter abrufen will, bekommt die Informationen dank Videotext heute innerhalb weniger Sekunden auf dem Fernseher präsentiert. Viele Geräte arbeiten zudem mit einem Puffer, der alle Seiten im Hintergrund speichert, sodass eine Seite im Bruchteil einer Sekunde angezeigt wird. Aber wie lange dauert das bei den neuen Internet-Fernsehern?

Wir haben die ungefähre Dauer in Sekunden gemessen und geben zum Vergleich die Werte eines Medion E1210-Netbooks (nicht HD-fähig; Auflösung: 1360x768; auch 1920x1080 einstellbar) mit 2 GByte RAM (Normalausstattung: 1 GByte) und Windows 7 an. Die Bootzeit von 55 Sekunden von der BIOS-Meldung bis zum Log-in-Screen haben wir nicht in der Tabelle aufgelistet, ebenso wenig wie die Einschaltzeit der Fernseher.

Philips 52PFL9704H/12 Samsung UE40B8090XP Medion E1210 (Atom-Netbook)
Start Internet-Funktion 20 sec 25 sec 7 sec (Firefox)
Nachrichten 13 sec (Tagesschau) 5 sec (Yahoo News) 1 sec (Tagesschau)
Wetter/aktueller Ort 6/2 sec (Wetter.com) 7/5 sec (Yahoo Weather) 3/4 sec (Wetter.com)
YouTube 25 sec 25 sec 5 sec

Mehr zum Thema

übersicht, router, pc, provider
DHCP-Server richtig einsetzen

Wer zu Hause ein Netzwerk aufbaut, sollte über DHCP Bescheid wissen. Denn so vermeiden Sie Frust und Fehlfunktionen im heimischen LAN.
western digital, App, Photos, Adroid, iOS, live hub
Streaming Clients

Wer ein WD TV Live Hub Media Center besitzt und für WDs Remote Access Service registriert ist, der kann mit der neuen Photos-App von Western Digital…
Der Siegeszug der Webradios
Internet killed the Radiostar

Webradio liegt im Trend, keine Frage. Dennoch ärgern sich noch viele mit den wackeligen Antennen und rauschenden Signalen ihrer Analoggeräte herum.…
Videoschnittprogramme im Vergleichstest
Blu-rays böse Stiefkinder

Das HD-Zeitalter ist inzwischen auch bei Mediaplayern und Streaming-Clients angekommen: Full-HD-Wiedergabe ist Standard und bereits für unter 100…
Neue HD-Mediaplayer im Überblick
Nachzügler

Die Anzahl der Hersteller, die HD-Mediaplayer mit in ihr Portfolio aufnehmen, wird immer größer. Aber es sind nicht einfach nur Clones bereits…