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Linux-Augenschmeichler Mediacenter Elisa

Mit VDR, MythTV und LinuxMCE gibt es bereits leistungsfähige Linux-Mediacenter. In puncto Ästhetik und Nutzerfreundlichkeit besteht noch Nachholbedarf. Nicht so bei Elisa. Wir erklären im Detail, wie sie das Mediacenter rasch einrichten und problemlos nutzen.
Mediacenter Elisa: Cover-Flow-Ansicht
Dem iPhone-Original mindestens ebenbürtig: die Cover-Flow-Animation in Elisa.

Linux-Augenschmeichler Mit VDR, MythTV und LinuxMCE gibt es bereits leistungsfähige Linux-Mediacenter. In puncto Ästhetik und Nutzerfreundlichkeit besteht noch Nachholbedarf. Nicht so bei Elisa. Wir erklären im Detail, wie sie das Mediacenter rasch einrichten und problemlos nutzen.

Keine Frage – Elisa ist ein echter Hingucker: Der Startbildschirm mit seinen dreidimensionalen, im Kreis angeordneten Menüs und sanft schimmernden Reflexionen auf schwarzem Hintergrund wirkt edel. Schick auch die allgegenwärtigen Transparenzeffekte. So ist es möglich, in den Medienlisten zu stöbern, während zeitgleich Filme und Diashows sanft abgedunkelt im Hintergrund weiterlaufen. Elisa nutzt dafür die 3D-Beschleunigung moderner Grafikkarten, zum Einsatz kommt OpenGL 1.3.

Zugleich ist ein installierter OpenGL-fähiger Grafiktreiber Voraussetzung. Das erklärte Ziel der Programmierer ist eine Mediacenter-Lösung, die einfach zu bedienen und zugleich plattformübergreifend einsetzbar ist. Neben Versionen für Linux sind daher unter anderem Portierungen für Mac OS und Windows geplant. Mittelfristig soll Elisa auch auf Spielkonsolen sowie Smartphones, PDAs und portablen Video-Playern laufen.

Mediacenter Elisa: Cover-Flow-Ansicht

Dem iPhone-Original mindestens ebenbürtig: die Cover-Flow-Animation in Elisa.

Feature-Show

Für die Wiedergabe von Multimediadateien nutzt Elisa das GStreamer-Framework. Die Liste der unterstützten Multimedia- und Containerformate fällt entsprechend umfangreich aus und lässt sich leicht über die Installation zusätzlicher GStreamer-Plug-ins erweitern.

Fluendo – die Firma, die maßgeblich hinter der Entwicklung von Elisa steckt – bietet auf ihrer Site () zusätzliche, teils kommerzielle GStreamer-Plug-ins (Fluendo Plugins) für die Wiedergabe proprietärer Multimediaformate wie Windows-Media-Video an.

Transparenzeffekte und Miniaturvorschau verleihen dem Look-and-Feel den letzten Schliff.
Transparenzeffekte und Miniaturvorschau verleihen dem Look-and-Feel den letzten Schliff.

Die Basisinstallation von Elisa stellt lediglich Grundfunktionen zur Verfügung. Das Gros des Funktionsumfangs ist über Plug-ins realisiert, die derzeit noch größtenteils gemeinsam mit dem Basis-Setup installiert werden. Künftig sollen Plug-ins über ein eigenes Repository bereitgestellt werden. Schon jetzt bietet Elisa eine gute Integration von Web-2.0-Diensten.

So finden sich im optionalen elisaplugins-ugly-Paket entsprechende Plug-ins, die Inhalte aus Flickr und YouTube direkt über die Mediacenter-Oberfläche zugänglich machen. Mitte Juni soll ein weiteres Plug-in erscheinen, das Zugriff auf Last.fm-Streams bietet, inklusive Zusatzfunktionen, um Titel weiterempfehlen, zur eigenen Favoritenliste hinzufügen oder auch abwählen zu können.

Dank der Unterstützung von Streaming-Protokolle wie UPnP/DLNA und DAAP besteht zudem die Möglichkeit, Elisa als Streaming-Server/Client einzusetzen. Couch Potatoes werden sich über das integrierte LIRC-Plug-in freuen, mit dem sich Elisa bequem per Fernbedienung vom Sofa aus steuern lässt – eine LIRC-kompatible Fernbedienung vorausgesetzt.

Zur vollwertigen Mediacenter-Lösung fehlt Elisa lediglich noch ein TV-Modul nebst entsprechenden Aufnahmemöglichkeiten für Analog- und Digital-TV. Ein DVB-TV-Modul befindet sich bereits in der Entwicklung und soll schon mit dem nächsten Release Einzug in Elisa halten. Auch eine funktionierende Version eines Analog-TV-Moduls ist in der Mailing-Liste des Elisa-Projekts bereits aufgetaucht.

Erste Schritte

Standardmäßig startet Elisa im Vollbildmodus, was Sie durch den Druck auf die Taste [F] verändern können. Im Hauptmenü finden sich Auswahlmöglichkeiten für Fotos, Videos, Musik, Programmeinstellungen sowie eine noch nicht funktionsfähige weitere Konfigurationsschaltfläche. Diese soll künftig unter anderem Zugriff auf die Einstellungen der noch in der Entwicklung befindlichen Plug-ins Weather, Webcam und WebTV bieten.

Unter den Programmeinstellungen findet sich bislang nur ein Theme-Switcher, der ein Umschalten zwischen verschiedenen Designs erlaubt, von denen bislang drei verschiedene zur Auswahl stehen. Nettes Gimmick: Das dreidimensionale Menü-Karussell lässt sich nicht nur per Cursor-Tasten und Fernbedienung in Bewegung setzten – einmal mit der Maus bei gedrückt gehaltener linker Maustaste angeklickt, folgt es bereitwillig jeder horizontalen Mausbewegung.

Für die Medienanzeige in den Rubriken Video, Audio und Pictures stehen jeweils drei verschiedene Anzeigemodi zur Auswahl: eine Listen- und eine Cover-Flow-Ansicht sowie eine Miniaturvorschau inklusive Zoom-Funktion. Die Cover-Flow-Animation kommt dabei dem Apple-Vorbild erstaunlich nahe.

Die Navigation innerhalb der Medienrubriken ist hierarchisch organisiert: Ein Doppelklick auf einen der angezeigten Ordner führt jeweils zur untergeordneten Verzeichnisebene. Für den Rückweg steht eine separate Back-Schaltfläche bereit. Alternativ führt ein Druck auf die Leer- oder Backspace-Taste zurück zur vorherigen Verzeichnisebene. Eine Suchfunktion ist derzeit leider noch nicht implementiert.

Weiteres Manko: Bei umfangreichen Mediensammlungen ist die Medienauswahl zuweilen mühselig, da die angezeigten Listen sehr lang werden und der Zugriff ein langwieriges Scrollen erfordert. Bis entsprechende Filteroptionen oder Suchfunktion zur Verfügung stehen, bieten sich die Nummerntasten eins bis neun auf der Tastatur an.

Sie gliedern die angezeigte Liste in virtuelle, gleich große Abschnitte und ermöglichen so immerhin ein grobes Ansteuern der gewünschten Listenposition. Standardmäßig durchsucht Elisa nach dem Start automatisch lokale sowie Netz- und Wechsellaufwerke nach Multimediadateien und fügt diese der eigenen Mediendatenbank hinzu.

Netzwerkzauber

Allein auf weiter Flur: Lediglich mit dem UPnP-Mediaserver MediaTomb ließ sich Elisa im Test zur Zusammenarbeit bewegen.
Allein auf weiter Flur: Lediglich mit dem UPnP-Mediaserver MediaTomb ließ sich Elisa im Test zur Zusammenarbeit bewegen.

Etwas hakelig ist derzeit noch die Multimedia-Netzwerkfunktionen von Elisa. Zwar unterstützt Elisa prinzipiell die Multimediaprotokolle UPnP sowie DAAP, aber bei unseren Tests hatten wir noch mit argen Problemen zu kämpfen. Einerseits lässt sich Elisa derzeit nur als Client (AV Media Renderer) einsetzen, wobei es bezüglich der Wahl des UPnP-Servers äußert wählerisch ist: Elisa findet weder den UPnP-Server von TwonkyVision, der eigentlich wegen seiner Standardkonformität einen guten Ruf genießt, noch die UPnP-MediaServer von Nero, WinDVD oder dem Windows Media Player 11 im Netz.

Einzig mit dem freien UPnP-MediaServer MediaTomb () ließ sich Elisa zur Zusammenarbeit bewegen und zeigt im Audio-, Video- und Pictures-Fenster eine separate Rubrik Home network an, über die der Zugriff auf die MediaTomb-Shares gelingt.

Das DAAP-Plugin ließ sich unter Ubuntu 7.10 erst gar nicht aktivieren. Das Problem ist den Entwicklern bekannt, ein Fix ist hingegen nicht geplant. Mehr Erfolg hatten wir unter OpenSuse 10.3. Hier gelang es uns, unter Elisa via DAAP unter anderem auf Freigaben von Rhythmbox, Banshee und Amarok zuzugreifen. Wie das UPnP-Plug-in ist auch das DAAP-Plug-in bislang auf die Funktion als Media Renderer beschränkt. DAAP-Serverfunktionen, um Inhalte aus Elisa beispielsweise in iTunes abspielen zu können, sind aber bereits geplant.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie sie komfortabel Ihre Musik, Videos und Fotos mit Elisa präsentieren.

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