Neue Funktionen vor Netflix-Start

Maxdome - neuer Look, neue Apps, klarere Struktur

Mit einer ganzen Reihe an optischen und inhaltlichen Neuerungen im Angebot läutet die größte deutsche Onlinevideothek Maxdome ihre nächste Entwicklungsstufe ein. Maxdome-Chef Andreas Heyden hat sie uns im Detail erklärt.

Maxdome auf dem TV

© Maxdome

Die neue Maxdome-App auf Smart-TVs startet zuerst auf Samsung-Geräten. Im Laufe des kommenden Monat folgen die Versionen für Panasonic, Sony und andere Marken.

"Wir haben unseren Kunden zugehört und reagieren auf viele Wünsche, die in den letzten Jahren an uns heran getragen wurden", sagt Maxdome-Geschäftsführer Andreas Heyden im Exklusiv-Gespräch mit video. Das klingt nach gut einstudiertem Marketing-Sprech, umschreibt aber dennoch, was die Macher der größten deutschen Onlinevideothek alles vorbereitet haben.               

Maxdome dürfte nicht nur das derzeit größte Angebot an Leih-, Kauf- und Flatrate-Filmen auf dem deutschen Markt haben, es ist auch das Angebot, das am nächsten am Fernsehen hängt. Hier gibt es beispielsweise Live-Sendungen zu sehen, die auf keinem Sender ausgestrahlt werden. In letzter Zeit waren das etwa Wrestling-Shows oder das Dauerprogramm von "Promi Big Brother". Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, doch mit dieser Vielfalt hat Maxdome nicht nur ein besonderes Angebot, sondern auch ein recht Unübersichtliches - bisher jedenfalls.

Videothek mit drei Abteilungen und XXX-Ecke

Die verschiedenen Angebote sollen künftig klarer strukturiert werden: Maxdome räumt sein Angebot auf und unterteilt es künftig in mehrere Bereiche:

  • maxdome Store: Hier gibt es aktuelle Blockbuster und Serien, die man im Einzelabruf kaufen und/oder leihen kann, ganz nach dem Vorbild des iTunes Store von Apple. Das Angebot bleibt wohl vergleichbar mit dem bisherigen Leih- und Kaufangebot von Maxdome und wird weiter aktualisiert - wie bisher.
  • maxdome Monatspaket: Das bisherige Paket von Maxdome mit älteren Filmen und TV-Inhalten - also Fernsehfilmen aus dem Fundus von Pro7, Sat1 und anderen Sendern sowie deutschen und ausländischen TV-Serien zum Pauschalpreis. Für 7,99 Euro pro Monat - ohne Vertragslaufzeit und mit monatlichem Kündigungsrecht - bekommt der Kunde hier eine große Auswahl zur freien Verfügung. Das Angebot soll in nächster Zeit deutlich ausgebaut werden. Vor allem die Zahl kompletter Serien soll deutlich erweitert werden, versprach Andreas Heyden im Hintergrundgespräch. Damit will man, mehr als bisher, dem Wunsch vieler Serienfans nach dem so genannten "Binge Watching" entsprechen - ab sofort seien Serien wie "The Walking Dead", "Californication", "Navy CIS L.A.", "Spartacus", "Lost" und "Grey's Anatomy" komplett verfügbar. Aktuell ausgestrahlte Serien wie "Castle", "Under The Dome", "Criminal Minds" und weitere soll es weiterhin für Paketkunden eine Woche vor und einige Wochen nach der TV-Ausstrahlung exklusiv geben - aber eben nicht mit ausnahmslos allen Folgen und Staffeln gleichzeitig.
  • maxdome Live: Hier bündelt Maxdome alle seine Live-Streams. Kunden können gegen Gebühr bestimmte Live-Events per Streaming verfolgen, die in dieser Form nicht im Fernsehen zu sehen sind - in letzter Zeit eben Wrestling- und Big-Brother-Specials. Weitere Inhalte sollen hier aber nach und nach folgen.

Nichts ändern soll sich indes am Erotikangebot bei maxdome. "nightclub.de" bringt weiterhin unabhängig vom Hauptangebot - aber damit verlinkt - Soft- und Hard-Erotik auf den Computer- und TV-Bildschirm. Der Zugang erfordert ein eigenes Login und, für Pornofilme, eine unabhängige Altersfreigabe per Post-Ident-Verfahren und mit zusätzlichem Kennwort. Verbunden sind die Angebote aber durchaus: Maxdome-Paket-Kunden bekommen auch weiterhin drei Freifilm-Gutscheine für nightclub.de pro Monat geschenkt.

Maxdome PC-Oberfläche

© Maxdome

Die Menüoberfläche am PC soll heller und freundlicher wirken. "unisex" nennt das maxdome-Chef Andreas Heyden.

Neues Logo, neuer Look

Als weitere Neuerung haben die Maxdome-Macher die Optik des Angebotes aufgefrischt. Statt der bisher eher kantigen, männlichen Erscheinung solle maxdome jetzt "unisex" aussehen, so Andreas Heyden. Dazu gehört ein insgesamt helleres Menü auf Smart-TVs sowie eine hellere Webseite am Computer. Das Logo soll mit runder Schrift auffallen statt mit dem bisherigen, scharf herausstechenden X.

Die überarbeitete Webseite geht noch in dieser Woche an den Start, ebenso die Smart-TV-App auf Samsung-Geräten. Andere Smart-TV-Apps sowie die Anwendungen auf Mobilgeräten sollen im Laufe des Monats auf das neue Design angepasst werden. An den Funktionen der Apps ändert sich vorerst nichts. Man kann also weiterhin auf iPad- oder Android-Apps nur Filme aus dem Paket schauen oder solche, die man zuvor am Computer gekauft oder geliehen hat. Auf dem Smart-TV sind dagegen Paket- und Store-Filme sowie Live-Events direkt abrufbar.

Bessere Bedienung kommt - nach und nach

Begleitend dazu kündigt Andreas Heyden an, dass man auch intensiv am Nutzungserlebnis von Maxdom arbeite. "Wir führen eine überarbeitete Recommendation Engine ein, die dem Kunden noch besser als bisher Filme und Serien vorschlägt, die zu seinen Sehgewohnheiten passen." Allerdings, so Heyden, gelte aus seiner Sicht auch weiterhin: "Content is king". Nur mit einer möglichst guten Auswahl an attraktiven Filmen und TV-Serien könne man eben am Besten neue Kunden gewinnen. Ob man die aber auch nach ein paar Monaten halten könne, das hängt seiner Meinung nach maßgeblich davon ab, wie leicht der Nutzer neue, für ihn optimal passende Filme bei maxdome entdeckt.

Woran man ebenfalls arbeite, sei eine Verbesserung des Players: Bei Maxdome muss sich der Nutzer innerhalb einer Serie derzeit noch selbst merken, welche Folge welcher Staffel er zuletzt gesehen hat. Konkurrenten wie Watchever, Amazon Prime und vor allem Netflix nehmen das ihren Zuschauern mehr oder weniger bequem ab. Teils starten sie sogar automatisch die nächste Folge, sobald eine Episode zu Ende geschaut wurde - optimal für klickfaule Binge-Watcher. Doch auch in Spielfilmen ist eine solche Resume-Funktion praktisch: Wird man zwischendurch unterbrochen und will den Film nach einem Neustart des Angebotes weitergucken, dann startet die Wiedergabe auf Wunsch von der letzten Stopp-Position. Das klappt bei maxdome bisher nicht, soll aber in den nächsten Monaten ebenfalls kommen, verspricht Andreas Heyden.

Wo bleiben Tatort, Cobra 11 und Die Zwei?

Woran maxdome auch noch arbeitet, ist die Komplettierung seiner Filmsammlung mit attraktiven deutschen TV-Inhalten. Es gibt hier zwar einen großen Teil der Serien zu sehen, die in der Senderfamilie aus Pro7, Sat1, Kabel1 und Sixx produziert oder ausgestrahlt werden. Doch aktuelle Top-Serien anderer sind klar unterrepräsentiert - und schwer zu bekommen, sagt der maxdome-Chef. Er habe schon häufig versucht, etwa den ARD-Tatort als Preview zu lizensieren, sagt Andreas Heyden - leider ohne Erfolg. Auch Filmjuwelen aus öffentlich-rechtlichen Fernsehspielen sind nur in überschaubarer Zahl vertreten, RTL-Produktionen wie "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten", "Alles was zählt" oder "Alarm für Cobra 11" fehlen fast gänzlich.

Die Liste ließe sich um hunderte ältere ARD- oder ZDF-Kinderserien sowie TV-Krimis wie "Die Zwei" oder "Polizeiruf" ergänzen. Das Problem liegt wohl weniger bei maxdome. Offenbar wollen die deutschen Rechteinhaber ihre Inhalte häufig nicht an die führende Onlinevideothek lizensieren. Fürchten sie eher die Konkurrenz oder um ihre TV-Zuschauerquoten? Schließlich sind die Rechtevermarkter von ARD und ZDF ja Tochterunternehmen der öffentlich-rechtlichen Sender, die trotz Gebührenfinanzierung im Quoten-Wettbewerb stehen. RTL betreibt mit RTL Now selbst eine Onlinevideothek, die allerdings kein vergleichbares Paketangebot bietet wie Maxdome, Watchever oder Netflix - und auf kaum Wohnzimmergeräten verfügbar ist.

Bleibt das Angebot an UHD- beziehungsweise 4K-Inhalten. Hier zeigt Maxdome auf der IFA 2014 zusammen mit Samsung erstmals öffentlich, dass dies möglich und in Planung ist. Einen Starttermin hierfür gibt es aber derzeit noch nicht. Vor nächstem Jahr dürfte es hier kein offizielles Angebot geben - Netflix und Amazon wollen da früher dran sein. Doch angesichts der bisher geringen Verbreitung an UHD-TVs muss man hier vielleicht auch nicht unbedingt als Erster vorweg preschen.

Fazit: Höchste Zeit!

Der neue Auftritt kommt zur rechten Zeit - und keinen Tag zu früh. Auch wenn bei maxdome niemand gerne den Namen des neuen Konkurrenten Netflix in den Mund nimmt: Er startet in wenigen Tagen, und gegen ihn muss man sich wappnen. Da sind ein neuer Look, klar getrennte Abteilungen und überarbeitete Apps auf den verschiedenen Abspielgeräten ein guter erster Schritt. Der US-Konkurrent - und übrigens auch die deutschen Paketangebote von Watchever und Amazon - bieten bereits jetzt individueller aufbereitete Angebote mit mehr persönlichen Empfehlungen. Beide haben komfortablere Player und häufig auch schnelleres Streaming als maxdome. Doch auch das kann ja noch werden, sofern das maxdome-Team sein Angebot weiter engangiert ausbaut.

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