Sicherheit im Netz

Malware - Angriff und Abwehr

Nie war die Zahl der Malware-Bedrohungen größer als im Jahr 2010: Virenschreiber, Spammer und skrupellose Cybergangs machen Jagd auf Nutzer des Windows-Betriebssystems - vor allem in sozialen Netzen wie Facebook. Mit einem aktuellen Virenscanner und der richtigen Abwehrstrategie bleiben Sie jedoch immer auf der sicheren Seite.

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laptop, krank, fieber

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laptop, krank, fieber

Alarmstufe Rot für alle aktuellen Windows-Versionen! Diese Warnung gaben im Sommer 2010 IT-Sicherheitsexperten auf der ganzen Welt wegen der so genannten LNK-Sicherheitslücke aus. Hintergrund: Ein Fehler in der Windows Shell bei der Auswertung von Dateiverknüpfungen (LNK-Files) lässt sich von Angreifern ausnutzen, indem schon bei der Anzeige der Datei-Icons schadhafter Code auf dem PC gestartet wird.

Ende Juli wurden bereits zahlreiche Trojaner gesichtet, die diesen Fehler zur Verbreitung genutzt haben. Microsoft reagierte zunächst mit einem unbeholfenen Workaround, um die ahnungslosen Anwender zu schützen. Im August desselben Jahres folgte dann der überfällige Patch MS10-046.

Zahl der Exploits nimmt zu

Software-Abo

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Hinter falschen Virenmeldungen verbergen sich Malware-Programme oder Software-Abos.

Exploits, also Angriffe auf vorhandene Sicherheitslücken in Systemen, machen einen Großteil der offiziell verzeichneten Online-Attacken weltweit aus. Der deutlich verbesserte Systemschutz in Windows 7 kann Cyberkriminelle nicht stoppen. Wurde eine neue Schwachstelle in Windows gefunden und detailliert beschrieben, dauert es nur wenige Stunden, bis die Täter den passenden Schadcode komponiert haben, um sich Zugang zu PCs und ganzen Netzen zu verschaffen.

Privatanwender sind diesen Angriffen allerdings nicht schutzlos ausgeliefert. Schneller als Microsoft einen Patch veröffentlicht, reagieren in der Regel die Hersteller von Antiviren-Software, die Workarounds oder kleine, kostenlose Schutzprogramme zur Verfügung stellen, die als Erste-Hilfe-Maßnahme ausreichen.

Web-2.0-Anwender im Fadenkreuz

Allein Facebook zählt weltweit über 350 Millionen Mitglieder. Kein Wunder, dass Spammer und Virenschieber vermehrt diese Zielgruppe ins Visier nehmen, um Werbung und Schadsoftware möglichst breit zu verteilen. Seit mehr als zwei Jahren treibt beispielsweise der Wurm "Koobface" bei Facebook sein Unwesen - in unterschiedlichen Kostümierungen und Varianten.

Per private Message wurden die Opfer jüngst aufgefordert, Porno-Videos oder vermeintliche Flash-Player-Upgrades zu laden. Koobface ist das Konstrukt eines Botnetzes - und kein Einzelfall. Eine wachsende Zahl von Cybergangs macht bei MySpace, Twitter, Picasa, Flickr und vielen weiteren Netzen Jagd auf User-Accounts und private Daten, um dort gezielt Spam und Schadcode zu versenden.

Virenspezialist BitDefender berichtete im letzten August sogar von einem Facebook-Hacker-Kit, mit dessen Hilfe selbst Einsteiger sehr schnell Passwörter ausspionieren können. Daher ist es äußerst wichtig, auch in sozialen Netzen vermeintliche Software-Geschenke und Download-Angebote mit der gleichen Skepsis zu beurteilen, wie im offenen Internet - selbst wenn diese Mails von Bekannten stammen.

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