Quo vadis, LTE?

LTE-Tarife im Vergleich

Viele Kunden sind beim Thema LTE noch unschlüssig. Wir sagen Ihnen, ob Netzausbau und Datentarife LTE überhaupt schon attraktiv machen.

Mobiltelefonieren

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Da will man schnell noch auf dem Heimweg die Zeit nutzen und Videos auf Youtube checken, doch mitten in der Videowiedergabe hängt der Stream - nicht ungewöhnlich im überlasteten UMTS-Netz. Wie schön, dass mit LTE (Long Term Evolution) ein Standard zur Verfügung steht, der hier für Abhilfe sorgen soll.

Dafür stehen zwei Faktoren: Zum einen ist LTE in Deutschland gleich mit allen drei LTE-Frequenzbändern von 800 MHz, 1,8 GHz und 2,6 GHz vertreten. Zum anderen versorgen UMTS-Stationen die Kunden mit 2,1 GHz in einem Radius von fünf Kilometern. LTE-Stationen mit 800 MHz bringen es übrigens sogar auf 10 Kilometer Reichweite - in der Praxis braucht es also mindestens die vierfache Anzahl an Mobilfunkstationen, um die gleiche Fläche mit UMTS zu versorgen wie mit LTE.

LTE noch eher verfügbar als UMTS

UMTS im 2,1-GHz-Netz hat zudem noch große Lücken, die wegen der dazu benötigten hohen Zellenzahl vermutlich nie geschlossen werden. Von daher ist abzusehen, dass schon in naher Zukunft die Chance höher sein dürfte, auf dem Land eine schnelle Datenverbindung per LTE als per UMTS zu bekommen - wenn man beim richtigen Betreiber ist.

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Long Term Evolution, auch 4G genannt, schafft eine Datenübertragung von bis zu 300 MB it pro Sekunde, schneller als so mancher DSL-Anschluss.

Hinzu kommt, dass man die bestehende Infrastruktur der Sprachtelefonie nutzen kann. Die nahezu flächendeckend verfügbare 900-MHz-GSM-Infrastruktur erleichtert den Netzbetreibern mit 800-MHz-LTE-Lizenz - also O2, Telekom und Vodafone - dadurch den Ausbau ihrer Infrastruktur. Im Prinzip müssen sie vorhandene Standorte nur um zusätzliche Sendeeinrichtungen für LTE 800 erweitern.

Vorreiter Telekom und Vodafone

Die Telekom setzt mit ihrer Strategie innerhalb von Städten darauf, dass ihr Netz an Mobilfunkstandorten für UMTS mit 2,1 GHz in größeren Städten mehr als eng genug steht, um mit LTE bei 1,8 GHz gute Versorgung auch innerhalb von Häusern zu gewährleisten. Vodafone dagegen schwört bisher wie auf dem bereits gut ausgebauten Land auch in den Städten auf das 800-MHz-Band. Damit schafft das Unternehmen optimale Voraussetzungen, um selbst tief in Gebäuden gute Abdeckung zu gewährleisten - was momentan noch eher zu wünschen übrig lässt.

Spätzünder E-Plus und O2

E-Plus will, sobald der Bedarf an Kapazität das bisherige Netz überlastet, wie die Telekom auf LTE 1800 setzen. Dafür hat der Netzbetreiber bereits einige Vorarbeit geleistet: Beim recht spät erfolgten Ausbau des UMTS-Netzes auf HS PA+ wurden die GSM-1800-Stationen bereits auf LTE 1800 vorbereitet. So kann die Bereitstellung von mehr Kapazitäten für den mobilen Daten-Highway nun mit vergleichsweise geringem Aufwand erfolgen.

Vodafone geht davon aus, dass sie LTE erst in diesem Jahr anbieten können. Das Angebot soll bereitstehen, sobald die entsprechende Nachfrage da ist. Auch O2 hat sich bei der Breitbandversorgung der weißen Flecken trotz vorhandener 800-MHz-Lizenz bislang nicht hervorgetan. Da die Regulierungsauflagen mit einem gewissen Kontingent an versorgten Städten und Gemeinden nun in allen Bundesländern erfüllt sind, kann auch O2 mit dem Ausbau in den Städten beginnen.

Derzeit ist O2 LTE in Berlin, Frankfurt/Offenbach, Köln, München, Nürnberg, Dresden und Halle/Leipzig verfügbar. In Hamburg, Düsseldorf, Duisburg und Essen ist der Rollout noch im Gange.

Fazit

Dank flexibler Frequenzen von 800 MHz bis 2,6 GHz ist LTE sowohl zur Versorgung bevölkerungsarmer Gebiete wie auch zur Ausrüstung von vielgenutzten Hotspots geeignet.

Daher entwickelt sich LTE schnell zum vergleichsweise preiswerten Problemlöser bei schlechter Versorgungslage auf dem Land und in verstopften Stadtnetzen. Wer unter den Schwachstellen des ländlichen Raums und dem Getümmel in den Städten leidet, tut gut daran, beim nächsten Smartphone-Kauf auf LTE in der Featureliste zu achten.

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