Linux-Multimedia fürs Wohnzimmer

Linux-Multimedia fürs Wohnzimmer

Der PC als Home-Entertainment-System: Fernsehen, digitaler Videorekorder und Multimedia-Jukebox in einem. Unter Linux können Sie mit der freien Software MythTV alle Wunsch-Funktionen realisieren.

  1. Linux-Multimedia fürs Wohnzimmer
  2. Teil 2: Linux-Multimedia fürs Wohnzimmer
Linux-Multimedia fürs Wohnzimmer

© Michael Mielewcik

Linux-Multimedia fürs Wohnzimmer

Der PC als Home-Entertainment-System: Fernsehen, digitaler Videorekorder und Multimedia-Jukebox in einem. Unter Linux realisieren Sie mit der freien Software MythTV alle Wunsch-Funktionen.

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Mit MythTV von www.mythtv.org verwandeln Sie Ihren Linux-PC in eine Multimedia-Wunderwaffe. Als kostenlose Konkurrenz zur Windows XP Media Center Edition erlaubt MythTV über ein wohl strukturiertes grafisches Frontend den Einsatz des PCs als Fernseher und Videorekorder. Über Plug-ins erweitern Sie die Funktionen von MythTV beliebig, sodass auch die Wiedergabe von DVDs und Video-CDs sowie allen gängigen Video-, Audio- und Bildformaten möglich ist. Der Einsatz von MythTV ist dabei primär für die Verwendung im Vollbildmodus, besonders für den Betrieb am Fernseher konzipiert.

Voraussetzungen

Für den Einsatz von MythTV muss Ihr Rechner nur wenige Hardware-Voraussetzungen erfüllen. Zunächst benötigen Sie einen halbwegs schnellen Prozessor (ab 800 MHz) mit einer funktionsfähigen TV-Karte. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich hierbei um ein analoges oder digitales Modell handelt, solange dieses von den Treibern des Linux-Kernels unterstützt wird. Digitale TV-Karten haben gegenüber den älteren, ebenfalls von MythTV unterstützten, analogen Modellen einige Vorteile: Dazu zählen neben einer besseren Bildqualität die Möglichkeit, Sendungen ohne Neukodieren im MPEG2-Format aufzunehmen, und der Empfang einer elektronischen Programmzeitschrift (EPG). Welche Modelle unter Linux zur Zeit unterstützt werden, lesen Sie unter www.linuxtv.org nach.

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Das Hauptmenü von MythTV ermöglicht Zugriff auf Live-TV, Aufnahmen und eigene Video- und Audio-Files.

Die Installation von MythTV gestaltet sich von Linux-Distribution zu Linux-Distribution unterschiedlich. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie Sie MythTV unter openSUSE 10.0 oder höher einrichten können. Als Erstes müssen Sie verschiedene Software-Pakete als Voraussetzung für den Betrieb von MythTV installieren. Die wichtigste Voraussetzung ist die Installation der MySQL-Datenbank, da MythTV hierüber später die Zeitpunkte von Aufzeichnungen und andere wichtige Daten hinterlegt. Die MySQL-Datenbank können Sie via YaST einfach online oder von DVD/CD nachinstallieren.

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MythTV-Installation

Die RPM-Pakete für MythTV sind auf den openSUSE-Installations-CDs leider nicht enthalten. Die Pakete können Sie aber unter http://packman.links2linux.org/ herunterladen. Geben Sie dazu in der Schnellsuche der Homepage einfach den Begriff mythtv ein und klicken Sie in der Ergebnisliste auf das gleichnamige Paket. Tabellarisch werden Ihnen nun die einzelnen Pakete von MythTV aufgeführt.

Je nachdem, welche Version von openSUSE Sie verwenden, sollten Sie im linken Frame der Anzeige auf die für Sie passende Version klicken. Für den Betrieb von MythTV müssen Sie alle auf dieser Seite aufgeführten RPM-Pakete installieren. Klicken Sie dazu einfach auf den gewünschten Eintrag und folgen Sie den Anweisungen des Paketmanagers oder fügen Sie die Webadresse des Packman-Repositories als Paketquelle in YaST hinzu. Bei der Installation von MythTV sollten Sie mindestens folgende Pakete installieren:

  • libmyth
  • libmyth-devel
  • mythtv
  • mythtv-backend
  • mythtv-frontend
  • mythtv-setup
  • mythtv-themes

Bitte beachten Sie, dass bei der Installation weitere Pakete nachinstalliert werden müssen. Haben Sie die nötigen RPM-Pakete in installiert, gilt es, die Datenbank für den Betrieb mit MythTV vorzubereiten. Dazu starten Sie zunächst die MySQL-Datenbank durch Eingabe des Befehls

rcmysql start

als Benutzer root. Danach vergeben Sie für MySQL ein eigenes Passwort. Verwenden Sie dazu folgenden Befehl:

mysqladmin -u root
password mysqlpassword

wobei Sie password durch das Passwort für Benutzer root, und mysqlpassword durch ein neues Passwort ersetzen. Die Datenbank selbst füllen Sie durch Eingabe des folgenden Befehls:

mysql -u root -p
< /usr/share/mythtv/database/mc.sql

Diese Basis-Datenbankeinträge benötigen Sie, damit Sie MythTV im Weiteren über das eigene Frontend konfigurieren können.

MythTV-Struktur

Für den weiteren Einsatz von MythTV sollten Sie die interne Struktur des Programms verstehen. Wichtig ist dabei die Tatsache, dass MythTV aus einzelnen Programmteilen besteht, welche weitestgehend unabhängig voneinander operieren. Kernstück ist dabei zunächst das so genannte Backend von MythTV.

Hierbei handelt es sich um die Verwaltung der Aufgaben eines HTPC-Systems, welche unabhängig im Hintergrund von MythTV gesteuert werden. Hierzu zählt beispielsweise die Steuerung und Verwaltung der TV-Karten, die Durchführung von programmierten Aufnahmen sowie die Transkodierung von Videomaterial. Die entsprechend benötigten Daten werden vom MythTV-Backend in einer MySQL-Datenbank hinterlegt. Das Gegenstück zum Backend ist das MythTV-Frontend.

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Das Hauptmenü der MythTV-Backend-Konfiguration umfasst fünf Unterpunkte.

Das Frontend stellt dem Benutzer eine bedienbare grafische Oberfläche zur Verfügung, mit deren Hilfe die einzelnen Funktionen von MythTV angesteuert werden können, sprich: Das Frontend erlaubt es Ihnen, TV-Programme anzusehen oder aufgenommene Sendungen wiederzugeben. Die Kommunikation zwischen Backend und Frontend erfolgt über ein MythTV-spezifisches Protokoll. Die Auftrennung in Frontend und Backend bietet eine Reihe von Vorteilen.

Dazu zählt die Möglichkeit, das MythTV-Frontend auf einem anderen PC zu betreiben als das Backend oder mehr als ein Frontend an ein MythTV-Backend anzuschließen. Wird das Frontend an einem anderen PC betrieben, so müssen nicht alle Hardware-Anforderungen erfüllt werden. Die TV-Karte muss in diesem Fall nur im Backend-System vorhanden sein. Über das Frontend ausgewählte Sendungen können in diesem Fall über das Backend-System aufgenommen werden. Die Wiedergabe von aufgezeichneten TV-Sendungen kann wahlweise direkt über den Zugriff über ein Netzwerk-Dateisystem oder via Video-Streaming erfolgen.

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