Linux auf der d-box-2

Linux auf der d-box-2

Das Betriebssystem der d-box-2 ist eher karg. Nach einem Wechsel auf Linux entpuppt sich die Premiere-Box als wahrer Tausendsassa.

Linux auf der d-box-2

© Testlabor Printredaktionen

Linux auf der d-box-2

Das Betriebssystem von Leo Kirchs d-box-2 erfreut den Anwender nicht gerade durch üppigen Funktionsumfang. Nach einem Wechsel auf Linux entpuppt sich die Premiere-Box als wahrer Tausendsassa. Wir zeigen Ihnen, was Linux auf der d-box-2 leistet und welche Hürden auf dem Weg dorthin zu meistern sind.

Es gibt nichts, was es nicht gibt. Nachdem ein gewisser Dr. Overflow ein alternatives Betriebssystem namens DVB2000 für die d-box-1 entwickelt hatte, machte sich eine eingeschworene Gemeinde von Linux-Enthusiasten daran, auch der d-box-2 Flügel zu verleihen. Grund für derartige Freizeitaktivitäten mögen wohl die Unzulänglichkeiten des originalen Betriebssystems der Kirch-Tochter Beta-Research gewesen sein. Auch wenn die aktuellen Produkte der Unterföhringer Software-Schmiede inzwischen die meisten Kinderkrankheiten abgelegt haben, fährt die dbox-2 mit der aktuellen Version BetaNova nach wie vor mit angezogener Handbremse. Wer das Potenzial der einstmals so verschmähten Einheitsbox des Pay-TV-Senders Premiere ausschöpfen will, muss seiner d-box-2 das auf Linux basierende Betriebssystem gönnen.

Linux auf der d-box-2

© Archiv

Weit mehr als Spielerei: Linux zeigt erst richtig, was in der Settopbox steckt.

Der Mühe Lohn

Neben schnelleren Reaktionszeiten belohnt Linux den Aufwand mit einem deutlich besseren, schnelleren und komfortableren EPG (Elektronic Program Guide) und einem vollwertigen Videotext. Weitere Goodies: Wer will, kann lästige Werbepausen mit einer Partie Tetris überbrücken, Informationen über den aktuellen Videostream einholen oder die Tastenbelegung der Fernbedienung den eigenen Wünschen anpassen.

Die Möglichkeit, die d-box per Ethernet an den Rechner zu hängen, ist für den PC-Besitzer jedoch das wahre Highlight. Das erlaubt, Videostreams auf Festplatte zu speichern und Senderlisten bequem am Rechner zu editieren.

Inzwischen beschäftigt sich auch eine wachsende Gemeinschaft von Pay-TV-Hackern mit der d-box-2. So kursieren im Internet so genannte EMUs, die das illegale Hacken von Pay-TV-Programmen ganz ohne CAM und Karte ermöglichen, indem CA-Modul und Abo-Karte von der Boxen-Software emuliert werden. Kein Wunder, dass Premiere auf eine Settopbox der Firma Galaxis umgestiegen ist, die sich nicht mit Linux bespielen lässt. Entsprechend sind die Gebrauchtpreise für die dbox-2 in schwindelnde Höhen geschossen.

Führungswechsel

Der Wechsel von Betanova auf Linux ist kein einfaches Unterfangen. Der Bootloader der dbox-2, der beim Einschalten das Betriebssystem lädt, lässt im Auslieferungszustand keinen Schreibzugriff auf den Bootbereich des Flashspeichers zu. Deshalb muss er vor dem Einspielen des neuen Betriebssystems so verändert werden, dass er den benötigten Schreibzugriff auf die ersten 128 KByte des Speichers erlaubt. Und genau hier beißt sich die Katze in den Schwanz, da ja auch zum Patchen des Bootloaders ein Schreibzugriff auf den Speicher benötigt wird.

Den Schreibzugriff zu erhalten, ist folglich die große Hürde, die genommen werden muss. Die Höhe dieser Hürde hängt wesentlich vom dbox-2-Modell ab. Am Ende der Anstrengungen steht der Debug-Modus, der es erlaubt, Änderungen im Flash vorzunehmen.

Verbindungswege

Trotz eingebauter Ethernet-Schnittstelle nimmt die d-box-2 nur unwillig Kontakt zu einem PC auf. Wenn Sie sich frustrierende Erfahrungen ersparen wollen, halten Sie sich am besten an die von uns vorgeschlagenen Einstellungen, dann sollte die erste Hürde kein Problem darstellen.

Als Grundausstattung benötigen Sie neben einem funktionierenden PC ein serielles Nullmodemkabel sowie ein Netzwerkkabel. Das Nullmodemkabel ist eigentlich nur dann erforderlich, wenn Sie komplette Images flashen oder erstmalig in den Debug-Modus gelangen wollen.

Falls Sie die d-box-2 direkt an den Rechner anschließen wollen, benötigen Sie ein Crosslink-Kabel, wenn Sie einen Hub verwenden, ein normales Patchkabel. Um Fehlerquellen auszuschließen, empfehlen wir jedoch zumindest am Anfang den direkten Anschluss per Crosslink, da die d-box-2 mit 10/100-MBit/s-Autosensing-Hubs bzw. -Switches nicht ordentlich zusammenarbeitet.

Bevor Sie erfolgreich mit der d-box Kontakt aufnehmen, ist noch ein Blick auf die Netzwerkeinstellungen angesagt. Zunächst müssen Sie Ihrem Rechner eine feste IP zuordnen. Beliebt sind IPs im privaten Adressbereich 192.168.X.X, die nicht extern weitergeroutet werden. Für unser Beispiel geben wir dem Rechner die IP 192.168.12.1, die passende Netzwerkmaske lautet 255.255.255.0 (Class-C-Netz). Somit kann die IP-Adresse der d-box-2 zwischen 192.168.12.0 und 192.168.12.255 liegen die schon vergebene 192.168.12.1 natürlich ausgenommen.

Des Weiteren sollten Sie in der Systemsteuerung unter System->Hardware->Gerätemanager die Netzwerkkarte vorsichtshalber auf 10 MBit Halfduplex stellen, um Probleme durch ein zu langsames Autosensing zu vermeiden.Klicken Sie dazu unter Netzwerkadapter, wählen Sie Ihre Netzwerkkarte per Doppelklick und unter dem Reiter Erweitert den Verbindungstyp 10BaseT-Halfduplex. Die Einstellung kann je nach Windows-Version und Netzwerkkarte etwas abweichen, lassen Sie sich also nicht verunsichern, falls Sie bei Ihrem Rechner einen anderen Wortlaut vorfinden.

Soweit auf Ihrem Rechner eine Personal-Firewall läuft, sollten Sie diese solange Sie mit der d-box-2 kommunizieren wollen deaktivieren.

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