Synchronschwimmen

Lesezeichen und Passwörter synchronisieren

Desktop, Notebook, Tablet, Smartphone - das Web ist immer und überall. Verschiedenste Lösungen sorgen dafür, dass Lesezeichen, Online-Passwörter und mehr zwischen allen Geräten automatisch synchronisiert werden.

Synchronschwimmen

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Synchronschwimmen

Beim Synchronschwimmen muss jede Bewegung sitzen. Wenn sich ein Schwimmer einen Sekundenbruchteil zu spät bewegt oder etwas anderes macht als sein Partner, sind die Medaillen-Chancen futsch. Genauso verhält es sich mit Synchronisations-Lösungen für Browser-Daten.

Lesezeichen, Online-Passwörter und Browser-Einstellungen sollen möglichst ohne Zeitversatz auf mehreren Geräten verfügbar sein, und zwar in der jeweils aktuellsten Fassung. Synchronisations-Fehler sind undenkbar - Genauigkeit und Sicherheit oberstes Gebot.

Synchronschwimmer nutzen etliche Bewegungsstile - mit der Technik ist es nicht anders. Es gibt drei wesentliche Varianten:

Browser-interne Lösungen: Die beliebten Webbrowser Mozilla Firefox, Google Chrome und Opera besitzen jeweils eigene Synchronisations-Tools. Der Internet Explorer kann damit nicht glänzen - auch in der aktuellen Version 9 fehlt eine entsprechende Funktion.

Vorteile der Browser-internen Lösungen: Die Einrichtung ist einfach und der Datenaustausch zwischen verschiedenen Plattformen kein Problem. Außerdem werden Lesezeichen, Passwörter und Browser-Einstellungen abgeglichen. Größter Nachteil: Die Synchronisation zwischen verschiedenen Webbrowsern ist nicht möglich.

Lesezeichen-Dienste: Die bekanntesten sind xmarks und del.icio.us. Sie verfolgen zwar unterschiedliche Ansätze - xmarks ist ein geschlossenes System, während del.icio.us das Teilen von Lesezeichen mit anderen Nutzern erlaubt. Beide Systeme haben aber denselben Vorteil: Lesezeichen werden Browser-übergreifend ausgetauscht.

Weiterer Vorteil: Die Bookmarks sind über ein Web-Interface auch auf Geräten verfügbar, mit denen kein Datenabgleich stattfindet. Nachteil beider Systeme: Sie beschränken sich auf Lesezeichen.

Passwort-Dienste: Als Beispiel stellen wir Ihnen in diesem Artikel den Dienst LastPass vor. Vorteile von LastPass: Der Datenabgleich erfolgt sowohl Browser-als auch Plattform-unabhängig, und es gibt Plug-ins für alle verbreiteten Browser, mit deren Hilfe sich der Dienst einfach nutzen lässt. Nachteil: Mindestens ein weiteres Tool ist vonnöten, wenn auch Lesezeichen synchronisiert werden sollen.

Firefox

Firefox-Sync

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Firefox-Sync: Den Sync-Schlüssel benötigen Sie für das Einbinden weiterer Geräte in den Synchronisations-Zyklus.

Mozilla Firefox ist der am meisten genutzte Browser. Er ist für verschiedene Plattformen verfügbar. Es gibt Desktop-Varianten für PC, Mac und Linux sowie eine mobile Version für Android-Geräte (www.mozilla.com/de/mobi le/ ).

Beim Datenabgleich zwischen mehreren Firefox-Installationen und Firefox Home hilft Firefox-Sync. In der aktuellen Browser-Version 5 sowie in Firefox 4 ist dieser Dienst integriert, für die älteren Versionen 3.x ist er als kostenloses Add-on verfügbar (addons.mozilla.org/de/firefox/addon/firefox-sync/ ).

Firefox-Sync kann nicht nur Lesezeichen, Online-Passwörter und Browser-Einstellungen abgleichen, sondern auch den Verlauf und geöffnete Tabs. In den Sync-Einstellungen legen Sie individuell fest, welche Daten abgeglichen werden sollen.

Für fortgeschrittene Nutzer ist die Möglichkeit interessant, die Synchronisation über einen eigenen Server (Mozilla Sync Server: docs.services.mozilla.com/howtos/run-sync.html ) anstatt des Mozilla-Servers laufen zu lassen. Fürs iPhone bietet Mozilla die App Firefox Home. Sie empfängt Synchronisations-Daten und macht sie auf dem Apple-Smartphone nutzbar, ist aber kein vollständiger Browser.

Chrome

Auch Googles Browser Chrome ist von Haus aus in der Lage, Lesezeichen, Online-Passwörter und Browser-Einstellungen zwischen mehreren Installationen synchron zu halten. Der Datenabgleich erfolgt übers Google-Konto.

Wer eine E-Mail-Adresse bei Google hat, über ein Google-Profil verfügt oder einen anderen Google-Dienst wie Picasa oder Blogger nutzt, kann seinen Google-Account sofort zum Synchronisieren der Browser-Daten verwenden. Besitzen Sie noch kein Google-Konto, müssen Sie erst eines unter www.google.com/accounts/ einrichten, um die Synchronisation in Google Chrome nutzen zu können.

Opera

Opera

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Opera Link: In nicht synchronisierten Browsern können Sie auf Ihre Daten über die Webseite "My Opera" zugreifen.

Der norwegische Webbrowser Opera hat eine Lösung an Bord, die unabhängig vom Betriebssystem Bookmarks, Online-Passwörter und Einstellungen zwischen beliebig vielen Browser-Installationen abgleicht. Auch Notizen, eingegebene Webadressen, Suchmaschinen- und Schnellwahl-Einstellungen werden auf Wunsch synchronisiert.

Die Synchronisation mit den mobilen Browsern Opera Mobile und Opera Mini ist hingegen auf die Lesezeichen sowie Suchmaschinen- und Schnellwahl-Einstellungen beschränkt. Leider werden Online-Passwörter nicht mit diesen Browsern abgeglichen.

Äußerst praktisch ist My Opera (my.opera.com ): Auf der Webseite können Sie sich mit Ihrem Opera-Konto einloggen, um auf alle synchronisierten Daten zuzugreifen. So lassen sich Lesezeichen, Notizen usw. auch auf Geräten abrufen, die nicht automatisch synchronisiert werden, etwa am PC in der Arbeit oder im Internetcafe.

xmarks

Wie schon erwähnt, bietet der Internet Explorer keine eigene Synchronisations-Lösung für Lesezeichen, Online-Passwörter usw. Mit dem Dienst xmarks (www.xmarks.com ) lässt sich der IE aber problemlos synchronisieren.

Der eigentliche Vorteil dieser Lösung liegt jedoch darin, dass sie Lesezeichen zwischen verschiedenen Browsern unter verschiedenen Betriebssystemen abgleichen kann.

Neben dem Internet Explorer (Versionen 7, 8 und 9) werden auch Mozilla Firefox (PC, Mac und Linux, jeweils ab Version 3) und Google Chrome (PC, Mac und Linux) unterstützt. Außerdem synchronisiert xmarks Lesezeichen mit den Mac-Versionen von Safari 4 und 5.

Wer xmarks auch mobil nutzen will, muss 12 US-Dollar pro Jahr für einen Premium-Account ausgeben. Im Preis inklusive sind Apps für iOS- und Android-Geräte sowie Blackberrys. Außerdem lässt sich die Historie der Lesezeichen länger nachvollziehen - eine praktische Sache, wenn man häufiger Bookmarks verschiebt, umbenennt oder löscht.

del.icio.us

del.icio.us

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del.icio.us: Die Bookmarklets helfen beim Anlegen neuer Lesezeichen und beim Aufrufen vorhandener Bookmarks.

Ebenso wie xmarks ist del.icio.us (del.icio.us) ein reiner Lesezeichen-Dienst. Die Synchronisation von Online-Passwörtern und Browser-Einstellungen wird nicht unterstützt. Im Gegensatz zu xmarks und den Browser-eigenen Lösungen ist das kostenlose del.icio.us auf die Nutzung als Website ausgerichtet.

Über ein Web-Interface lassen sich Lesezeichen ablegen, mit Stichworten versehen und sortieren. Besonderheit: Der Anwender kann für jedes Lesezeichen festlegen, ob es öffentlich für alle del.icio.us-Nutzer sichtbar oder aber privat ist. Private Bookmarks können nur vom Anwender selbst aufgerufen werden, wenn dieser über sein Benutzerkonto eingeloggt ist.

Bei der Anmeldung wird Ihnen gezeigt, wie Sie Bookmarklets in den Browser einfügen können. Diese Links ermöglichen das 2011schnelle Bookmarken einer Webseite bei del.icio.us sowie das Aufrufen Ihrer Lesezeichen. Schließlich lassen sich im dritten und letzten Schritt der Anmeldeprozedur vorhandene Lesezeichen aus lokalen Browsern nach del.icio.us übertragen.

LastPass

Während xmarks und del.icio.us nur Lesezeichen synchron halten, ist LastPass (lastpass.com/) ausschließlich für Online-Passwörter und Web-Formulardaten da. Das Tool steht kostenlos für Windows, Mac OS, Linux und alle wichtigen Mobilplattformen zur Verfügung. Unter Windows installiert LastPass automatisch Erweiterungen für Firefox, Chrome und den Internet Explorer.

Das Installationsprogramm erkennt auch gleich sämtliche gespeicherten Passwörter in den Browsern und überträgt sie an LastPass. Fortan kommt man nur noch mit seinem Master-Passwort, das man während der Installation definiert hat, an die Online-Passwörter heran.

Ein praktischer Nebeneffekt ist, dass Sie die Kennwörter auch über die LastPass-Website abrufen können. Nachteil: Gelingt es einem Trojaner/Keylogger, Ihr Master-Passwort abzugreifen, hat der Hacker schnell Zugang zu allen Accounts.

SyncPlaces

SyncPlaces (www.andyhalford.com/sync places/ ) ist eine Erweiterung für Firefox. Sie nutzt einen vom Anwender definierten Speicherort für die Lesezeichen- und Passwort-Synchronisation. Dabei kann es sich um Webspace handeln, auf den per FTP- oder WebDAV-Protokoll zugegriffen wird.

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