Roboter sollen menschlicher werden

Lernende Roboter

Frankensteins Monster?

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© PC Magazin

Erinnert viele an Frankensteins Monster: Im "anthropomimetischen" Eccerobot wird die menschliche Körperstruktur nachgebaut.

Cog, Kismet und der eingangs erwähnte Myon gehören zur Kategorie lernender Roboter, einer Entwicklung, die bereits in den neunziger Jahren begann. Der Grundannahme dabei: Roboter erreichen nur dann intelligentes Verhalten, wenn man sie wie Menschen lernen und sich entwickeln lässt.

Wie einem Neugeborenen gibt man Robotern wie Cog und Myon zu Beginn nur einige grundlegende Fähigkeiten und Wahrnehmungsmöglichkeiten mit. Die neuronale Software sollte alles weitere aus den Interaktionen mit realen Menschen lernen.

Radikal auf die Spitze getrieben haben diesen Ansatz die Anhänger des Embodiment (Verkörperung). Sie glauben, dass das verhaltensbasierte Lernen von Cog und Co. nicht ausreicht, um wirklich intelligente Roboter zu erschaffen. Schließlich ist Intelligenz immer gebunden an einen Körper.

Roboter, so die Auffassung der Embodiment-Bewegung, werden erst dann intelligent, wenn nicht nur menschliches Verhalten nachgeahmt wird, sondern die innere Struktur und Mechanismen des Menschen - sprich: der menschliche Körper mit Knochen, Muskeln und Sehnen - kopiert wird.

Konkretes Ergebnis dieser Philosophie ist der Robotertorso Cronos, der inzwischen zum Eccerobot weiterentwickelt wurde. Der von Forschern aus Holland, Deutschland, der Schweiz und der französischen Firma The Robot Studio hergestellt Prototyp baut das Innere des Menschen nach. Dazu haben die Forscher künstliche Knochen, Sehnen und Muskeln entworfen.

Die Bewegungen der Körperteile dieses "anthropomimetischen" Roboters stehen miteinander in Beziehung. Verbindet man die entsprechenden sensomotorischen Daten mit denen des Sehsystems, also der Kamera, gibt es zwischen ihnen Korrelationen, die erkannt werden können - ungefähr so, wie Neuronen verschiedener Hirnpartien bei einer Bewegung gleichzeitig feuern.

Auf diese Weise kann der Roboter allmählich seine Dynamik selbst lernen und ein "Wissen" über seinen Körper aufbauen. Dieses Lernverfahren basiert auf neuronalen Netzen nach dem als "Hebb'sches Lernen" bekannten Ansatz des kanadischen Psychologen Donald O. Hebb. Das Youtube-Video "Eccerobot" demonstriert eindrucksvoll die Fähigkeiten des Roboters.

Allerdings schlägt bei diesem menschenähnlichen Gerippe der Mori-Effekt voll zu: In Foren ist vielfach von Angst und Ekel zu lesen, die Zuseher beim Anblick des an Frankenstein-Geschöpfe erinnernden Kunstwesens empfinden.

Robotik - Die Wissenschaft und ihre Produkte

Der Begriff "Roboter" wurde 1921 in dem Theaterstück R.U.R von dem tschechischen Schriftsteller Karel Capek eingeführt. Roboter waren dort in Tanks als Fronarbeiter beziehungsweise Sklaven gezüchtete Menschen. Das Bild des humanoiden Roboters wurde maßgeblich durch die Erzählungen Isaac Asimovs und seinen drei Robotergesetzen geprägt.

Humanoide Roboter galten lange Zeit als technisch nicht realisierbar. Das hat sich geändert. Die Robotik als die wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Entwicklung von Robotern beschäftigt, hat in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt. Sie ist meist an Technischen Universitäten angesiedelt.

Die wesentliche Rolle in der Robotik spielt die Verbindung der Disziplinen Mechanik, Elektrotechnik und Informatik. Auch andere wissenschaftliche Disziplinen werden zunehmend in die Robotik eingebunden: die Künstliche Intelligenz, die Neuroinformatik und die Biokybernetik.

Während humanoide Roboter noch wenige praktische Auswirkungen haben, sind andere Roboterarten schon länger zu nützlichen Helfern geworden. Einfache Arbeiten in Privathaushalten verrichten beispielsweise Rasenmähoder staubsaugende Roboter.

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