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Mac OS X ganz einfach auf dem PC Leo4all im Test

Projekte, Mac OS auf dem PC laufen zu lassen, gibt es seit dem Umstieg Apples auf Intel-CPUs zu Hauf. Eines der vielversprechendsten ist Leo4all. Es kommt ohne Zusatz-Hardware aus – vorausgesetzt, der PC erfüllt gewisse Kriterien.

Software Mac OS X auf dem PC: Leo4all im Test
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© Guido Lohmann

Dass selbst Vista verglichen mit dem neuesten Mac OS X aussieht als sei es zehn Jahre alt, ist kein Geheimnis. Nicht umsonst gibt es im Internet viele Erweiterungen, die den Betriebssystemen aus Redmond das Look&Feel der Konkurrenz aus Cupertino verleihen sollen. Nur die Optik allein macht aber aus einem Vista noch kein Mac OS.

Das teilweise völlig unterschiedliche Bedienkonzept mit all seinen Vor- und Nachteilen kann auch das beste "Theme" nicht nachahmen. Wir sind daher einen Schritt weiter gegangen und haben uns das im Internet kursierende Leo4All angesehen und auf einem PC installiert – mit überraschenden Ergebnissen.

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Software Mac OS X auf dem PC: Leo4all im Test

Aller Anfang…

Nachdem wir die neueste Version von Leo4all aus dem Netz heruntergeladen hatten, ging es zunächst darum, einen Rechner zu finden, der die nötigen Voraussetzungen mitbringt. Dabei geht es nicht einmal darum, ob die Hardware schnell genug ist, sondern ob sie überhaupt unterstützt wird. Mit welchen Prozessoren, Chipsätzen und Controllern Leo4all zurechtkommt, steht auf der Homepage des Projekts. Außerdem ist eine entsprechende Readme-Datei im Paket enthalten, aber wer sich vorher informiert, spart sich Ladezeit und Enttäuschungen.

In unserem Fall fiel die Wahl auf einen älteren iDeq-Barebone von Biostar, den wir mit einem Athlon 64 X2 5000+ ausstatteten. Intel-Prozessoren sind also keine Voraussetzung! Damit das System beim Betrieb nicht einschläft und um Spiele zu testen, schalteten wir die interne Grafik ab und spendierten dem kleinen Rechner stattdessen eine GeForce 8600 GTS. Zwei Gigabyte Speicher rundeten die Ausstattung ab.

Egal, welche Anwendungen wir ausprobierten. Alles lief wie im Original und dazu noch mit ordentlicher Geschwindigkeit. Auch das Dock legt mit Leo4All eine einwandfreie
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© Guido Lohmann
Egal, welche Anwendungen wir ausprobierten. Alles lief wie im Original und dazu noch mit ordentlicher Geschwindigkeit. Auch das Dock legt mit Leo4All eine einwandfreie "La Ola" hin.

Die Installation selbst gestaltete sich etwas schwieriger als beim Original, da man Leo4all mittels Treiberauswahl erst erklären muss, welche Komponenten im System stecken. Für Apple-Computer bringt die originale Installations- DVD bereits alle Treiber mit und installiert diese selbst.

Mit ein bisschen Hardware-Kenntnis stellt aber auch die Auswahl der zu installierenden Treiber keine ernstzunehmende Hürde dar. Im Test klappte die Installation ohne größere Probleme. Lediglich den Neustart wollte unser, als "Mac Pro 3,1" identifizierter PC, nicht korrekt durchführen, sondern hängte sich beim erneuten Hochfahren auf. Eine Lösung fanden wir nicht, weshalb wir das System bei einem Neustart von Hand aus- und wieder einschalten mussten.

Das zweite Problem stellte die Netzwerkanbindung dar. Den integrierten Netzwerkcontroller fand das System zwar, ließ sich aber selbst unter Androhung von Gewalt nicht dazu bewegen, diesen auch zu verwenden. Hier zeigte sich, dass man die Kompatibilitätsliste durchaus großzügig auslegen sollte.

Da wir keinen passenden PCI- Controller auftreiben konnten, bauten wir einen mit einem RTL8169 ein, in der Hoffnung, dass dieser auch mit den Treibern eines nahen Verwandten laufen würde. Wer wagt, gewinnt und tatsächlich stellte die Anbindung ans Netz beim neuerlichen Hochfahren kein Problem dar – das Mac OS fand den Controller sogar ohne weiteres Zutun.

Kaum hochgefahren, hüpfte auch schon das erste Symbol auf dem Dock auf und ab, um unsere Aufmerksamkeit zu erregen: Die Software-Aktualisierung meldete, dass Updates vorhanden seien. Hier zeigt sich auch eine wesentliche Einschränkung von Leo4all: Man kann unbesorgt alle Updates einspielen, nur von Kernel-Aktualisierungen sollte man tunlichst die Finger lassen.

Was das System im Betrieb leistet und mehr über den rechtlichen Hintergrund, erfahren Sie auf Seite 2...

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