In sieben Schritten zum perfekten Heimkino

Leinwand

3. Leinwand

Das Wichtigste an einer Leinwand ist die Art und Weise, wie sie Licht reflektiert: am besten diffus, das heißt möglichst gleich viel in alle Richtungen. Das leisten auch eine Tapete oder getünchte Wand, sofern dabei Folgendes beachtet wird. Die Oberfläche muss absolut plan sein, sie darf keine Wölbung, Falte oder Ähnliches aufweisen.

Eine Bildwand muss zudem perfekt farbneutral weiß sein: Das wäre das gute "Alpina-Weiß" aus dem Baumarkt. Dummerweise besteht Wandfarbe aber zum großen Teil aus Füllstoffen, die dem Kontrast abträglich sind. Zusätzliche UV-aktive Partikel lassen das Bild vollends flau und kontrastarm erscheinen.

Wenn das Bild auf die Wand soll, dann sollten Sie vorher mit Spachtel und Schleifer für eine ebene Grundierung sorgen und danach Spezialfarbe auftragen. Screen Goo und Proflexx heißen die zwei Anbieter.

Das ist meist günstiger als eine eine echte Leinwand und hat im Wohnzimmer den Vorzug einer fast unsichtbaren Leinwand mit den Vorteilen von jener. Eine zusätzliche schwarze Maskierung um das Filmbild verstärkt den Kontrast dabei erheblich. Am besten eignet sich tiefschwarzer Samt, alternativ eine möglichst dunkle, gedeckte Farbe. Leinwände mit Rahmen gibt es beispielsweise von DaVision.

Wer zu einem echten Tuch greift, sollte den Begriff "Gain-Faktor" kennen. Dieser beschreibt die Reflexionseigenschaften der Leinwand. Ein gewöhnliches weißes Blatt Papier hat etwa einen Gain-Faktor von 1,0. Es streut das einfallende Licht homogen und diffus in alle Richtungen. Dadurch erscheint es praktisch immer gleich hell, egal, aus welchem Winkelman es betrachtet. Bildwände mit einem Gain über 1,0 versuchen, eine gewisse Menge des Lichts gezielter in Richtung Publikum zu reflektieren.

Ein Gain von 2,0 beschreibt eine Bildwand, die - auf Achse gemessen - doppelt so viel Licht reflektiert wie eine perfekt diffuse Oberfläche mit 1,0. Daher spricht man von Verstärkung. Allerdings fehlt dieses Licht in den anderen Richtungen, der Blickwinkel ist daher seitlich, oben und unten eingeschränkt. Da indes auch im direkten Betrachtungswinkel die Bildmitte bei einem hohen Gain heller erscheint als die äußeren Bildbereiche (Hotspot), ist ein möglichst hoher Gain-Faktor nicht pauschal erstrebenswert.

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Auf der richtigen Oberfläche hält eine selbst gemalte Leinwand mit echtem Tuch mit

Der Vorteil eines hohen Gains liegt darin, dass Licht, das schräg auf die Bildwand fällt, sich auch dunkler abbildet, wie etwa Streulicht von einem nicht vollständig verdunkelbaren Fenster. Der Kontrast bei Restlicht steigt. In der Praxis bewähren sich im Heimkino Gain-Faktoren zwischen 0,75 und 1,5.

Da die Leinwand bei Nichtbenutzung möglichst dezent aus dem Wohnzimmer verschwinden sollte, eignet sich hier nur eine Rolloleinwand. Zudem gewähren Rollo-Lösungen die größte Freiheit in Sachen Positionierung - vor der Wand, einem Fenster, einem Schrank oder mitten im Raum lässt sich die Leinwand herunterrollen. Doch Vorsicht: Dünne, leichte Tücher schlagen schnellWellen, und die verderben das Bild. Um schlabbernde Ränder an schweren Tüchern zu vermeiden, heißt das oberste Gebot für Rolloleinwände: Nach Gebrauch einrollen!

4. Verkabelung

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AIVs "Black-Moon"-HDMI-Strippe überbrückt problemlos auch 15 Meter

Auch wenn Projektoren allgemein eine hervorragende Signalverarbeitung für die Analogeingänge bieten, gilt - so weit möglich - dem Digitaleingang der Vorzug. Problematisch kann das sein, wenn Sie im Wohnzimmer sehr lange Strecken zurücklegen müssen, vor allem wenn der Projektor an der Decke hängt. Vorgesehen waren ursprünglich maximal 10 Meter für Digitalstrippen. Hochwertige Kabel, wie beispielsweise das "Black Moon" von AIV, schaffen problemlos auch 15 Meter (250 Euro).

Etwas günstiger überbrückt auch das AIV "Deep Blue" für 119 Euro diese Strecke. Vereinzelt findet man auch 20 Meter lange Kabel, die aber nicht immer problemlos funktionieren, was jedoch auch von den Buchsen im Zuspieler und im Projektor abhängt. Wer längere Kabel braucht oder ein bereits vorhandenes Kabel weiterverwenden möchte, sollte auf einen Signalverstärker zurückgreifen. Der "Real Matrix HDMI Repeater" (205 Euro) von Oehlbach regeneriert und verstärkt das Signal zu diesem Zweck.

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Um weitere 15 Meter verstärkt Oehlbachs HDMI-Repeater das Signal

Meist haben Projektoren nur einen HDMI-Eingang. Sollen mehrere Geräte digital andocken, gibt es zwei Möglichkeiten. Erstens: Man kauft einen HDMI-Switcher, den es zwischenzeitlich von einer Vielzahl von Anbietern gibt. Und das ohne Qualitätseinbußen zu bezahlbaren Preisen, wie der Hama H-410 für 300 Euro beweist.

Er nimmt vier HDMI-Stränge auf und leitet jeweils das aktive Signal zum Projektor weiter. Möglichkeit zwei: Man gönnt sich einen Scaler. Er dient nicht nur als Sammelstelle für die Signale aller vorhandenen analogen und digitalen Zuspieler, sondern rechnet diese auch gleich mundgerecht auf die native Auflösung des Projektors um.

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Optimum: DVDOs VP50 sammelt Videosignale aller Zuspieler, bereitet sie auf und gibt sie dem Projektor in mundgerechten Happen über eine HDMI-Strippe weiter

Preislich sind der hohen Kunst der Bildverarbeitung nach oben kaum Grenzen gesetzt. Gute Erfahrungen hat die Redaktion mit DVDO-Geräten gesammelt, die allesamt ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen. Mehrere Modelle hat der deutsche Distributor Image AG im Angebot. Als Einstiegsgerät schlägt der VP20 mit circa 1.780 Euro zu Buche.

Zahlreiche analoge und drei HDMI-Eingänge rechnet die schwarze Box bei Bedarf auf Signale bis zu 1080p-Signalen um. Das Top-Modell, der VP50 für 3.570 Euro, bringt besondere Leckereien: Ein so genannter Reverse Telecine rechnet die Full-HD-Bilder, die derzeit lediglich ruckelnd aus Blu-ray- und HD-DVD-Playern kommen, auf ihre Originalbildrate von 24 Bildern pro Sekunde zurück.

Da derzeit fast ausschließlich Projektoren das so genannte 1080p24-Format am HDMI-Eingang verstehen, eignet sich der VP50 damit besonders gut für ruckelfreie Bilder in Full-HD.

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Der Hama-HDMI-Switch fasst vier digitale Zuspieler und reicht jeweils das aktive Signal über ein Kabel an den Projektor weiter

Muss man zum Analogkabel greifen, sollte man vor allem bei längeren Distanzen hochwertige Markenkabel auswählen. Das erfahrene deutsche Unternehmen In-Akustik fertigt im eigenen Kabelwerk High-End-Videokabel und konfektioniert diese auf Wunsch nach Maß (Markenname: Monitor). YUV-Kabel starten dann bei 20 Euro pro Meter. Auch Strecken von bis zu 30 Metern können ohne große Qualitätseinbußen realisiert werden.

Dann greift man jedoch besser zum High-End-Kabel Ghost S1. Dicker als ein Daumen, kostet der erste konfektionierte Meter 70 Euro, jeder weitere dann 20. Da viele Projektoren über die VGA-Buchse auch Scart-Signale entgegennehmen, hat In-Akustik hochwertige Scart-auf-VGA-Kabel im Sortiment. Von der Stange kosten diese zwischen 17 (1 Meter) und 65 Euro (10 Meter). Konfektioniert erhöht sich die Kabelqualität noch einmal - der Strang mit dem Namen Casablanca S1 schlägt dann allerdings mit 70 Euro pro Meter zu Buche.

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