Benutzerfreundlichkeit optimieren

Lautes Denken

Häufige Usability-Sünden

  • Veraltete und lustlos zusammengewürfelte Inhalte
  • Inkonsistentes Design
  • Ständig wechselnde Benutzerführung
  • Ausschließliche Orientierung an der Anbieter-Sicht
  • Funktionalität als Selbstzweck

Bei professionellen Usability-Testern sehr verbreitet ist das laute Denken. Nutzen Sie diese Methode jedoch auch sehr einfach selbst. Geben Sie einem Kandidaten eine Aufgabe und bitten Sie ihn bei der Ausführung seine Gedanken laut mitzuteilen. DerNutzer sollte sagen, was er beabsichtigt, warum er einen speziellen Weg wählt und welche Reaktion er jeweils von der Website erwartet. Sie verfolgen so sämtliche Entscheidungswege sowie die auftretenden Probleme mit. Diese Testmethode ist sehr intensiv, aber durch die Fokussierung auf die einzelnen Teilnehmer auch äußerst subjektiv.

Aufwändigere Verfahren

Die bisher vorgestellten Testverfahren lassen sich ohne Weiteres mit einfachen Bordmitteln umsetzen. Andere Tests setzen hingegen wegen der besonderen technischen Anforderungen professionelle Labors voraus. So werden beispielsweise bei der Interaktionsaufzeichnung mit einer Spezialsoftware sämtliche Tasteneingaben und Mausaktionen zusammen mit den jeweiligen Seitenansichten aufgenommen. Für eine ausführliche Videobeobachtung benötigen Sie wiederum gleich mehrere Kameras.Neben dem Bildschirmgeschehen werden damit das Verhalten und die Reaktionen des Nutzers erfasst. Eine besondere Brille verfolgt beim Eye Tracking die Blickrichtung des Nutzers. Sie erkennen damit Bereiche, die besonders aufmerksam wahrgenommen wurden, genau so, wie Bereiche, die nicht eines einzigen Blicks gewürdigt wurden. Für diese erweiterten Prüfungen müssen Sie jedoch die entsprechenden Ausgaben einplanen.

Frühzeitig beginnen

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© Volker Hinzen, Daniela Schrank

Statt aufwändig Demoseiten zu programmieren, lassen sich die Tests auch mit sogenannten Mockups durchführen.

Auch mit geringem oder keinem Budget muss die Benutzerfreundlichkeit der eigenen Webseiten nicht zu kurz kommen. Dabei gilt, je später Sie sich im Entwicklungsprozess mit der Thematik beschäftigen, umso mehr Aufwand müssen Sie insgesamt betreiben. Zum Aufwand für den eigentlichen Test kommen dann häufig noch die Kosten für die teilweise aufwändige Änderung bereits fertiger Module hinzu. Grundsätzlich gilt, man muss nicht die komplette Bandbreite möglicher Analyse- und Testmethoden ausschöpfen. Bereits exemplarische Analysen, die beispielhaft nur einige Grundseiten einer Website begutachten, können wertvolle Ergebnisse liefern.

5-Sekunden-Test

Mit dem beliebten 5-Sekunden-Test lässt sich ohne großen Aufwand ein erstes, hilfreiches Feedback zur Wirkung einer Webseite einholen. Führen Sie den Test möglichst frühzeitig in der Entwicklungsphase durch. So geht's:

  • Bitten Sie Freunde und Bekannte, die Rolle der Testkandidaten zu übernehmen. Die Teilnehmer sollten bisher noch nicht in die Entwicklung einbezogen worden sein.
  • Definieren Sie eine Aufgabe, die die Testpersonen lösen sollen. Dies kann die Nennung wesentlicher Produkteigenschaften sein oder das Aufzählen der Möglichkeiten, Ihren Service in Anspruch zu nehmen. Die Aufgabe sollte sich an den Zielen orientieren, die Sie mit der jeweiligen Seite verfolgen.
  • Nun darf sich jeder Kandidat die Seiten lediglich fünf Sekunden lang anschauen. Aktionen wie das Anklicken von Links oder Scrollen sind dabei nicht erlaubt. Weisen Sie die Probanden vorher auf diesen besonderen Modus und die Zeitbeschränkung hin.
  • Befragen Sie die Testpersonen nach dem Schließen der Seite zuerst unabhängig von der konkreten Aufgabe nach den Inhalten, die ihnen besonders aufgefallen sind. Sie stellen damit fest, ob die Impulse, die Sie beispielsweise durch Überschriften, Icons und Banner setzen wollen, Wirkung erzielen.
  • Lassen Sie sie anschließend die vorbereitete Aufgabe lösen. Dokumentieren Sie den Test für eine spätere Gesamtauswertung in kurzen Stichworten. Können die Teilnehmer nur einen Teil der Aufgabe erledigen oder werden die wichtigsten Inhalte der Seite nicht genannt, so ist eine weitere Schleife in der Entwicklungsphase notwendig.
  • Übrigens: Nutzen Sie den Test gleichzeitig dazu, die Meinung der Teilnehmer zur Website abzufragen. Auch hier kann sich noch der eine oder andere Ansatzpunkt für eine Verbesserung ergeben.

Tipps für erfolgreiche Seiten

- Ladezeiten gering haltenMan könnte annehmen, dass der Umfang der Seiten in Zeiten zunehmender DSL-Verbreitung keine wichtige Rolle spielt. Aber noch längst verfügen nicht alle Surfer über einen Breitbandanschluss und die mobile Nutzung des Internets über herkömmliche Anbindungen steigt rasant. Achten Sie daher weiterhin auf die Gesamtgröße Ihrer Seiten und optimieren Sie die Ladezeiten von Bildern und Multimedia-Elementen.- Professioneller GesamteindruckDie Besucher haben durch ihre Surferfahrung einen Blick für Professionalität. Mit einem attraktiven Design, das insbesondere Wert auf hochwertige Bilder legt, werden Sie den Erwartungen der Surfer gerecht. Schaffen Sie eine angenehme Surf- und Einkaufsatmosphäre.- Vertrauen gewinnenNeue Besucher sind erst einmal zurückhaltend. Versuchen Sie die Distanz zu verringern, indem Sie Ihre Firma über einen Link ausführlich vorstellen. Zeigen Sie Bilder von sich und Ihren Mitarbeitern, präsentieren Sie Fotos Ihrer Geschäftsräume und blenden Sie bei Ihrem Shop Ihre Kontaktdaten wie Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adressen auf jeder Seite ein.- Wichtiges herausstellenÄhnlich wie bei der Tageszeitung scannen Surfer eine Seite zuerst einmal nach den für sie wichtigen Inhalten ab. Lenken Sie die Blicke daher durch prägnante Überschriften, aussagekräftige Icons und markante Bildelemente auf die wichtigsten Informationen.- Klare NavigationMachen Sie aus der Navigation kein Ratespiel, bei dem man zum Beispiel erst durch Mausüberfahren feststellen kann, wo es weitergeht. Untersuchungen zeigen außerdem, dass Links, die im oberen Bereich einer Seite stehen, überproportional häufig angeklickt werden.- Lesefreundliche TexteGestalten Sie die Texte Ihrer Seiten leicht lesbar. Schon mit geringen Änderungen beim Zeichenabstand und der Zeilenlänge sowie einem optimalen Kontrast zwischen den Farben des Textes und des Hintergrunds lässt sich viel erreichen. Hintergrundbilder, farbige Muster oder Wasserzeichen hinter dem Text sind tabu.- Barrieren vermeidenBei der Gestaltung der Seiten spielt die Zugänglichkeit eine wichtige Rolle. Sehbehinderte und Farbenblinde sollten die Möglichkeit haben, das Angebot ohne besondere Einschränkungen zu nutzen.Ob Ihre Website barrierefrei ist, testen und bewerten Sie beispielsweise mit Wave (wave.webaim.org ) oder ATRC Web Accessibility Checker (achecker.ca/checker/index.php ).- Rückmeldungen gebenStellen Sie sich den Kontakt der Besucher mit Ihren Seiten wie ein Gespräch vor. Auf alle Fragen der Surfer sollten Ihre Seiten eine zufriedenstellende Antwort geben. Dazu gehört das Feedback bei jeder Benutzereingabe genauso wie aussagekräftige Hinweise bei möglichen Fehlbedienungen.

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