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La Digue: Fotografieren auf den Seychellen

Was tun auf einer drei mal fünf Kilometer großen Seychellen-Insel außer Baden, Faulenzen und Schnorcheln? Reisefotograf Siegfried Layda zeigt, was es bei ausgedehnten Spaziergängen auf La Digue mit der Kamera zu entdecken gibt, wenn man die Augen offen hält.

Seychellen La Digue Foto

© dgfoto - Fotolia.com

Seychellen La Digue Foto

Reif für die Insel? Davon finden Sie auf den Seychellen eine reiche Auswahl - mehr als 100, von denen allerdings nicht einmal die Hälfte bewohnt ist. Das Staatsgebiet der Seychellen erstreckt sich im Indischen Ozean auf einer Fläche von 390.000 Quadratkilometern zwischen dem vierten und zehnten Breitengrad südlich des Äquators.

La Digue ist Teil der inneren Seychellengruppe, zu der auch die größte Insel Mahe mit der Hauptstadt Victoria sowie Praslin und knapp 40 weitere Inseln gehören. Dem Robinson-Gedanken von der einsamen Insel im weiten Meer kommt La Digue ziemlich nahe: Es ist nur etwa fünf Kilometer lang und drei Kilometer breit; auf einer Fläche von rund 9,8 Quadratkilometern leben etwa 2200 Einwohner, die sich Diguois nennen.

Drei Wege nach La Digue

Siegfried Layda

© Siegfried Layda

Hinweis: Die Seychellen-Fotos von Siegfried Layda finden Sie in der PDF am Artikelende.

Beim Landeanflug auf Mahe oder bei Flügen zwischen den Inseln bekommt man einen guten Eindruck von der Lage der Inseln in der Weite des Ozeans. Nach Ankunft in Mahe - meist morgens - geht es weiter nach La Digue. Dafür stehen drei Möglichkeiten zur Wahl: Die schnellste ist der Helikopter-Shuttle, der allerdings inzwischen rund 700 Euro pro Flug kosten soll. Die zweite Option ist die direkte Passage mit dem Frachtsegler; dieser erledigt den Güteraustausch zwischen den Inseln, befördert aber auch Touristen. Einziger Haken: Die Überfahrt dauert knapp vier Stunden, was bei rauem Seegang - keine Seltenheit in dieser Region - nicht unbedingt ein Vergnügen ist.

Ich selbst wähle immer den dritten Weg: Von Mahe mit einer Twin Otter (17 Sitzplätze) der Air Seychelles zur Insel Praslin. Dieser Flug erlaubt schöne Ausblicke auf die Inselwelt. Tipp: möglichst einen der vorderen Sitzplätze wählen. Nach einer guten Viertelstunde ist der Flug bereits vorüber; dann geht es mit dem Bus quer über die Insel zum Hafen und mit dem nächsten Segelschoner (Fährbetrieb) in einer etwa 30-minütigen Überfahrt nach La Digue.

Am besten alles dabeihaben

Im kleinen Hafen von La Digue angekommen, befindet man sich auch gleich im einzigen Ort der Insel, La Passe: Ein paar Restaurants, kleine Geschäfte und ein Internetcafe machen deutlich, dass man sich in den Tropen auch mit einem deutlich reduzierten Warenangebot bestens einrichten kann. Wer allerdings hier erst entdeckt, dass er noch Speicherkarten benötigt, hat ein Problem - in diesem Punkt lohnt sich Vorsorge. Der größte Teil der Bevölkerung lebt hier, im Westen der Insel, wo sich eine größere Lücke im umgebenden Korallenriff auftut und auch größeren Schiffen den Zugang zum Meer ermöglicht.

Fotopraxis: Die Farbe Blau - Bilder von fc-Fotografen

Je nach Entfernung zur Unterkunft kann man den Koffer zu Fuß hinzerren, den traditionellen Ochsenkarren wählen oder ein Taxi nehmen. Um schnell festzustellen: Diese Insel eröffnet trotz ihrer überschaubaren Größe eine erstaunliche Vielfalt an fotografischen Ausblicken. Traumstrände wie Grand Anse oder Anse Source d'Argent mit spektakulären Granitfelsen und kristallklarem Wasser im Südosten, Urwald und Tierwelt, dazu die auf der Insel lebenden Menschen und ihr Tagwerk (vor allem die Fischerei) bieten Motive in Hülle und Fülle für einen mehrwöchigen Aufenthalt.

Zu Fuß oder mit dem Fahrrad

Am liebsten erkunde ich die Insel zu Fuß. Vor allem die Tier- und Pflanzenwelt will ständig neu entdeckt werden - da ist man auch auf dem Fahrrad bereits zu schnell, und man übersieht vieles. Zudem verlangen Naturmotive häufig nach tiefen Aufnahmepositionen: Die Seerosen in der Union Estate Plantage, Riesenschildkröten oder Tiere im flachen Wasser der Gezeitentümpel - immer wieder musste ich für eine optimale Aufnahmeperspektive auf den Knien herumrutschen. Als praktisch erwies sich dabei die EOS 60D mit ihrem verstellbaren Monitor im Live-View-Modus.

Tropische Temperaturen verleiten dazu, den Tag mit mehr Laissez-faire anzugehen als in unseren Breiten. Dies gilt jedoch nur bedingt für Fotografen. Denn frühes Aufstehen wird auch auf La Digue mit tollen Sonnenaufgängen belohnt - eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht.

Am Abend und in der Nacht sollte man auf jeden Fall eine Taschenlampe dabeihaben. Denn wenn kein Mond leuchtet, sind die Nächte auf La Digue richtig dunkel, das gilt auch für Wege und Straßen. Dafür wird man aber mit einem wunderbaren Sternenhimmel belohnt - ein Anblick, der bei uns so nicht mehr zu finden ist.

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Den Sonntagmorgen sollte man nicht im Bett verbringen: Zum Kirchgang im pittoresken Gotteshaus der Insel kleiden sich die Einheimischen besonders sorgfältig und zum Teil auch farbenprächtig. Fotografieren Sie aber bitte nicht ohne Zustimmung (die mir so gut wie nie verwehrt wurde). Ebenfalls interessant: Das tägliche farbenfrohe Treiben rund um den kleinen Hafen bietet immer neue Motive, hier kann man auch die typischen Ochsenkarren, das klassische Transportmittel der Insel, sehen.

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