Schönwetterwolke

Kostenlose Dienste in der Cloud

Ob Urlaubsbilder, Familienvideos oder Arbeitsdokumente: Bald wird alles nur noch im Netz gespeichert, prophezeien Experten. Inwieweit die sagenumwobene Cloud kostenlos nutzbar ist, hat PC Magazin für Sie ausgelotet.

  1. Kostenlose Dienste in der Cloud
  2. Office-Lösungen im Web
  3. Apple iCloud, Strato Hi-Drive
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© PC Magazin

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Die Idee ist so einfach wie genial: Anstatt Daten auf vielen verschiedenen Geräten lokal zu speichern, legt man sie zentral ab - im Netz. Damit das spannender klingt, haben Werbeleute den Begriff Cloud geprägt (unklare, stark wechselnde Strukturen, wie in einer Wolke).

Vom Desktop-PC übers Smartphone bis hin zum Fernseher - dank Internetzugang kann theoretisch jedes Gerät auf die Daten in der Wolke zugreifen. Zunehmend schnellere Internetverbindungen im Festnetz und Mobilfunk sollen zum Gelingen dieser Idee beitragen. Doch verspricht die Cloud nicht nur Schönwetter.

Kritik an der Cloud

Aus rechtlicher Sicht geht es vor allem um die Frage, wer frei verfügbare Daten aus der Cloud wofür nutzen darf - oder auch nicht. Stellen Sie sich beispielsweise vor, Ihre öffentlichen Fotos bei Flickr oder Picasa würden in einem Buch abgedruckt, ohne dass Sie um Erlaubnis gefragt werden. Selbstverständlich ist das verboten, eine Urheberrechtsverletzung.

Doch wenn in Zukunft alle Daten im Internet landen - wer kann dann noch kontrollieren, was mit diesen Daten geschieht? Anbieter von Cloud-Diensten sind gefordert, die missbräuchliche Nutzung von Daten auszuschließen. Wie das allumfassend gelingen soll, ist derzeit weitestgehend unklar.

Ratgeber: Die beste Security-Freeware

An den rechtlichen Aspekt schließt sich der Sicherheitsaspekt unmittelbar an. Auch hier geht es darum, die missbräuchliche Nutzung von Daten zu verhindern. Schon jetzt setzen Anbieter von Cloud-Diensten etliche effiziente Sicherheitsmechanismen ein, um den Zugriff auf die Daten in der Wolke zu regeln.

Doch Kritiker sind nicht ganz ohne Grund besorgt, dass die Online-Datenspeicherung Sicherheitslücken aufreißen wird. Denn auch die Nutzer müssen Ihre Daten sichern, etwa indem sie besonders sensible Daten vor dem Speichern verschlüsseln. Wenn man bedenkt, dass etliche Anwender schon bei der lokalen Speicherung erhebliche Schwierigkeiten haben - was soll dann erst passieren, wenn alle Daten im Netz stehen?

Kaufberatung: Die beste Sicherheits-Suite

Schließlich sehen Kritiker der Cloud auch technische Probleme. Die Infrastruktur der Dienste-Anbieter wird wohl in aller Regel einwandfrei funktionieren. Ausschließliche Datenspeicherung im Netz setzt jedoch voraus, dass der Anwender immer online ist. Doch noch sind Internetverbindungen an jedem Ort und zu jeder Zeit nicht garantiert.

Unser Praxistest hat gezeigt, dass derzeit kein ausschließliches Arbeiten in der Cloud möglich ist, ohne dass wichtige Daten parallel lokal gespeichert werden. Dass zum Beispiel Dropbox automatisch eine Datenspiegelung auf jedem Client vornimmt, ist insofern äußerst hilfreich. Wie wir die Cloud-Dienste ausprobiert haben, lesen Sie im Kasten oben.

Dropbox Folder

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Der synchronisierte "Dropbox Folder" taucht wie ein normaler Ordner in der Dateistruktur auf.

Speicherplatz und mehr

Kernidee der Cloud ist die Datenspeicherung im Netz. Ein paar GByte Online-Speicherplatz sind bei verschiedenen Anbietern kostenlos erhältlich. Wer jedoch richtig viel Speicherplatz braucht, muss dafür bezahlen.

Weitere Cloud-Dienste haben sich entwickelt. Der Plan: Wenn schon alle Daten im Netz gespeichert werden, kann man sie ja auch gleich online bearbeiten. So gibt es mehr und mehr attraktive Webanwendungen, die kleine Teile der großen Wolke bilden, etwa Office-Lösungen, Bildverwaltungs- und Bildbearbeitungs-Tools sowie Programme zur Termin- und Kontaktverwaltung (Personal Identification Manager, kurz: PIM).

Test: Cloud-Dienste vs. Freeware

Hinzu kommen Online-Anwendungen für E-Mail, die den Einsatz eines lokalen E-Mail-Clients überflüssig machen - GMX (www.gmx.de) und Web.de (www.web.de) sind die bekanntesten im deutschen Sprachraum.

Dropbox

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Dropbox: Unter Windows greift man am einfachsten über das Taskleisten-Icon auf die Online-Festplatte zu.

Einfach und gut: Dropbox

Wer das Speichern von Daten in der Cloud ausprobieren will, landet meist bei Dropbox (www.dropbox.com). Der Online-Dienst war Vorreiter in Sachen kostenloser Online-Speicher und ist bis heute einer der am einfachsten zu bedienenden Services dieser Art. Zwei GByte Online-Speicher sind für jedermann kostenlos, 50 GByte kosten 9,99 US-Dollar und 100 GByte 19,99 US-Dollar pro Monat.

Ratgeber: Die besten Windows-Sicherheits-Tipps

Gut gefällt die schnelle Einrichtung der Dropbox: Einfach den Client für die jeweilige Plattform herunterladen, den Installationsassistenten ausführen und Zugangsdaten eingeben - fertig. Bei der ersten Installation kommt noch das Anlegen des Benutzerkontos hinzu, für das nur eine E-Mail-Adresse und ein Passwort benötigt werden.

Gut: Dropbox legt auf allen verknüpften PCs und Macs einen speziellen Ordner an, der mit dem Online-Speicher synchron gehalten wird. So können alle Daten auch ohne bestehende Internetverbindung erreicht werden. Das Einrichten einer FTP- oder WebDAV-Verbindung entfällt.

Der Test: Wie gut sind kostenlose Cloud-Dienste?

PC Magazin hat die im Artikel vorgestellten Cloud-Dienste im Arbeitsalltag getestet. Wir haben drei Testumgebungen gewählt, in denen wir alle kostenlosen Dienste ausprobiert haben:

  • Desktop: iMac mit Mac OS X Lion,
  • Notebook: Samsung Netbook mit Windows 7 Home,
  • Smartphone: iPhone 4 mit iOS 4.3.3

Am Desktop-Rechner arbeiteten wir über einen DSL-Anschluss (6 MBit/s). Das Notebook und das Smartphone haben wir bestimmungsgemäß mit auf Reisen genommen. In einem Hotel gingen wir per WLAN online. Während einer Zugfahrt in einem InterCity testeten wir den Cloud-Zugriff per 3G/UMTS.

Testergebnisse:

  • Funktionalität/Alltagstauglichkeit: Alle kostenlosen Cloud-Dienste sind für das tägliche Arbeiten am Desktop-Rechner und mit dem Notebook sehr gut geeignet. Smartphone-Nutzer können zumindest die Speicher-Dienste effektiv nutzen. Cloud-Anwendungen stehen in den Browsern der Smartphones nur eingeschränkt oder gar nicht zur Verfügung.
  • Geschwindigkeit: Die Cloud-Dienste liefen unter allen bestehenden Internetverbindungen flüssig. Speichern in der Cloud und Abrufen der Daten funktionierten in guter bis akzeptabler Geschwindigkeit.
  • Mobilität: Systembedingt konnte nur ein Teil der Dienste auf dem iPhone ausprobiert werden. Leider gab es Verbindungsprobleme während der Zugfahrt, die ein Arbeiten in der Cloud unmöglich machten.

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