Krieg dem Kabel

Kopiertest 10 GByte

  1. Duell: WLAN vs. Powerline
  2. Kopiertest 10 GByte
  3. Fazit

Wunsch und Wirklichkeit

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© Hersteller/Archiv

Die Übertragungsrate (in MBit/s - Windows Copy) in der grafischen Übersi

Zwei Armlängen entfernt und in direkter Sicht zum Router attestierte die Statusmeldung der (W)LAN-Verbindung sowohl dem 2,4-GHz-als auch dem 5-GHz-Drahtlosnetz volle 300 MBit/s. Allerdings zeigten die folgenden Messungen mit "iperf" gerade mal 148 (2,4 GHz) bzw. 150 MBit/s (5 GHz).

Beim anschließenden Kopiertest des 10 GByte großen Verzeichnisses flutschte der Dateimix mit 91 (2,4 GHz) bzw. 106 MBit/s (5 GHz) über die Leitung. Wo die versprochenen 300 MBit/s verblieben sind, wissen wohl nur die Entwickler bei Broadcom oder Atheros.

Sogar noch deutlicher liegen Wunsch und Wirklichkeit bei Powerline auseinander. Hier meldeten alle Adapter Verbindungsraten knapp am theoretischen Maximum. In der Praxis erreichten die beiden Vertreter der 500-MBit/s-Fraktion nur ein Fünftel der versprochenen Übertragungsrate, der 200-MBit/s-Adapter schaffte ein knappes Drittel.

Der zweite Messpunkt befand sich im Wohnzimmer. Hier hatte das WLAN 5 Meter Distanz und eine Trockenbau-Wand zu überwinden. Die Leitungslänge zur nächst liegenden Steckdose war mit rund 12 Metern deutlich größer - schließlich verlaufen die elektrischen Leitungen in einem Haus in der Regel an den Wänden entlang und laufen sternförmig vom Sicherungskasten zu den Steckdosen. Im Wohnzimmer lieferten sich WLAN und das 500 MBit/s PowerLAN mit realen 50 bis 60 MBit/s ein offenes Rennen.

Mit acht Metern Luftlinie und zwei Trockenbau-Wänden stellte das Arbeitszimmer höhere Ansprüche. Vor allem die Verbindung über das Stromnetz hat es hier in sich. Das Arbeitszimmer verfügt über einen eigenen Stromkreis mit seperatem Zähler und ist somit nur über die Zuleitung vom E-Werk verbunden. Kaum überraschend konnte hier WLAN gegenüber Powerline punkten.

Zum Schlafzimmer im ersten Stockwerk mussten eine Holzdecke sowie zwei Trockenbauwände im sehr spitzen - und somit ungünstigen - Winkel überwunden werden. Die Länge der Stromleitung beträgt gut 30 Meter. Zudem musste Powerline einen Phasensprung überwinden.

Trotz Phasensprung zog sich Powerline achtbar aus der Affäre. Die 2,4-GHz-WLAN-Verbindung konnte nominell zwar mithalten, nervte aber durch eine unstete Übertragung. Als weitgehend unbrauchbar stellte sich hier das 5-GHz-Band heraus.

Zum ersten Hobbyraum im Keller waren lediglich 6 Meter Luftlinie, dafür aber eine Stahlbetondecke sowie eine Ziegelwand zu überwinden. Während sich das 2,4-GHz-WLAN trotz Stahlbeton erstaunlich gut schlug, konnte unser 5-GHz-WLAN keine Verbindung aufbauen. Rekordwerte heimsten dagegen alle Powerline-Adapter ein.

Besagte Stahlbetondecke im spitzen Winkel sowie drei Ziegelmauern gab es schließlich auf den gut 12 Metern zum zweiten Hobbyraum zu überwinden. Im 2,4-GHz-Band gelang unserem WLAN eine grenzwertig langsame Verbindung - keine Chance hatte hingegen das 5-GHz-WLAN. Völlig unbeeindruckt von Betonwänden und dicken Zieglwänden zeigte Powerline hier eine, dem Wohnzimmer vergleichbare, Performance.

Das WLAN-Reichweiten-Roulette

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© Hersteller/Archiv

Ein wenig Herumrutschen auf dem Stuhl, und die damit verbundene unterschiedliche Abschattung der Antenne reicht aus, um die Übertragungsrate um den Faktor fünf zu verändern.

WLAN nutzt zur Datenübertragung elektromagnetische Wellen im Frequenzbereich von 2,4 bis 5,7 GHz. Bei derart hohen Frequenzen ähnelt die Ausbreitung der Wellen zunehmend der des Lichts. Dabei beeinflussen nicht nur Wände, Decken und Möbel die Signalübertragung, sondern auch Personen, die sich zwischen den Antennen aufhalten.

In der Praxis bedeutet dies, dass die Übertragungsrate schon von der Sitzhaltung einer Person vor der Antenne im Deckel seines Notebooks ganz entscheidend beeinflusst werden kann. Entsprechend schwer ist es, in einer praxisnahen Umgebung reproduzierbare Ergebnisse zu generieren.

Das Diagramm der iperf-GIU "JPerf" zeigt das sehr eindrucksvoll. Die hier zu sehenden Schwankungen in der Übertragungsrate sind einzig und allein der während der Messung veränderten Sitzposition des Redakteurs geschuldet.

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