Mehr Saft für zarte Äpfel

Kompakttest: Elgato Encoder

Zeichen und Wunder: Bislang mussten MPEG-Files zeitraubend für iPod und AppleTV umkonvertiert werden - nun verleiht der Stick "turbo.264" von Elgato Systems müden Rechnern Flügel.

Elgato Encoder

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Kompakttest: Elgato Encoder

Die Liebe zu der AppleTV-Box hätte so schön werden können. Doch bislang ziert sich die Dame für die ganz großen erotischen Momente: Wir - die Europäer - können keine Filme über den iTunes-Store herunterladen (das dürfen momentan nur US-Staatsbürger). Und vielleicht noch schlimmer: Wenn wir unsere eigene Filmsammlung Apple- TV-tauglich machen wollen, dann muss das Material im H.264-Codec (MP4) vorliegen. Das "gemeine" MPEG-File, wie wir es milliardenfach auf DVDs vorfinden, wird von Apple nicht goutiert. Microsoft gibt sich hier weit offener und vielfältiger.

Was können die AppleTV-Fans nun tun? Drei Möglichkeiten. Weg eins: jammern und weiterhin nur auf die Basismöglichkeiten von AppleTV bauen. Ausweg zwei: MPEG-Filme durch den Prozessor des heimischen Rechners jagen. Wer einen guten, relativ neuen iMac besitzt, sollte dafür jedoch ein paar Stunden veranschlagen. Ein beliebtes Programm (für Mac, Windows und selbst für Linux) trägt den programmatischen Namen "Handbrake" - der Rechner schlurft nur noch mit angelegter Handbremse durch seine Anwendungen. Ausweg drei - der neue Königsweg: Man investiere rund 100 Euro in ein kleines schwarzes Kästlein. Elgato Systems hat den perfekten Problemlöser auf den Markt gebracht. "turbo.264" fungiert als Co-Prozessor zum Mac-Rechner, ein Hardware-Encoder - der Kontakt wird simpel, aber effektiv über einen USB-2.0- Port geknüpft. Danach noch die Software aufspielen, und fertig ist ein hochwertiges, ansprechendes Konverterstudio.

Jubel rundum: Die Praxiswerte sind traumhaft - benötigte früher ein Wandlungsprozess von dem MPEG-File in Richtung iPod an die sechs Stunden, so rastert turbo.- 264 den ganzen Film in 50 Minuten für das iPod-Fensterlein klein. Die Zugabe: Auch die Playstation Portable von Sony wird von Elgato bedient (Files von iMovie, QuickTime Pro, Final Cut Pro und EyeTV ebenso).

Die Maxi-Zugabe: turbo.264 zaubert eben auch Filme für die AppleTV-Box - bis zu einer Auflösung von 800 mal 600 Pixeln hinauf, bei maximal 30 Frames in der Sekunde. Der Rechner solo bräuchte für diese Kost Tage, das kleine Kästlein bringt die Aufgabe fast in der originalen Spielzeit des Films hinter sich - ohne dem Rechner Prozessorkraft zu klauen. Danach einfach das H.264- File über das iTunes-Menü auf die AppleTV-Box schaufeln - und staunen. Der Haken: Der Ton wird AAC-kompatibel in reinem Stereo aufgearbeitet, nix Multikanal. Elgato ist schuldlos - Apple selbst hat seine TV-Box nicht auf einen 5.1-Signalfluss vorbereitet.

Wertung: Elgato turbo.264

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Die Wertung der Redaktion

Fazit

Der große Problemlöser im kleinen Format. Dieser 35-Gramm- Stick beendet das nervenaufreibende Geduldsspiel beim H.264- Encoding. Top-Performance trifft auf Top-Software.

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