Heimkino-Serie

Kinosessel & Co.: Ausstattung und Zubehör im Heimkino

Im letzten Teil unserer Serie geht es um die Einrichtung im Heimkino. Sie soll Spaß machen, aber auch Konflikte zwischen technischen Erfordernissen und Wohnstil lösen. Mit unseren Einrichtungstipps lässt sich das realisieren.

Heimkino

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Wer die Möglichkeit hat, sich einen separaten Kinoraum einzurichten, dem stehen Tür und Tor fürs perfekte Heimkino offen. Da macht man sich auch bei den Möbeln auf und sucht nach "reinrassiger" Kinoausstattung. Wenn man das Equipment dagegen im Wohnzimmer unterbringen will, führt die Suche eher zu Kompromissen, um Wohnen und Cineasten-Spaß miteinander in Einklang zu bringen. Doch auch hier gibt es passende Lösungen.

"Echte" Kinosessel

Im separaten Kinoraum gehören die Sessel zum wichtigsten Teil der Ausstattung. Es gibt einfache und äußerst edle Ausführungen. Man sollte bequem in ihnen sitzen können und sie sollten Kino-Flair entfalten.

Wer eher auf Nostalgie gepolt ist, der sollte stets einen Blick in Zeitungsanzeigen oder ins Internet werfen. Aus alten Pantoffelkinos werden immer mal wieder Mehrsitzer-Bänke zu günstigen Konditionen abgegeben. Hier muss man allerdings Geduld und Glück haben. Wer stilistisch flexibel ist, erhält auf eBay eine preisgünstige Auswahl. Im Zeitraum der Recherche für diesen Bericht konnte man Klappsitze schon ab 35 Euro erwerben.

C-3PO-Büste Star Wars

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Absolute High-End-Verzierung sind lebensgroße Büsten der Hauptdarsteller. C-3PO aus Star Wars kostet 600 Euro samt Echtheitszertifikat. Letzteres belegt, dass die Nachbildung vom Filmstudio abgesegnet wurde - sie entspricht also in allen Details dem Original.

Neue Artikel sind dagegen nicht so einfach zu bekommen. Nur gewerblich mit hohen Stückzahlen lässt sich gut einkaufen. Privatabnehmer mit ihren Einzelwünschen haben es schwerer; hier ist die Auswahl an Anbietern recht klein.

Praxis: Der passende Raum fürs Heimkino

Entsprechend teuer ist der Einstieg. Bequeme, aber nicht unbedingt luxuriöse Modelle kosten ab etwa 300 Euro. Sonderangebote bieten höheren Komfort, mit 500 Euro pro Sessel muss man jedoch rechnen. Der Fuß einer Original-Kinobestuhlung muss stabil mit dem Boden verschraubt werden.

Das entfällt bei vollwertigen Sesseln. Hier gibt es Modelle, die eher an Wohnmöbel erinnern und solche, die auf den ersten Blick Kino pur verkörpern. Solche extravaganten bis exzentrischen Design-Objekte sind allerdings unter einem Preis von mehreren Tausend Euro kaum zu haben.

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Ausladende Noblesse: Ab 4.200 Euro kostet das Sofa Guild beim Anbieter Image. Rund 12.000 Euro macht die optional integrierte…

Das Extra: Bewegungs-Equipment

Wer sich die eher hochwertigen Kinosessel leisten möchte, dürfte auch an einem besonderen Extra interessiert sein: Bewegungs-Equipment. Einzelne Sesselmodelle sind dank ihres Aufbaus für solch spezielle Vibrationstechnik besonders geeignet. Die Elemente vibrieren je nach Tiefton-Informationen im Film mehr oder weniger stark.

Damit wird die Filmwirkung - etwa bei Explosionen in Action-Szenen - erheblich verstärkt. Wie deutlich dies wahrnehmbar ist, hängt nicht zuletzt auch von der Konstruktion des Sessels ab. Image ist einer der wenigen Anbieter von High-End-Komplettlösungen, bei denen man mit 10.000 Euro einsteigen kann.

Praxis: Der richtige Beamer im Heimkino

Wer bereit ist, die Montage selbst durchzuführen, kann auch zu den deutlich günstigeren, seit mehreren Jahren auf dem Markt befindlichem ButtKicker- und IBEAM-Shakern greifen. Bei diesen beiden Produkten handelt es sich nicht um Motoren, sondern um eine spezielle Art von Subwoofern. Sie geben gezielt Impulse tieffrequenter Tonsignale ab. Es entsteht ähnlich wie in Disco-Clubs ein stark wahrnehmbarer "Körperschall".

Montieren lassen sich die Kraftbolzen auch an gewöhnlichen Sitzmöbeln. Allerdings muss man für die saubere Impulsübertragung eventuell den Unterbau ergänzen. Angeschlossen wird der IBEAM an die bestehende Soundanlage, der ButtKicker wird mit zusätzlichem Verstärker geliefert.

Es gibt auch besonders günstige Varianten von diesem Konzept um 40 Euro oder weniger. Hier hat man allerdings mit deutlich weniger Kraft und Präzision zu rechnen.

home kino, home entertainment

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Die Spielfantasie kennt keine Grenzen. Kino-Atmosphäre schafft etwa eine Popcorn- Maschine (von Simeo, um 90 Euro).

Die Accessoires

Zu jedem anständigen Heimkino gehören feine Extras, die zusätzlichen individuellen Charakter verleihen:

  • etwa eine Popcorn-Maschine, die man beim Anbieter Domena im Stil der 50er-Jahre bekommt.
  • Wer sich die USA in Reinform nach Hause holen will, schafft dies mit Hot-Dog-Makern. Diese findet man bei eBay, aber auch Versender Pearl kann mit einfachen Modellen schon ab 20 Euro aufwarten.
  • Viel Kino-Atmosphäre schaffen auch Filmplakate - vor allem, wenn sie hochwertig eingerahmt werden.
  • Begehrte Accessoires sind schließlich die in Filmen verwendeten Requisiten. Da sie im Original nicht nur unerschwinglich, sondern auch nahezu unerhältlich sind, haben sich Anbieter auf detailgetreue Kopien spezialisiert. Manche von ihnen besitzen ein "Echtheitszertifikat" und ihre Stückzahl ist limitiert.
Men in Black Neuralizer

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Spitzen-Gadgets für die Heimkinostimmung stellen Repliken der Filmrequisiten dar. Der Neuralizer aus Men in Black, im Volksmund "Blitzdings" genannt, kostet bei replix.de 400 Euro, und es gibt lediglich 1.500 Exemplare davon weltweit.

Das integrierte Heimkino

Nicht jeder hat die Möglichkeit, seinem Heimkino einen eigenen Raum zur Verfügung zu stellen. In den meisten Fällen sind Beamer, Großbild-TVs sowie die Soundanlage im Wohnzimmer integriert. Dann stellt sich vor allem die Frage, wie man das Equipment elegant und doch funktional platziert.

Dabei besteht die Möglichkeit, die Bausteine offen zu präsentieren oder in Möbeln unsichtbar werden zu lassen. In jedem Fall sollte man darauf achten, die Kabel innerhalb von Leitungen verlegen zu können. Das schafft Ordnung und sieht bedeutend besser aus.

Praxis: Unschöne Kabel einfach verstecken

Für Beamer gibt es nur wenige Komplettlösungen. video fahndete etwa nach einem Möbel mit Liftsystem, um den Beamer verschwinden zu lassen, hatte allerdings keinen Erfolg. Die Aufhängung unter der Decke stellt daher nach wie vor eine der aufgeräumtesten Varianten dar.

Für den Großbild-TV findet man deutlich mehr interessante Lösungen. Nobel sind TV-Lifte in Sideboards, wie sie etwa die Möbelhersteller interluebke und Schnepel anbieten. Hier zahlt man allerdings mehrere Tausend Euro.

Günstiger wird es, wenn man nur das Zubehör verschwinden lassen möchte. Hülsta kombiniert Lautsprecher, Zuspieler und Docking-Stationen für Mobilgeräte in einer dezenten Gesamtlösung. Mit geringerem Styling und weniger Raffinesse, aber dafür deutlich günstiger schafft das auch Ikea. Die Schweden setzen damit ihre AV-Serie fort, die sie in der Mitte des letzten Jahres gestartet haben.

IKEA Uppleva

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Bei Ikea sind im Preis ab 1.380 Euro ein 46-Zoll-TV und eine 2.1-Soundanlage im Preis inbegriffen. Auch hier beherbergen die Möbel Besta und Uppleva das Equipment auf sehr dezente Weise.

Zunehmend häufiger möchten die Cineasten ihre großen Bildschirme an der Wand platzieren. Tatsächlich wirkt das enorm elegant. Gegen diese Variante spricht für viele jedoch der Montageaufwand.

Inzwischen gibt es jedoch überraschende Lösungen, die keine handwerkliche Arbeit erfordern. So bietet der französische Hersteller Erard mit StandIt einen formschönen, stabilen und an der Wand anlehnenden Fuß für TVs bis rund 165 Zentimeter Diagonale an. Der Clou: Es sollen nicht einmal Fixierungen nötig sein, weswegen man alles nach Belieben wieder umstellen kann. Die Kabel verlaufen hinter dem System. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

Praxis: Die passende Leinwand im Heimkino

Wer Fernseher einer Edelmarke wie Loewe kauft, kann ähnliche, ganz besonders formschöne Lösungen im Komplettpaket mit dem TV erwerben. High End bietet schließlich Wissmann: Hier hängt der TV wie frei schwebend von der Decke und kann von der Wand aus vor und wieder zurückgeschoben werden.

Eine effiziente sowie ausgesprochen elegante Kombination aus TVs und Zuspielern in einem schmalen Rack findet man bei Luke Furniture. Direkt aus dem drehbaren Fuß ragen Staufächer, und der Fernseher sitzt oben drauf. Das Ganze wirkt skulptural und wie aus einem Guss.

interlübke cube

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Den Fernseher einfach verschwinden zu lassen wünscht sich sicherlich auch so mancher Cineast. Ab rund 6.700 Euro wird das mit interlübkes Lift-System cube möglich. Maximale TV-Größe: 84 cm x 59 cm (Breite x Höhe).

Die passende Audio-Ausstattung

Wer echten Surround-Sound möchte, kann seine Boxen ähnlich wie einen Beamer an die Decke hängen. Dies ist mit kleineren Modellen eine gute Wohnlösung. Die akustischen Bedingungen sind in der Regel gut, solange der Lautsprecher nicht direkt in der Zimmerecke landet.

Praxis: Lautsprecher und AV-Receiver im Heimkino

Für Lautsprecher mit virtuellem Surround-Sound bietet unter anderem der Rack-Hersteller Spectral viele Lösungen. Er arbeitet mit bekannten Boxenproduzenten zusammen, um deren Produkte passgenau zu integrieren. So entstehen Racks, in denen entweder nur die Lautsprecher oder je nach Größe auch die Zuspieler verschwinden. Spezielle Frontmaterialien sollen dafür sorgen, dass der Klang nicht beeinträchtigt wird. Billigere, aber oft weniger formschöne Alternativen findet man im Internet.

Will man die Audio-Video-Zuspieler offen und dennoch aufgeräumt präsentieren, wird man bei Vogel's fündig. Der Anbieter hat Anfang 2013 ein praktisches Wandhalterungssystem zum moderaten Preis entworfen.

Wie bequem darf's sein?

Nicht nur im separaten Kino ist die Wahl des passenden Sitzmöbels entscheidend. Einzelne Hersteller haben sich dem Thema Sitzkomfort jedoch in besonderem Maße gewidmet und auch mit dem Thema Heimkino verknüpft.

So stellt Keyton Sessel für alle denkbaren Sitzpositionen her, die eine Getränkeablage bieten sowie ein Bass-Vibrationssystem als Zusatzausstattung. Sie passen zum Wohnzimmer und in einen separaten Kinoraum gleichermaßen.

Auch bei Ekornes und der Serie Stressless hat Komfort oberste Priorität. Sofa-Varianten des Herstellers bieten zudem Staufächer für Fernbedienungen oder Mobilgeräte. Der kleine Luxus in dieser Kategorie hat seinen Preis: Erst ab rund 2.000 Euro pro Sessel ist man mit dabei.

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