3D Praxis

Kinosaal 3D-tauglich machen

  1. 3D im Kino
  2. Kinosaal 3D-tauglich machen
  3. Interview:

100.000 Euro pro Kinosaal

Einen dritten technischen Weg stellt die Doppelprojektion dar. Zwei Projektoren bespielen hierbei eine lineare Polfilterbrille. Der Nachteil: Der 3D-Effekt kommt nur zum Tragen, wenn der Kopf gerade gehalten wird.

Doch wie aufwendig ist es, einen Kinosaal erst einmal 3D-tauglich zu machen? Kim Ludolf Koch, Chef der zweitgrößten deutschen Kinokette Cineplex, gibt die Antwort: "Um 3D-fähig zu sein, ist zunächst eine digitale Projektions- und Server-Technologie anzuschaffen. Dies setzt in einzelnen Fällen auch voraus, den Vorführraum zu klimatisieren und andere technische Vorkehrungen zu treffen.

Diese Positionen belaufen sich auf rund 70.000 bis 80.000 Euro. Die 3D-Systeme unterscheiden aktive und passive Systeme. Bei den passiven Systemen ist die Anlage teuer und die Brille preiswert, bei den aktiven Systemen ist es umgekehrt. Mit einem Jahresbedarf an Brillen belaufen sich die Kosten zusätzlich noch einmal auf rund 30.000 Euro."

Koch fasst zusammen: "Um einen Kinosaal also 3D-fähig zu machen, ist eine Investition von mindestens 100.000 Euro erforderlich." Das ist nicht wenig, vor allem für die Betreiber kleinerer Lichtspielhäuser. Kein Wunder, dass von den etwas mehr als 4.700 Leinwänden in Deutschland nur etwa 500 als 3D-fähig gelten.

Doch die Kinos profitieren auch von ihrer Investition. Die Eintrittspreise stiegen im Durchschnitt in den letzten zwei Jahren bereits deutlich an: ein Effekt, der insbesondere auf 3D zurückzuführen ist. 6,67 Euro kostete ein Kinoticket 2009 im Schnitt, knapp neun Prozent mehr als noch im Jahr zuvor.

Alternative Analog

Die digitale 3D-Technik ist dennoch vielen Kinobetreibern zu teuer. Der Kopierwerk-Gigant Technicolor hat daher als Alternative ein analoges 3D-System mit einem Objektiv entwickelt, das sich deutlich kostengünstiger auf bereits im Einsatz befindlichen 35-mm-Filmprojektoren installieren lässt und bei der Bildqualität ebenso gute Ergebnisse erzielen soll wie digitales 3D.

Der Kapitaleinsatz könne schon "durch ein bis zwei 3D-Blockbuster wieder eingespielt werden", heißt es bei TC 3D, der Vermarktungstochter des Konzerns. Und die ersten Versuche auf etwa 15 Leinwänden fielen positiv aus.

Doch ob digital oder analog, fest steht: 3D wird auch in Zukunft boomen, zumindest, wenn es nach Cineplex-Chef Kim Ludolf Koch geht: "Ich glaube, wenn regelmäßig starke und attraktive Filme in 3D produziert werden und ins Kino kommen, dass wir langfristig einen Besucheranteil von etwa 20 bis 30 Prozent für die 3D-Filme haben."

3D habe der Branche einerseits einen Impuls gegeben, die technische Marktführerschaft wieder zu übernehmen und habe "andererseits die Kunden wieder vom heimischen Monitor weggelockt, weil wirklich etwas Spektakuläres zu sehen ist", berichtet Kim Ludolf Koch.

Nur eine Forderung von Filmproduzent Martin Moszkowicz muss die Branche jetzt noch erfüllen, die da lautet: "Wir brauchen erheblich mehr 3D-Leinwände."

Fortsetzung folgt: Am Anfang war Pandora

3D-Kinofilme gab es auch schon vor "Avatar". Doch das Sci-Fi-Abenteuer von James Cameron, das Ende 2009 in die Kinos kam, gilt als eigentlicher Beginn der 3DÄra. Das Meisterwerk setzte völlig neue Maßstäbe: Weit über 2,7 Milliarden US-Dollar spielte der Film bis dato ein. In Deutschland sahen die Story um das Sternensystem Alpha Centauri mehr als elf Millionen Zuschauer.

Und ein Ende ist nicht in Sicht. Am 2. September star-tete eine erweiterte Fassung des Films erneut im Kino. Zudem plant Cameron bereits den zweiten und dritten Teil der Saga, die voraussichtlich ab 2013 zu sehen sein sollen. Zu einem Starttermin der heiß ersehnten 3DBlu-ray des ersten Teils wollte sich der Star-Regisseur dagegen bisher nicht äußern. Noch seien nicht ausreichend 3D-Fernsehgeräte verkauft worden, ließ der Rendite-orientierte Meister verlauten.

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