Spionage-Tools aussperren

So schützen Sie sich vor Keyloggern

Keylogger und andere Angreifer sind Tools, die sich unbemerkt im System einnisten. Die unerwünschten Programme zeichnen Ihre Tastatureingaben auf, machen Screenshots Ihrer Programme und beobachten Sie bei Ihrer Arbeit. Das Problem dabei ist: Viele Antiviren-Tools entdecken diese Angreifer nicht. So können Sie sich schützen.

Der US Secret Service warnt vor Keyloggern auf kompromittierten Hotel-Rechnern.

© Maksim Kabakou - shutterstock.de

Keylogger, auf Deutsch "Tasten-Protokollierer", sind eine besonders fiese Spezies unter den Viren und Trojanern. Die kleinen Tools nisten sich unbemerkt im System ein und zeichnen alle Ihre Eingaben auf. Dadurch lassen sich Zugangsnamen, Kennwörter, Online- PINs und -TANs problemlos aufzeichnen. Aber das ist nicht alles: Die Tools machen in regelmäßigen Abständen unbemerkt Aufnahmen Ihres Desktops und sehen so alle Informationen, die Sie auch sehen. Wenn der PC oder das Notebook mit einer Webcam ausgestattet ist, macht auch diese regelmäßig Aufnahmen, speichert die Bilder oder versendet sie an einen Angreifer. Ansonsten verhalten sich Keylogger ruhig und werden nicht bemerkt.

Die gewollte Überwachung

Neben Kriminellen nutzen auch viele Eltern Keylogger, um die Rechner ihrer Kinder zu überwachen - aber auch einige Arbeitgeber verwenden solche Tools. Herkömmliche Virenscanner finden in vielen Fällen den Keylogger nicht. Um sich zu schützen, benötigt man spezielle Tools, die den Rechner nach genau diesen Angreifern durchsuchen, Alarm schlagen und am besten auch gleich entfernen.

Auch in Internetcafés sind häufig Keylogger installiert. Da man die Spionage-Tools auf diesen Rechnern normalerweise nicht entfernen kann, helfen unsere Tipps bei generellem Verdacht auf einen Keylogger.

Rechtliche Lage zu Keyloggern

Generell gilt, dass Keylogger illegal sind. Unternehmen dürfen Keylogger nur dann einsetzen, wenn der Betriebsrat zugestimmt hat. Ansonsten ist das Ausspähen von Daten im Strafgesetzbuch nach §202a untersagt. Eltern dürfen durchaus auf ihrem eigenen PC einen Keylogger installieren; ob es moralisch zu rechtfertigen ist, damit den eigenen Partner oder Familienmitglieder zu überwachen, muss jeder selbst entscheiden. Keylogger sind zwar gut versteckt, allerdings lassen sie sich durchaus entdecken und entfernen.

Virtuelle Tastatur

© Screenshot WEKA / PCgo

Mit virtuellen Tastaturen wie der Windows-Bildschirmtastatur tricksen Sie Hardware-Keylogger aus.

Spionage via Soft- und Hardware

Neben Software-Keyloggern, also Viren oder Zusatztools, gibt es auf dem Markt auch Hardware-Keylogger. Diese lassen sich bei genauem Hinsehen leicht erkennen. Sie werden als Adapter zwischen dem USB-Anschluss des Rechners und der Maus/Tastatur gesteckt. Haben Sie so einen Adapter, handelt es sich eventuell um einen solchen Keylogger. Entfernen Sie diesen, oder überprüfen Sie Marke und Typ. Mit etwas Recherche können Sie Gewissheit erlangen.

Um einen Hardware-Keylogger auszutricksen, verwenden Sie einfach eine virtuelle Tastatur. Rufen Sie mit der Tastenkombination [Windows] + [R] den Ausführen-Dialog auf. Tippen Sie dort osk.exe ein, und klicken Sie auf OK. Damit starten Sie die Bildschirm-Tastatur von Windows. Diese bietet allerdings keinen Schutz vor Software-Keyloggern. Mit den beiden Spezialtools Keylogger Detector und SpyShelter gehen Sie gezielt gegen Keylogger vor.

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