PC absichern - mit Augenmaß

Keine Panik bei Viren-Angiffen

Mit wenigen Handgriffen sichern Sie Ihren PC vor Angriffen und reagieren angemessen auf Viren-Warnungen.

Keine Panik bei Viren-Angiffen

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Keine Panik bei Viren-Angiffen

Ohne Firewall und Virenscanner sollten Sie sich sich nicht ins Internet wagen. Aber muss es wirklich das Sicherheitspaket mit jeder Menge Zusatzfunktionen sein? Genügen nicht die Windows-Bordmittel, die Ressourcen sparen und ältere PCs nicht überfordern? Die Antwort ist Jein. Während die Windows-Firewall durchaus brauchbar ist, fehlt selbst in Windows Vista ein Virenschutz. Ohne Spezialprogramme geht nichts. Mit zusätzlichen Maßnahmen, die in der Praxis wenig Zeit kosten, machen Sie Ihren PC weitgehend sicher. Eine kommerzielle Security Suite bringt mehr Sicherheit, aber kaum wirkliche Vorteile.

Auf den folgenden Seiten lesen Sie, welche Tools und Maßnahmen wir für empfehlenswert halten, um eine Vireninfektion zu verhindern und Schäden im Ernstfall zu begrenzen. Allerdings: Auch die ausgefeiltesten Programme und Maßnahmen schützen nicht hundertprozentig vor einer PC-Infektion. Zu rasch dreht sich die Aufrüstungsspirale zwischen Hackern und Software-Industrie, zu viele Angriffsstellen bietet ein normaler PC.

Backup ist das A&O

Ein Trojaner hat sich tief in Windows eingenistet und lässt sich einfach nicht mehr entfernen? Oder ein Virus hat wichtige Steuerunterlagen, die MP3-Sammlung oder Ihre Familienfotos gelöscht? Auch echte Hardware-Fehler der Festplatte sind zwar selten, aber nie auszuschließen. Dann ist ein Backup von Daten und Systempartition Gold Wert.

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Aber sicher: Acronis TrueImage sichert ganze Partitionen und bringt ein Datei-Backup mit.

Im Zeitalter von externen USB-Festplatten, die für rund 100 Euro bis zu 500 GByte Speicherplatz mitbringen, ist das Platzproblem kein Thema. Sie müssen nur die Disziplin aufbringen, die Backups tatsächlich anzulegen. Sinnvoll sind zwei verschiedene Backups:

  • Ein komplettes Image der Windows-Systempartitionerlaubt das schnelle Wiederherstelleneines lauffähigen PC, selbst wenn Sie diekomplette Festplatte austauschen müssen.Sie starten den PC mit der Notfall-CD desDisk-Image-Tools und spielen das Image zurückauf die Festplatte. Alle paar Monate odernach größeren Änderungen an Windows solltenSie ein neues Image anlegen.Fotos, Word-Dokumente, E-Mail-Archiveund anderes sichern Sie mindestens wöchentlichseparat mit einem Backup-Tool. AcronisTrueImage 10 Home oder Norton Save & Restore2.0 bringen entsprechende Funktionen mit.

Tipp: Die Backup-Festplatte sollte nicht ständig am PC angeschlossen sein. Damit steigt das Risiko, versehentlich Dateien zu löschen oder bei einer Virenattacke alle Files zu verlieren.

Regelmäßige (Windows-) Updates

Wer nichts anklickt, kann sich auch nicht infizieren. Was vor ein paar Jahren noch als Ultima Ratio galt, hat heute ausgedient. Viele Schädlinge nutzen gezielt Sicherheitslücken in Windows und anderen Programmen aus, um ohne Zutun des Anwenders beim Eintreffen auf dem PC aktiv zu werden. Solche Exploits gibt es nicht nur bei Windows und im Internet Explorer, sondern auch bei Office, E-Mail-Clients, Instant Messengern, Packprogrammen, Video-Playern und ... Meist schließen die Hersteller ein die Lücke recht schnell mit einem Update. Damit Sie keinen Patch verpassen, sollten Sie die automatische Online-Prüfung aktivieren - viele Software-Pakete bieten eine entsprechende Funktion an.

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Mahnung beachten: Windows-Updates sollten Sie zügig einspielen, um Sicherheitslücken zu schließen.

Tipp: Aktivieren Sie beim Windows-Update das erweiterte Microsoft-Update. Dann erhalten Sie auch Updates für Office und andere Microsoft-Tools.

Browser entschärfen

Ein Großteil der aktuellen Malware fangen sich Benutzer beim Surfen im Internet ein. So genannte Drive-By-Downloads aktivieren sich über Sicherheitslücken im Browser oder E-Mail-Programm und starten einen Downloader, der weitere Schad-Software auf den PC holt. Der Anwender merkt meistens nichts davon. Es reicht auch nicht, dubiose Websites zu meiden, Hacker greifen gezielt bekannte Websites an und fügen ihnen Schadcode ein. Bis der Betreiber die Manipulation bemerkt und entfernt, können etliche Stunden vergehen.

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Draußen bleiben: Für Firefox regelt NoScript auf Site-Basis, ob Skripte erlaubt sind.

Die meisten Sicherheitslücken basieren auf JavaScript und Java sowie Microsofts ActiveX. Diese Features sollte man deshalb abschalten und nur für einzelne Websites gezielt aktivieren, die ohne nicht funktionieren.

Das klappt beim Internet Explorer mit den Sicherheitszonen nur sehr umständlich und lückenhaft. Die Browser Opera und Firefox (mit dem kostenlosen Add-on NoScript) erlauben blitzschnell über eine Funktionstaste die individuelle Freischaltung für die aktuelle Webseite.

DSL-Router oder direkt?

Jeder PC mit Internet-Zugang ist über seine IP-Adresse erreichbar. Je nach technischer Ausführung ist der PC mehr oder weniger gefährdet. Es gibt zwei Varianten:

  • Der PC hängt direkt am DSL-Modem.Die IP-Adresse des PCs ist im Internet sichtbar, alle eingehenden Datenpakete werden direkt an den PC zugestellt.Der PC ist an einen DSL-Router angeschlossen.Damit sich mehrere PCs einen Internet-Zugangteilen können, trennt der Router interneIP-Adressen und die externe IP-Adressefür das Internet (Network Address Translation,kurz NAT). Eingehende Datenpakete verteiltder Router auf die einzelnen PCs, dabeikönnen nur Antwortpakete auf ausgehendeDaten passieren. Unaufgefordert zugesandteDatenpakete mit Exploits haben damit keine Chance.

In beiden Fällen ist eine Desktop Firewall Pflicht. Wer einen PC mit Windows ohne aktuelle Updates direkt ans Internet hängt, kann schon nach wenigen Minuten mit einem infizierten System rechnen. Hinter einem DSL-Router kann ein anderer PC im selben Netz mit einem Wurm infiziert sein und schädliche Datenpakete verschicken.

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