Kryptowährungen

McAfee-Coins: Gewinner und Verlierer - DGB, TRON, Stellar und Co.

  1. John McAfee: Coin of the Day / Week – Sichere Bank oder nur „Pump & Dump“?
  2. McAfee-Coins: Gewinner und Verlierer - DGB, TRON, Stellar und Co.
McAfee Coins

© Screenshot / Twitter

Auf seinem Twitter-Profil beschäftigt sich John McAfee ausgiebig mit Kryptowährungen.

Wir schauen, welche Coins John McAfee bereits „beworben“ hat und wie es um sie steht. Die Liste umfasst bisher zehn Coins, von denen der erste am 21. Dezember und der bislang letzte am 22. Januar empfohlen wurden. Wir zeigen, wann McAfee seinen Tweet abgesetzt hat und schauen jeweils auf die Kursentwicklung in der Dreimonatsansicht (Drücken Sie im Chart auf coinmarketcap.com auf „3m“). Der Link hinter dem Coin-Namen führt Sie zu Coinmarketcap. Von dort können Sie weitere Informationen zum Coin abrufen, etwa die offizielle Webseite zum jeweiligen Projekt. Wir fokussieren uns hier auf den McAfee-Effekt.

  1. Electroneum  (ETN) - Tweet vom 21. Dezember
  2. Burst (BURST) - Tweet vom 22. Dezember 
  3. Digibyte (DGB) - Tweet vom 23. Dezember 
  4. Reddcoin (RDD) - Tweet vom 24. Dezember 
  5. Humaniq (HMQ) - Tweet vom 25. Dezember
  6. Tron (TRX) - Tweet vom 26. Dezember
  7. Factom (FCT) - Tweet vom 1. Januar
  8. Doge (DOGE) - Tweet vom 8. Januar
  9. Stellar (XLM) - Tweet vom 15. Januar
  10. Syscoin (SYS) - Tweet vom 22. Januar

Schauen wir uns grob alle besagten Altcoins an, stellen wir fest, dass in den meisten Fällen der McAfee-Effekt noch wirkt. Es gibt klare Gewinner, die sich nach einem ersten Wachstum mit abflachender Kurve nochmals weiter im Wert steigern konnten und ihrem langfristigen Trend weiter folgen. Das trifft etwa auf Burstcoin zu, das am 22. Dezember von McAfee genannt wurde und dann stark anstieg, bis zum Jahreswechsel aber fiel. Nach der ersten Januarwoche kam es aber zu einem erneuten Kursanstieg, der den ersten überflügelte. Hier sorgten positive Nachrichten und Weiterentwicklungen des Projekts für anhaltende Investitionsfreude bei Käufern. Das trifft auch auf die Altcoins Digibyte und Reddcoin zu. Spätere Abfälle liegen unter anderem am Bitcoin-Kurs, der den gesamten Markt beeinflussen kann.

McAfee Coins

© Screenshot / Twitter, Coinmarketcap

McAfees Tweets haben definitiv einen Effekt auf den Kursverlauf von Kryptowährungen. Negativ muss er auf mittlere und langfristige Sicht aber nicht sein.

Anders sieht es bei Humaniq, Factum, Doge und teilweise Tron aus. Hier entwickelt sich der Kurs langsamer oder gar fortwährend negativ, nachdem McAfee seine Tweets absetzte. Als Verlierer kann man sie aber noch nicht abschreiben. Stellar hingegen geriet schon vorher in den Fokus und wuchs deutlich im Wert, gefolgt von einem kleinen Abfall. Dass McAfee Stellar im Anschluss „das neue Bitcoin“ nannte, half ein wenig. Der Kurs rappelte sich nach beunruhigenden Meldungen aus China über Mining-Regulierungen und Handelsverbote wieder auf und entwickelt sich aktuell positiv weiter. Electroneum können wir im Zuge des entsprechenden Tweets fast ausklammern. Hier dürfte die Reaktionsfreude von Nutzern auf Empfehlungen von McAfee noch nicht so ausgeprägt gewesen sein. Es war schließlich der erste Coin of the Day – da war der Hype um McAfees Tweets noch nicht ausgebrochen. In der Nachbetrachtung können wir ebenso eher positive denn negative Folgen ausmachen.

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Der Markt der Kryptowährungen ist noch jung, dahinterstehende Startups sind noch in der Entwicklung. Dass im Anschluss an einen starken Abverkauf durch Investoren nicht direkt ein großes Kaufinteresse entflammt, kann einfach durch eine weniger Aufmerksamkeit erregende Weiterentwicklung an den jeweiligen Projekten liegen. Ebenso wirken aktuelle Verunsicherungen um den Markt in verschiedenen Ländern noch nach. Aber gerade Altcoins wie Burstcoin, Digibyte, Reddcoin oder Stellar beweisen, dass sich John McAfee nicht unbedingt Projekte für „die schnelle Mark“ ausgesucht hat, sondern Investoren weiterhin an eine gute Entwicklung glauben.

Im Falle des vielbeachteten Tron dürfte erstgenanntes zutreffen: Das Projekt ist noch jung und muss sich entwickeln. Diese Woche soll beispielsweise die aktuelle Roadmap zum Projekt veröffentlicht werden, die für neue Impulse sorgen könnte. Bei Humaniq etwa stehen entsprechend Ende Januar neue Events an, die Neuigkeiten bringen können. Bis dahin dürften auch vermeintliche Verlierer des McAfee-Effekts die plötzlich erhöhte Aufmerksamkeit und zu hohe, kurzfristig nicht erfüllbare Erwartungen abgeschüttelt haben. Es sei denn, der Bitcoin funkt dazwischen.

Fazit:

Wir finden wenig Grund zur Annahme, dass John McAfee seine Reputation aufs Spiel setzen sollte. Für McAfees „Coin of the Day/Week“-Empfehlungen finden wir ebenso nichts, was seinen genannten Motiven, besonders erwähnenswerte Projekte zu erwähnen, widersprechen könnte. Die Kurse der meisten Coins lassen bislang wenig bis keinen Grund zur Sorge aufkommen. Für die jüngste Empfehlung (Sys) ist es noch zu früh für eine Aussage - und Stellar blieb im Gesamtbild anscheinend unbeeindruckt. Abschließend sollten wir dennoch mit Blick auf die kurzfristigen, teils heftigen Kursauswirkungen festhalten, dass Sie erst abwarten sollten, anstatt „Empfehlungen“ blind zu vertrauen. Eine "sichere Bank" finden Sie im Kryptomarkt wie auf vielen anderen Märkten wahrscheinlich nur sehr, sehr schwer!

  • Hinweis: pc-magazin.de berichtet vom Kryptowährungsmarkt und liefert Anleitungen zur Teilnahme. Sie finden bei uns keine Finanz- und Anlagetipps. Sie sind für Ihr Handeln und Ihre Investments alleine verantwortlich.

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