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Speicher- und Prozessorengeflüster

Undenkbar sind Entwicklungen im IT-Bereich ohne entsprechende Fortschritte bei Prozessoren und Speichern. Schließlich müssen nicht nur in selbstfahrenden Autos, sondern auch bei persönlichen Assistenten, Robotern, Drohnen oder in virtuellen Realitäten ungeheure Datenmengen verarbeitet, gespeichert und weitergegeben werden. So rüsten die großen CPU-Lieferanten kräftig auf. Im PC- und Notebook-Bereich kommen die ersten Computer mit Intels Kaby-Lake-Prozessoren auf den Markt. Die neuen, im 14-nm-Produktionsverfahren gefertigten Chips sollen eine bis zu 19 Prozent höhere Web-Performance haben und nahtloses Streamen von 4K-Ultra-High-Definition-Videos ermöglichen. Das liegt unter anderem an der höheren Taktfrequenz – der neue Intel Core i7-7700K etwa taktet mit 4,2 GHz. 

Intel Core i7

© Intel

Geräte mit Intels Kaby-Lake-Prozessoren werden 2017 verstärkt auf den Markt kommen.

Die nächste CPU-Generation steht bei Intel bereits am Start. Mit Cannonlake sollen Chips erstmals im 10-nm-Verfahren gebaut werden. Der Konkurrent AMD zaubert mit Zen einen neuen Prozessor aus dem Hut, dem eine neuartige Architektur zugrunde liegt. AMDs neuer Chip ist Simultaneous-Multithreading-(SMT-)fähig. Ferner sollen ein neuer Drei-Ebenen-Cache mit niedriger Latenz und neue Vorabruf-Algorithmen eine Reduzierung von Cache-Fehltreffern und eine größere Bandbreite im Vergleich zur vorherigen Mikroarchitektur ermöglichen. Mit den ersten Zen-basierten Chips (Summit Ridge) ist Anfang 2017 zu rechnen.

Fortschritte sind auch im Speicherbereich zu erwarten. Im Sommer 2016 hatte Seagate mit seiner 60 TByte großen SSD (im 3,5-Zoll-Format) gezeigt, dass die größtmögliche Speicherkapazität bei SSD-Festplatten noch nicht ausgereizt ist. Die Seagate-Platte bietet eine doppelt so hohe Speicherdichte und eine viermal höhere Speicherkapazität als die bis dahin möglichen 15 TByte. Auf der 60-TByte-SSD haben nicht weniger als 400 Millionen Fotos oder 12.000 DVDs Platz. Western Digital und Toshiba streben sogar die 100 TByte an. Dabei setzen die Speicherspezialisten auf Speicherzellen mit 4 Bit (statt wie bisher 3 Bit).

Insgesamt bietet das Jahr 2017 für Technik-Freaks wieder viele aufregende Spielzeuge: Egal ob Sie Mykie Ihre Aufträge erteilen, mit Daydream durch fremde Galaxien reisen oder sich real und automatisch mit Bosch durch den Stau kutschieren lassen – es bleibt spannend.

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