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Vernetzte Mobilität

Bewegung wird es auch im Bereich der vernetzten Mobilität geben. Der Digitalverband Bitkom geht davon aus, dass intelligente Verkehrszeichen oder smarte Bordsysteme schon bald Alltag auf deutschen Straßen sein werden. Einer Bitkom-Umfrage zufolge ist jeder fünfte Autofahrer (19 Prozent) grundsätzlich bereit, seinem Auto im fließenden Verkehr auf der Autobahn die Kontrolle zu überlassen. 17 Prozent würden dies im Stadtverkehr tun und 5 Prozent sogar während der gesamten Fahrt. Am höchsten ist die Bereitschaft erwartungsgemäß in tempoarmen Fahrsituationen, also beim Parken (64 Prozent) oder im Stau (46 Prozent).

Damit automatisiertes Fahren tatsächlich auf der Straße zur Normalität wird, gilt es, neben technischen Hürden auch rechtliche zu überwinden. Dafür wurde eigens die Wiener Konvention für den Straßenverkehr geändert. Nun sind automatisierte Fahrtechnologien, die Fahraufgaben an das Fahrzeug übertragen, explizit im Straßenverkehr zugelassen. Voraussetzung ist, dass diese Technologien mit den Fahrzeugverordnungen der Vereinten Nationen übereinstimmen oder vom Fahrer übersteuert oder ausgeschaltet werden können.

Audi Fußgängerschutz

© Audi

Immer mehr Autofahrer in Deutschland können sich vorstellen, in bestimmten Fahrsituationen das Steuer dem Computer zu überlassen.

Mit Hochdruck werden Autobauer weiter an selbstfahrenden Autos basteln und den Automatisierungsgrad in Fahrzeugen weiter erhöhen. Bei dem Autozulieferer Bosch zum Beispiel ist ein modernes HMI (Human Machine Interface) für die Fahrzeugbedienung zentraler Baustein des automatisierten Fahrens. Das Bosch-Erprobungsfahrzeug erkennt seinen Fahrer über eine neu entwickelte Innenraumkamera, lädt dessen Nutzerprofil mit allen bevorzugten Fahrzeugkonfigurationen sowie Reisezielen und übernimmt auf Wunsch das Fahren. Damit der Fahrer während der automatisierten Fahrt jederzeit wieder sicher das Steuer übernehmen kann, achtet die Innenraumkamera darauf, dass er nicht einschläft. Bei lange geschlossenen Augen erfolgt eine Warnung.

Während der automatisierten Fahrt stehen dem Fahrer über das zentrale Display im Testfahrzeug mehr Infotainment-Funktionalitäten zur Verfügung, als wenn er selbst fährt. Und die SmartHome-App von Bosch ermöglicht ihm sogar, einen Blick in seinen Kühlschrank daheim zu werfen. Reichen Getränke und Vorräte für den geplanten Grillabend mit Freunden oder muss noch ein Einkaufsstopp eingelegt werden? Inzwischen ist die Straßenfarbe in der Navigationskarte von Blau zu Orange gewechselt. Bedeutet: Die automatisierte Fahrt endet in fünf Kilometern. Der Fahrer muss sich nun auf die Übernahme des Steuers vorbereiten. Reagiert er nicht, ertönt ein Hinweiston, der rechtzeitig vor Ende der automatisierten Fahrt in einen permanenten Warnton mit optischen Warnhinweisen übergeht. Durch erneutes, gleichzeitiges Drücken der Lenkradknöpfe übernimmt der Fahrer wieder das Steuer.

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