Profi-Helfer für defekte Scheiben

IsoBuster

Sofern die Strukturen des Dateisystems noch intakt sind, können Sie die geretteten Dateien anschließend einfach per Datei-Browser öffnen oder auch kopieren. Ist das nicht der Fall, hilft möglicherweise IsoBuster weiter: Die Pro-Version des Programms bietet eine Funktion, die Dateien anhand ihrer Header erkennen und im begrenztem Umfang rekonstruieren kann. Mittels Wine lässt sich IsoBuster auch unter Linux einsetzen.

SecurDisc

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Der DVD-Brenner LG GSA-H55N ist einer der ersten SecurDisc-Brenner, die bereits im Handel erhältlich sind.

Einen ähnlichen Ansatz wie das RS02- Verfahren von dvdisaster verfolgt auch das von Nero und LG entwickelte SecurDisc-Verfahren: Es nutzt verbleibenden freien Speicherplatz auf den Medien für die mehrfache, redundante Speicherung der Daten. Nero hält sich allerdings mit genauen Details zum Dateisystem bedeckt.

Tatsache ist, dass SecurDisc Datenträger stets komplett beschreibt, selbst wenn die Nutzdaten nur wenige MByte umfassen. Ein wesentlicher Unterschied zu dvdisaster liegt darin, dass SecurDisc keine reine Software- Lösung ist, sondern neben der Nero-Software speziell angepasste Brennerfirmware voraussetzt.

Stößt die standardmäßige Fehlerkorrektur an ihre Grenzen, kann das Laufwerk die zusätzlichen Fehlerkorrekturdaten direkt nutzen, um die beschädigten Sektoren zu rekonstruieren. Optional verschlüsselt SecurDisc die Daten mit einer AES-128-Bit-Verschlüsselung.

Schleifen und polieren

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Tools CD DVD Daten DVDisaster Lesefehler Rettungsstrategie Datenschätze

Ist der Lead-in-Bereich des Datenträgers intakt, lautet die Devise, zunächst möglichst alle noch lesbaren Sektoren in einer Image-Datei zu sichern und den Datenträger erst anschließend zu polieren, zu putzen oder Ähnliches - schließlich besteht hierbei immer die Gefahr, neue Schäden zu verursachen.

Leichte Kratzer und stumpfe Oberflächen behandeln Sie am besten mit spezieller Polierpaste. Eine Stichprobe mit Zahnpasta als alternatives Schleifmittel verbesserte die Leseleistung bei unseren Tests nur unwesentlich.

Das Beseitigen von tiefen Furchen und Rillen bleibt hingegen professionellen Reparaturdiensten vorbehalten. Bei Kratzern, die bis auf die Reflexionsschicht reichen und diese beschädigt haben, sind allerdings auch die Profis machtlos. Haben sich Luftblasen zwischen Carbonat und Reflexionsschicht herausgebildet, hilft es, die Disc im Gefrierfach abzukühlen: Die Luftblasen verschwinden und die Disc ist zumindest für einige Minuten wieder lesbar.

Zeigen sich bei machen Scheiben Risse im Innenring, sollten Sie Ihre Daten möglichst schnell und bei gedrosselter Laufwerksgeschwindigkeit umkopieren, denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis solche Scheiben im Laufwerk auseinanderbrechen.

Vorsorgen statt nachsorgen

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Tiefe Furchen und Kratzer: Ein klarer Fall für professionelle Reparaturdienste - solange die Reflextionsschicht intakt ist.

Ein Highlight von dvdisaster ist die Möglichkeit, zusätzlichen fehlerkorrigierenden Code einzusetzen, der selbst dann noch eine vollständige Wiederherstellung der gespeicherten Daten erlaubt, falls die üblichen Fehlerkorrekturmechanismen versagen.

Ausgangspunkt ist ein Image des Datenträgers: Das Programm analysiert zunächst die Sektorstruktur des Images und generiert daraus zusätzlichen Reed-Solomon-Code. Für die Speicherung der gewonnenen Fehlerkorrekturdaten bietet dvdisaster zwei Verfahren an.

Das ältere RS01-Verfahren arbeitet noch mit einer separaten Fehlerkorrekturdatei. Zur Wiederherstellung eines beschädigten Datenträgers muss die Fehlerkorrekturdatei selbst unversehrt sein. Gut beraten ist, wer die ECC-Datei gleich mehrfach sichert.

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Beim RS02-Verfahren integriert dvdisaster den Fehlerkorrektur-Code direkt in die Image-Datei eines Datenträgers.

Dafür ist beispielsweise der Grad der Redundanz weitgehend frei wählbar; sinnvolle Einstellungen beginnen bei etwa 15 Prozent. Zudem können Fehlerkorrekturdateien auch noch nachträglich, also von bereits gebrannten Medien erzeugt werden. Ein Image nebst ECC-Datei ist schnell angelegt: Legen Sie einen Datenträger ein und klicken Sie auf Lesen. dvdisaster erzeugt zunächst eine Abbilddatei.

Anschließend öffnen Sie die Programmkonfiguration, wählen unter Fehlerkorrektur/Abspeichern in die Option Fehlerkorrektur-Datei (RS01) aus und legen den gewünschten Redundanzgrad fest. Schließen Sie die Programmkonfiguration und klicken Sie abschließend auf Erzeugen.

Als Alternative bietet sich das RS02-Verfahren an: Statt die zusätzlichen Fehlerkorrekturdaten in einer separaten Datei zu speichern, werden diese vor dem Brennen direkt in die Abbilddatei integriert.

Vorteil dieser Variante: Original und Korrekturdaten liegen gemeinsam auf einem Datenträger und müssen nicht separat verwaltet werden. Zugleich wird der verbleibende Restspeicherplatz auf dem Medium sinnvoll genutzt. Nachteil: Das Verfahren ist für bereits gebrannte Medien eher ungeeignet, da das Einbinden der Fehlerkorrekturdaten bereits vor dem Brennen erfolgen muss.

Zudem ist der Grad der Redundanz durch den verbleibenden Restspeicherplatz auf dem Datenträger limitiert:Bei einem randvoll mit Daten gefüllten Medium lässt sich das Verfahren kaum sinnvoll einsetzen.

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Beschädigte Sektoren rekonstruiert dvdisaster anhand des zuvor erzeugten fehlerkorrigierenden Codes.

Zugleich mindert der gemeinsam genutzte Speicherort die Zuverlässigkeit des Verfahrens - schließlich können Beschädigungen des Datenträgers auch die gespeicherten Fehlerkorrektur-Informationen betreffen. Die Redundanz sollte daher zwischen 20 und 30 Prozent betragen.

Um die Image-Datei mithilfe des generierten Fehlerkorrektur-Codes zu rekonstruieren, genügt es, dvdisaster zu starten, in der Konfiguration das bei der Erstellung verwendete Fehlerkorrekturverfahren auszuwählen, die Pfadangaben anzupassen und auf Reparieren zu klicken. Danach sollte mit etwas Glück eine fehlerfreie ISO-Datei vorliegen.

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