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IPTV - die Zukunft des Fernsehens?

Die neue Welt des Fernsehens liefert noch mehr Programme, Service und Extras direkt ins Wohnzimmer. Das Besondere: Sie kommt aus dem Internet.

IPTV

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IPTV

Das neue Fernsehen" nennt ein bekannter Ex-Monopolist das Fernsehen via Datennetz. Neu? Sicher! Aber was ist anders beim Fernsehen via Internet als über Kabel, Sat oder DVB-T? Erstens: der Name. IPTV steht für "Internet Protocol TeleVision". Bei der Telekom firmiert es unter dem Namen "T-Home Entertain", die Konkurrenten nennen es "Arcor Digital TV" oder "Alice TV".Gemeint ist stets das Gleiche: Programme, die mit ähnlichem Qualitätsanspruch wie beim Kabel-oder Satellitenempfang via Internet verbreitet, mit einer speziellen Settop-Box empfangen und auf dem TV-Gerät gezeigt werden. Im Grunde ist also alles beim Alten.

Denn mit pixeligen Webvideos auf YouTube, Web-Video-Angeboten a la ARD-oder ZDF-Mediathek oder anderen Streaming-Diensten hat IPTV so viel zu tun wie die Blu-ray mit Bandsalat. Der Begriff steht für Fernsehen auf dem TV-Gerät, aber für Empfang per DSL-Leitung.

Was ist neu an IPTV?

Vor allem der Übertragungskanal, über den TV-Programme ins Haus kommen, ist neu: die DSL- Datenleitung. Die Inhalte passieren den DSL-Router und gelangen per Netzwerkkabel in eine IPTV- Settop-Box. Die empfängt Sendungen als Bits und Bytes, entschlüsselt sie und schickt sie zum TV- Gerät.

Die echte Innovationen steckt im Datennetz selbst: Während TV-Satelliten und -Kabelnetze alle Kanäle auf einmal ins Haus schicken, funktioniert die Übertragung von Bild und Ton via DSL individuell. Der Server überträgt nur das Programm, das gerade läuft. Schaltet der Zuschauer vom Ersten auf das ZDF um, sendet die Box den Befehl an den IPTV-Server. Der schaltet blitzschnell aufs "Zweite" und schickt dessen Bild- und Tondaten per Datenleitung ins Haus.

Fernsehen funktioniert nur mit einem kontinuierlichen Datenstrom. Das Internet basiert aber auf der Übertragung einzelner Datenpakete, die nicht immer in der richtigen Reihenfolge und zu einem exakten Zeitpunkt ankommen. Um Fernsehsendungen über dieses Medium zu verbreiten, ist deshalb ein großzügiges Datenbudget nötig: Je nach Anbieter gibt es IPTV ab einer DSL-Geschwindigkeit von sechs oder 16 Megabit pro Sekunde.

TV-Programme selbst benötigen aber via IPTV nur zwei bis drei Megabit pro Sekunde. Die Differenz ist notwendig, um die Übertragungsqualität sicherzustellen und nebenher Computerdaten übertragen zu können.

Ganz wichtig: IPTV ist nur dort nutzbar, wo solche Datenraten technisch erreichbar sind. Die echte DSL-Geschwindigkeit wiederum hängt von mehreren Faktoren ab. Neben der Entfernung zur nächsten Vermittlungsstelle spielt auch die dort eingesetzte Technik eine Rolle. Zusätzlich müssen die speziellen IPTV-Server vor Ort installiert sein.

Deren Verbreitung ist bei den IPTV-Anbietern unterschiedlich. Auf den Internetseiten von T-Home, Arcor und Alice können Interessenten aber per Adresseingabe herausfinden, ob sie IPTV nutzen können. Und: Das Internet-Fernsehen ist untrennbar mit einem Telefon- und DSL-Anschluss des Anbieters verknüpft. Surfen via Telekom-Anschluss, aber Internet-TV bei Arcor - das geht nicht.

Der Fernseh-Empfang läuft stets über eine Settop-Box des Anbieters. Die Boxen von Alice, Arcor und T-Home haben einiges gemeinsam. Neben analogen Audio-/Videoanschlüssen bieten sie auch je einen HDMI-Ausgang, für den sie alle Bildinformationen auf Wunsch ins HD-Format 1080i umwandeln.

Als HDTV- Empfänger taugt aber bislang nur der T-Home-Media-Receiver MR 300: Wer IPTV über VDSL mit 25 oder 50 Megabit pro Sekunde bezieht, der kann sich damit HDTV-Sender wie Anixe HD oder Premiere HD zu Gemüte führen.

IPTV bietet auch Videothek per Knopfdruck. Mehr zum Thema und den anfallenden Kosten auf Seite 2...

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