Apfel für die Hosentasche

iPhone - Anwendungen ohne Objective-C

Titanium von Appcelerator ermöglicht die Erstellung von mobilen Anwendungen auf Basis von etablierten Webtechnologien - auch für iPhone und iPad.

  1. iPhone - Anwendungen ohne Objective-C
  2. Implementierung
  3. Live-Gang
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© Christian Wenz, Daniela Schrank

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Wir haben uns im Artikel "Anwendungen für die Hosentasche" schon bitterlich beklagt: Der Run auf mobile Anwendungen unter Android- oder iPhone-Geräten ist ungebremst, doch das macht die zugrunde liegenden Technologien nicht gerade attraktiver. Java, die Sprache in der Android- Anwendung erstellt werden, ist immerhin etabliert und weit verbreitet.Dennoch haben wir mit Titanium Developer von Appcelerator einen Weg gefunden, um rein auf Basis von JavaScript, CSS und ein paar Hilfsbibliotheken Anwendungen zu erstellen, die dann automatisch in Java umgewandelt und schließlich in Android-Anwendungen konvertiert werden.In der Apple-Welt sieht das leider nicht ganz so rosig aus: Die Sprache der Wahl ist hier Objective-C. Diese ist knapp 25 Jahre alt und durchaus weit verbreitet - innerhalb von Apple sowie in Teilen zur Implementierung von Mac-Software. Davon abgesehen interessiert sich aber kaum jemand dafür. Dumm nur, dass Apple zur Erstellung von iPhone- und iPad-Anwendungen (im Folgenden sprechen wir vereinfachend immer nur vom iPhone - dabei wird sogar iPod Touch unterstützt) auf genau diese Sprache setzt.Das motivierte mehrere Firmen, an alternativen Ansätzen zu arbeiten. Beispielsweise das zu Novell gehörende Mono-Projekt, das unter anderem eine Open-Source-Version von Microsofts .NET Framework anbietet. Die Technologie Monotouch ermöglicht ebenfalls die Implementierung von iPhone-Apps, aber auf Basis der deutlich etablierteren und moderneren Sprache C#.

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Die Basis aller Anwendungen: das iPhone SDK von Apple.

Doch Apple scheint die hauseigene Technologie deutlich zu bevorzugen. So gab es im Frühling 2010 eine Änderung in den Lizenzbestimmungen für das iPhone SDK, die Basissoftware zur Erstellung von iPhone- Anwendungen: Es dürfen nur noch Anwendungen bei Apple eingereicht werden, die in Objective-C erstellt worden sind. Das sieht vorläufig nach dem zukünftigen Aus für Monotouch aus, denn der C#-Code wird direkt in eine Binärdatei umgewandelt, ohne den Umweg über Objective-C.Etwas geschickter stellt sich da das Team von Appcelerator bei Titanium Mobile an. Auch hier müssen sich Entwickler nicht mit den Widrigkeiten von Objective-C befassen. Stattdessen setzt das Tool auf JavaScript, XML und weitere Webtechnologien. Um den Rest kümmert sich dann Titanium: Die so erstellte Anwendung wird zunächst in Objective-C-Code umgewandelt.Dann zapft Titanium das iPhone SDK an und lässt die Apple-Tools den Objective- C-Code in eine binäre Anwendung umwandeln. Nach der aktuellen Sachlage ist das absolut konform mit den Lizenzrichtlinien seitens Apple, denn schließlich ist Objective- C integraler Bestandteil der Erstellung - nur dass eben dieser Code komplett automatisch durch Titanium erstellt wird.In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie selbst mit Titanium Mobile eine einfache iPhone-Anwendung erstellen können. Außerdem lotsen wir Sie durch die Mühen der Übertragung der Anwendung hin zu Apple zwecks Begutachtung.

Der Start

Ausgangspunkt für alle Arbeiten an der mobilen Anwendung ist Titanium Developer. Wenn Sie den Artikel aus der vorherigen Ausgabe nicht gelesen haben, hier nochmal die wichtigsten Punkte in aller Kürze: Die Appcelerator-Homepage ist www.appcelerator.com/ , die Software selbst gibt es unter www.appcelerator.com/products/download/ . Sie steht für Windows, Mac OS X und Linux zur Verfügung, für letzteres Betriebssystem sogar für 32 und 64 Bit.Bei der Entwicklung von iPhone-Anwendungen gibt es allerdings einen kleinen Haken. So betriebssystemabhängig Titanium ist, so machtlos ist das Tool bezüglich den Tool-Angeboten seitens Apple. Um iPhone-Anwendungen mit Titanium zu erstellen, müssen Sie unbedingt das iPhone SDK von Apple installiert haben. Und das gibt es nur für Mac OS X. Ohne Macintosh-Hardware und -System gibt es also keine einfache Möglichkeit, iPhone-Anwendungen mit Titanium zu programmieren.Um überhaupt an das iPhone SDK heranzukommen, benötigen Sie ein Konto bei Apple. Developer.apple.com/programs/whichprogram/ zeigt eine Übersicht der verfügbaren Programme. Für die iPhone-Entwicklung kommen insbesondere zwei der Angebote infrage:

  • iPhone Developer Program - Individual: für Einzelpersonen, zurzeit 79 Euro pro Jahr
  • iPhone Developer Program - Company: für einen oder mehrere Entwickler innerhalb einer Firma, ebenfalls 79 Euro pro Jahr.
Da (mittlerweile) das Firmenprogramm dasselbe kostet wie das Einzelprogramm, ist im Firmenumfeld die Company-Mitgliedschaft empfehlenswert, selbst wenn zunächst nur ein Entwickler mit der iPhone-Programmierung beschäftigt ist. Nach Registrierung und einem etwas mühsamen Freischaltungsprozess (inklusive kurzem Telefonat zur Absicherung) haben Sie endlich Zugriff auf alle Ressourcen, inklusive dem iPhone SDK ( developer.apple.com/iphone/ ).
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© Christian Wenz, Daniela Schrank

Startschuss erfolgt: Legen Sie ein neues Projekt an - die installierten SDKs werden sogleich erkannt.

Diese installiert insbesondere die Tools, die auch Titanium verwendet, um Ihren Code in binäre Anwendungen umzuwandeln. Der Titanium-Installer selbst benötigt eine Internet-Verbindung, um weitere Komponenten herunterzuladen. Danach ist eine kostenlose Registrierung bei Appcelerator fällig, was Ihnen wiederum das Einloggen in die Applikation erlaubt.Kurz vor Redaktionsschluss ist Version 4 vom iPhone-Betriebssystem (iOS) erschienen und dazu auch Version 4 des SDK. Ebenfalls zu Redaktionsschluss war Titanium noch nicht komplett kompatibel zu dieser neuen Version. Im Kasten auf der vorherigen Seite nden Sie Informationen, wie Sie Titanium so anpassen können, dass alles funktioniert. Möglich, dass zum Erscheinungszeitpunkt dieses Artikels eine aktuellere, bereits korrigierte Titanium-Version zur Verfügung steht.Ist sowohl das iPhone SDK als auch Titanium aufgespielt, sind alle Voraussetzungen für erste Gehversuche erfüllt. Wenn Sie mögen, können Sie zusätzlich noch das Android SDK aufspielen und dann innerhalb eines Projekts iPhone- und Android-Anwendungen entwickeln - sowie zukünftig möglicherweise auch noch Apps für Blackberry und andere Systeme. Wechseln Sie in die Profil-Perspektive (Icon mit einer Mensch-Ärgere-dich-nicht- Figur), geben dort Ihre Namen und gegebenenfalls die Firmendaten an.

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