Handy weg, was nun?

iPhone oder Android-Smartphone orten und wiederfinden - so geht's

Ihr neues iPhone 5, ihr Samsung Galaxy S4-Smartphone oder ein anderes Handy ist weg, was nun? Wir geben Tipps, wie Sie iPhones oder Android-Geräte wiederfinden können.

Handy verloren

© cunaplus - Fotolia.de

iPhone oder Android-Smartphone orten und wiederfinden: So geht's!

Handy weg, was nun? Wie lassen sich iPhones, Android-Smartphones & Co. orten und wiederfinden? Tag für Tag gehen unzählige Smartphones verloren. Und wenn das teure Mobiltelefon erstmal weg ist, sind meistens auch wertvolle persönliche Daten verschollen. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich der Supergau allerdings verhindern und das Gerät wieder aufspüren. Ein kultiges Smartphone zu besitzen, ist nicht nur praktisch, sondern auch absolut angesagt. Die Kehrseite der Medaille allerdings ist, dass auch immer mehr Mobiltelefone spurlos verschwinden. So belegt eine Studie des Branchenverbands BITKOM, dass inzwischen jeder zehnte Deutsche (7,7 Millionen) schon einmal sein Handy verloren hat. Fast die Hälfte davon (3,5 Millionen) ist Opfer einer Straftat geworden.

Den Weg zurück zu ihrem Besitzer finden die verschollenen Geräte dabei in den seltensten Fällen. Laut der BITKOM-Studie tauchen in drei Viertel der Fälle die Handys nicht mehr wieder auf. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt der Sicherheitsspezialist Lookout. Weltweit gehen jeden Tag Mobiltelefone im Wert von 7 Millionen US-Dollar verloren. Und was bei verlorenen oder geklauten Geräte als besonders schmerzlich empfunden wird, ist der Verlust der privaten Daten.

Sicherheitsprofis von McAfee schätzen, dass auf privat genutzten Mobiltelefonen im Durchschnitt Daten im Wert von 17.893 Euro gespeichert sind. Dazu zählen Apps, geschäftliche und private Kontakte sowie Kommunikation, Fotos, Musik oder auch Videos. Zwar sind 40 Prozent der Handy-Nutzer der Meinung, dass der Verlust ihres Mobiltelefons schwerer wiegt als der Verlust ihrer Brieftasche. Dennoch sind Schutzmaßnahmen für die meisten ein Tabu.

Rechtzeitig vorsorgen - Schaden reduzieren

Taschendieb bei der Arbeit

© Hersteller/Archiv

Teure Smartphones sind auch bei Taschendieben beliebt. Um Datenmissbrauch und -diebstahl zu vermeiden, sollte mindestens eine SIM- und Bildschirmsperre den mobilen Alleskönner schützen.

Dabei ist es gerade bei den modernen Smartphones denkbar einfach, richtig vorzusorgen. Denn bei Android-, Windows-, iPhone oder Blackberry werden persönliche Daten wie Kontakte oder Termine ohnehin in der Cloud gesichert. Auch Bilder, Musik und Videos lassen sich via Cloud-Speicher speichern.

Tipp: Die besten Cloud-Anbieter mit Gratis-Speicherplatz

Wer seine Daten nicht einem Cloud-Anbieter anvertrauen möchte, kann die Inhalte seines mobilen Gerätes auf seinem heimischen PC sichern. Dazu wird das Mobiltelefon per Datenkabel oder WLAN an den Computer angeschlossen, die nötigen Treiber und Übertragungssoftware werden installiert und die Daten übertragen. Egal, ob Cloud oder Festplatte, wichtig ist, dass die Daten regelmäßig synchronisiert werden.

Selbstverständlich sollte es inzwischen sein, dass jeder Smartphone-Nutzer sein Gerät über eine PIN oder ein Passwort vor fremden Zugriffen schützt. Und selbst wenn diese Bildschirmsperren keine absolute Sicherheit bieten, erschweren sie doch den Zugriff auf Gerät und Daten.

Unerlässlich ist es ferner, die Seriennummer, die sogenannte IMEI (International Mobile Equipment Identity), des Gerätes zu notieren. Über diese 15-stellige Zahl, lässt sich jedes Mobiltelefon eindeutig identifizieren. Die IMEI befindet sich auf der Verpackung und auf dem Typenschild des Gerätes. Sie lässt sich auch über die Tastenkombination *#06# auf dem Display anzeigen. Die Nummer wird bei Verlustmeldungen bei dem Netzbetreiber und bei der Polizei benötigt.

Richtig schützen - Datenverlust vermeiden

Checkliste für den Notfall

Um Langfingern oder neugierigen Findern den Zugang zu persönlichen Daten möglichst zu erschweren, bietet es sich außerdem an, auf seinem Smartphone eine Anti-Diebstahl-App zu installieren oder integrierte Anti-Klau-Funktionen zu nutzen. Anti-Diebstahl-Apps gibt es von den gängigen Sicherheitsspezialisten wie Symantec oder Kaspersky, aber auch von Betreibern wie Lookout, die sich auf mobile Sicherheit spezialisiert haben.

Außerdem bieten Hersteller wie Apple, Blackberry oder etwa Samsung inzwischen eigene Sicherheits-Apps an. So lassen sich iPhones oder Nokias Windows-Phone-Geräte oder auch Samsungs Galaxy S4 (Test) aufspüren und aus der Ferne löschen. Je nach Anbieter gibt es auch die Möglichkeit, Inhalte zu verschlüsseln, sodass der Zugriff auf die Daten erschwert wird. Außerdem gibt es Apps, über die die Inhalte des verschollenen Gerätes via Internet gelöscht werden können.

Aber so unterschiedlich diese Schutzfunktionen auch sein mögen, sie müssen im Vorfeld aktiviert und eingerichtet werden. Das gilt auch für Lösungen, wie beispielsweise Kensingtons Proximo. Kernstück dieser Sicherheitslösung ist ein sogenannter Transponder, der via Bluetooth eine Verbindung zum eigenen Smartphone herstellt.

Über eine App stellt der Nutzer ein, wie der Transponder reagieren soll, falls die Verbindung zwischen ihm und dem Smartphone unterbrochen wird. So ertönt zum Beispiel ein Signalton, falls die Entfernung zwischen Transponder und Mobilgerät zu groß wird. Zum Wiederauffinden eines verlorenen Gerätes gibt es eine Ortungsfunktion.

Im Ernstfall versichert

Natürlich ist es auch möglich, sich gegen Handy-Diebstahl versichern zu lassen. Bei einer normalen Hausratsversicherung sind Mobiltelefone nämlich außen vor. Dafür bieten verschiedene Versicherungsgesellschaften entsprechende Policen an.

Sie versprechen einen Rundum-Schutz nicht nur bei Diebstahl oder Verlust, sondern auch Entschädigung bei Materialfehlern, bei Schäden durch Überspannung oder Kurzschluss. Und Versicherer wie Assona übernehmen im Fall eines Diebstahls auch widerrechtlich entstandene Gesprächskosten bis zu 200 Euro. Allerdings sind solche Smartphone-Schutzbriefe nicht wirklich günstig.

Alles retten - das Notfallprogramm

Smartphone-Verluste in Zahlen

Quelle: Lookout

Und gleichwohl all diese Maßnahmen wichtig sind und einen gewissen Schutz bieten, ist ein vorsichtiger Umgang mit dem teuren Mobiltelefon angesagt. Verschwindet das Smartphone zum Beispiel zur späten Stunde vom Tisch im gut besuchten Biergarten, ersetzt auch keine Versicherung den entstandenen Schaden. Auch die Ortungsdienste sind vor allem dann hilfreich, wenn das Mobilgerät im Büro oder beim letzten Besuch bei Verwandten liegen geblieben ist.

Bei einem gestohlenen Handy lässt sich mit der aktuellen Position des Gerätes recht wenig anfangen. Die Positionsbestimmung hilft nicht weiter, wenn sich der Handydieb in einem Mehrfamilienhaus aufhält. Ohne genauere Anhaltspunkte können Polizisten auf der Suche nach dem geklauten Smartphone kaum an allen Türen klingeln. Außerdem darf die Polizei nicht ohne dringenden schwerwiegenden Tatverdacht auf Daten des Netzbetreibers zugreifen.

Satellitenortung wird mit richterlicher Genehmigung von der Polizei beispielsweise bei der Suche nach Vermissten oder Schwerverbrechern eingesetzt. Ein Handydieb wird so nicht zur Strecke gebracht, auch nicht, wenn das Smartphone vorher ein Foto des Tatverdächtigen gemacht hat, was manche App erledigen kann.

Ist das teure Mobiltelefon also tatsächlich gestohlen oder unauffindbar, hilft nur ein Anruf beim Netzbetreiber. So schnell wie möglich sollte dort die SIM-Karte gesperrt werden. Das kostet bei den meisten Anbietern eine Gebühr von circa 20 Euro (siehe Tabelle). Telefoniert der neue Besitzer allerdings mit dem Smartphone oder kauft er über ungeschützte Internetzugänge groß ein, wird das rasch noch teurer. Auf die Eingabe der SIM-Sperre beim Einschalten oder Aktivieren des Gerätes sollte also wirklich niemand verzichten.

Eine Anzeige bei der Polizei schafft das verlorene Gerät nicht zwingend wieder heran, doch wird die Anzeige benötigt, wenn eine Handyversicherung für den Schaden einspringen soll. Schließlich kann eine neue SIM-Karte - und ein neues Gerät - beim Netzbetreiber geordert werden. Auch die Ersatz-SIM lassen sich die Netzbetreiber bezahlen. Mit ihnen telefoniert der geprellte Smartphone-Besitzer dafür mit seiner alten Telefonnummer.

Und wer vor dem Verlust oder Diebstahl seine Daten gesichert hat, kann sie auf dem neuen Gerät wiederherstellen. Auch gekaufte Apps lassen sich über den entsprechenden App Store wieder installieren.

Mini-Workshop: So orten Sie ihr iPhone

Anleitung: So orten Sie ihr iPhone

© Hersteller/Archiv

Auch mit Bordmitteln lassen sich iPhones orten und Daten aus der Ferne löschen.

Die gute Nachricht: Als iPhone-Besitzer müssen für die Ortung sowie fürs Sperren und Löschen des Gerätes keine zusätzlichen Apps installieren. Die Bordmittel reichen völlig aus, müssen aber aktiviert werden. Die Suchfunktion funktioniert auch beim iPad oder iPod touch. Haben Sie bei der Inbetriebnahme Ihres iPhones die Option zur iPhone-Suche aktiviert, können Sie die Funktion auch gleich nutzen.

Anderenfalls müssen Sie die iPhone-Suche über "Einstellungen/iCloud" erst aktivieren. Das funktioniert, sobald Sie Ihr iPhone bei iCloud angemeldet haben. Den Befehl zum Aktivieren der Ortungsfunktion finden Sie anschließend weiter unten in der Liste der iCloud-Funktionen.

Ist Ihnen Ihr iPhone mal abhanden gekommen, öffnen Sie auf einem PC den Browser mit der Webseite "www.icloud.com". Melden Sie sich dort mit Ihren Accountdaten an, und wählen Sie auf der Startseite von iCloud den Befehl "Mein iPhone suchen". Nach erneuter Eingabe Ihres Passwortes wird die Ortungsfunktion gestartet. Beachten Sie aber, dass das Auffinden des Gerätes nur funktioniert, wenn die Ortungsfunktion auf dem iPhone aktiviert ist (eingestellt wird er über "Einstellungen/Datenschutz/Ortungsdienst").

Auf einer Karte auf der iCloud-Seite sehen Sie, wo sich Ihr iPhone befindet. Befindet es sich an einem von Ihnen unbekannten Ort, können Sie über den Befehl "iPhone löschen", persönliche Daten löschen.

Über den Befehl "Modus verloren" geben Sie zunächst online eine Telefonnummer und eine Nachricht ein, die dann auf Ihrem iPhone erscheint. Der Anruf kann auch getätigt werden, wenn das Gerät durch eine PIN gesperrt ist.

Mini-Workshop: mit Anti-Diebstahl-Apps Androids aufspüren

Anzeige: geortetes Gerät

© Hersteller/Archiv

Bei Android stöbern Apps wie Lookout Ihr verschwundenes Gerät wieder auf.

Bei Android-Phones ist eine Diebstahlsicherung nicht im Betriebssystem integriert. Dafür bieten verschiedene Smartphone-Hersteller wie etwa Samsung beim Galaxy S4 eigene Lösungen an. Ist keine Anti-Diebstahl-App an Bord, sollte eine App über Google Play installiert werden.

Öffnen Sie Google Play auf Ihrem Android-Phone oder -Tablet, und installieren Sie zum Beispiel die App von Lookout. Neben einer Anti-Virenfunktion umfasst sie auch eine Ortungsfunktion zum Aufspüren des Gerätes.

Beim ersten Start der App führt ein Assistent Sie durch die Installation. Sie erfahren dabei, welche Sicherheitsfunktionen die App umfasst. Außerdem werden Sie aufgefordert, einen Account bei Lookout anzulegen.

Geben Sie dazu Ihre E-Mail-Adresse und ein Passwort ein. Nach dem Einrichten wird Ihr Smartphone automatisch nach Schadsoftware untersucht. Auch ein Backup lässt sich über die App durchführen.

Aktivieren Sie anschließend per Tippen auf "Geräteortung" die Anti-Diebstahl-Funktion. Ist die GPS-Ortung auf Ihrem Smartphone noch nicht aktiviert, können Sie das über die App tun.

Um Ihr verschwundenes Android-Gerät aufzustöbern, öffnen Sie auf einem Computer über den Browser die Webseite www.lookout.com/de. Melden Sie sich mit Ihren Account-Informationen an und klicken Sie links in der Navigationsleiste auf "Geräteortung". Nach kurzer Zeit sehen Sie auf der Karte, wo sich Ihr Android gerade befindet.

Ist es in Ihrer Nähe und unauffindbar, klicken Sie auf "Sirene". Mithilfe dieses Signaltons lässt sich Ihr Mobilgerät eventuell aufspüren. Kennen Sie den Ort nicht, an dem sich Ihr Smartphone befindet, können Sie mit einem Premium-Account das Gerät sperren oder löschen.

Mini-Workshop Windows-Phone-Gerät finden

Integrierte Ortungsfunktion bei Windows-Phones

© Hersteller/Archiv

Auch bei Windows-Phone-Geräten sind Ortungsfunktionen im Betriebssystem integriert.

Auch bei Windows-Phone-Geräten sind Sicherheitsfunktionen wie das Orten, Fernlöschen oder -sperren schon im Betriebssystem integriert. Sie müssen sich lediglich mit Ihren Microsoft-Account-Daten auf Ihrem Windows-Phone anmelden und die Funktionen aktivieren.

Rufen Sie auf Ihrem Windows-Phone die "Einstellungen" auf, und wählen Sie dort den Menü-Punkt "Mein Handy finden". Aktivieren Sie im folgenden Fenster die beiden dort angebotenen Optionen. Sie erhalten damit verschiedene Benachrichtigungen per Mail. Ferner werden Positionsbestimmungen in regelmäßigen Abständen gespeichert.

Ist Ihr Smartphone mal unauffindbar, öffnen Sie auf einem beliebigen PC oder Mobilgerät die Website www.windowsphone.com. Loggen Sie sich mit Ihren Microsoft-Account-Daten ein.

Klicken Sie oben rechts auf Ihren Nutzernamen, und wählen Sie im Drop-down-Menü den Eintrag "Mein Handy finden". Wird nicht der neueste Standort angezeigt (prüfen Sie die Datumsangabe), klicken Sie auf "Aktualisieren".

Ist Ihr Smartphone eingeschaltet, wird seine neueste Position auf der Karte angezeigt. Sie haben auch bei Windows-Phone-Geräten die Möglichkeit, per Klick auf "Anrufen", ein Signalton auszulösen. Befinden Sie sich in der Nähe des Gerätes, können Sie es möglicherweise finden.

Sollte aufgrund der Position Ihr Windows-Phone tatsächlich geklaut sein, wählen Sie den Befehl "Sperren". Sie können dann eine Nachricht eingeben, die auf dem Sperrbildschirm erscheint sowie eine vierstellige PIN. Über den Befehl "Löschen" wird Ihr Windows-Gerät auf den Werkszustand zurückgesetzt.

Download: Tabelle

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