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"Eine bequeme Tür zur Welt"

Die ping24/7 GmbH möchte den komfortablen Einkauf am TV-Schirm ermöglichen. Ein Knopfdruck genügt, und das gesehene Produkt gehört dem Zuschauer.

Video-HomeVision: Einen Fernseher, um Geld auszugeben - wollen das die Zuschauer?

Carsten Urbanski

© Video Homevision

Carsten Urbanski, Geschäftsführer der ping24/7 GmbH

Carsten Urbanski: Was der Zuschauer will, ist eine bequeme "Tür zur Welt", ohne vorher einen Computer hochfahren zu müssen und dort umständlich nach dem für ihn interessanten Produkt zu suchen.

Mit unserem System eröffnen wir einen neuen bequemen Weg zum Shopping für Menschen, die sich auf dem Sofa zurücklehnen und dennoch nicht auf Trends und Top-Produkte verzichten wollen. Dabei liegt die Betonung auf "wollen": Wer will, der kann - keiner wird gezwungen, etwas zu kaufen, nur weil es der Fernseher technisch möglich macht.

Video-HomeVision: Wie bewahrt man Kinder vor Einkäufen?

Carsten Urbanski: Mit dem sensiblen Umgang mit den persönlichen Zugangsdaten - so wie übrigens überall im Web. Unser System connept basiert auf einer individuell vergebenen ID - sprich: dem per Kennwort geschützten Zugriff. Dieser stellt sicher, dass ausschließlich vorher definierte Personen auch tatsächlich kaufen dürfen bzw. können.

Die Kontrolle greift also schon zu Beginn, beim Einrichten des Gerätes und des dazugehörigen Systems. In Zukunft wird außerdem [verify-U] integriert sein, das heißt noch mehr Sicherheit, nicht nur für Kinder.

Video-HomeVision: Werden nun die Werbeeinblendungen ständig die Sicht aufs Bild stören?

Carsten Urbanski: Ob der "Red Button" stört, ist letztendlich Ansichtssache. Wer sich bewusst für diese bequeme Möglichkeit des Shoppings entscheidet, wartet quasi schon auf die Angebote und will diese dann auch nicht verpassen oder übersehen.

Außerdem: Wer an der Fernbedienung sitzt, kann die Einblendung aktiv zulassen oder ablehnen. Wie der "Red Button" schlussendlich aussieht und wie groß er sein wird, liegt nicht in unserer Hand - das entscheiden die Sender selbst.

"Recht aufs eigene Bild"

Die Fusion von Fernsehen und Internet läuft weitgehend harmonisch ab. Dennoch gibt es Forderungen von Seiten der Programmanbieter.

Video-HomeVision: Welche Gefahren sehen Sie im Umgang der Hybrid-Geräte mit den Programmen?

Lars Friedrichs

© Video Homevision

Leiter Teletext und Hybrid TV bei ProSiebenSat.1 Digital

Lars Friedrichs: Wichtig ist für uns, dass Fremdunternehmen mit unseren Inhalten keine eigenen Geschäftsmodelle realisieren. Einer der gewichtigeren Fälle wäre etwa, wenn während einer unserer beliebtesten Sendungen eine Applikation Teile des Bildes überdecken würde, um eigene Werbung zu schalten.

Im Extremfall verdeckt diese Werbung auch noch die unsrige. Damit würde das Fremdunternehmen seine Lizenzen für teure Sendungen sparen, und wir könnten die Verträge mit unseren Werbekunden nicht mehr erfüllen.

Video-HomeVision: Wie wollen Sie das Problem lösen?

Lars Friedrichs: Generell sollten die Programmanbieter Herr übers eigene Bild bleiben. Das heißt, dass Applikationen das TV-Bild nicht überlappen sollten. Wir möchten jedoch keine starren Regeln aufstellen, sondern im Gespräch mit Geräteherstellern und Applikationsanbietern bleiben.

Dies wird bereits in verschiedenen Runden realisiert wie etwa in der Arbeitsgruppe "Hybride Endgeräte" der Deutschen TV-Plattform. Weitere Stellschrauben sind die Festlegungen, die über den HbbTV-Standard getroffen werden.

Video-HomeVision: Haben Sie eine rechtliche Handhabe?

Lars Friedrichs: Auch wenn Hybrid-Fernsehen eine neue Entwicklung darstellt, gehen wir davon aus, dass das Wettbewerbs-, Urheber oder Rundfunkrecht uns Instrumente an die Hand gibt, die unsere Sicht der Dinge unterstützen. Derzeit glauben wir allerdings nicht, dass juristische Auseinandersetzungen notwendig werden.

Video-HomeVision: Planen Sie eigene Kommunikations- und Shopping-Modelle für Hybrid-TVs?

Lars Friedrichs: Auf Basis des HbbTV-Standards sind derartige Konzepte bei uns in Entwicklung. Allerdings haben wir Zweifel, dass die Kommunikation über Texteingaben erfolgt. Wir denken etwa daran, mögliche Meinungsäußerungen oder Wertungen vorzuschlagen, die dann per Fernbedienung einfach verschickt werden. So können unsere TV-Zuschauer sich auf komfortable Weise untereinander austauschen.

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