Das Energie-Sparprogramm

Interview: Wilfried Oppermann

"Erstmals vergleichbare Angaben"

Wilfried Oppermann

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Wilfried Oppermann

Im Interview: Wilfried Oppermann, Umwelt-Manager von Panasonic Europa, kennt die Energiespar-Pläne der EU genau. Als Vertreter des Industrie-Verbands "ZVEI" wirkt er in mehreren Arbeitskreisen an der Umsetzung von EU-Richtlinien mit. Die Redaktion sprach mit ihm über Maßnahmen, die den Stromverbrauch begrenzen und Kunden die Geräteauswahl erleichtern sollen.

Redaktion: Die EU hat sich vorgenommen, den Energieverbrauch bis zum Jahre 2020 um 20 Prozent zu senken. Was tut die Unterhaltungselektronik dafür?

Oppemann: Zum einen wird der Verbrauch im passiven Standby begrenzt. Wahrscheinlich dürfen die Geräte ab Ende 2009 nur noch maximal ein Watt verbrauchen. Weitere drei Jahre später, also 2012, ist bei 0,5 Watt Schluss - sofern es für einzelne Gerätegruppen nicht anders beschlossen wird. Fernseher bleiben größtenteils schon heute unter diesen Grenzwerten.

Redaktion: Der aktive Standby, der im Einzelfall deutlich darüber liegen kann, wird nicht begrenzt?

Oppemann: Das war ursprünglich im Gespräch. Allerdings hat man sich in der Kommission dagegen entschieden alle Produkte pauschal zu bewerten - weil andere Branchen, etwa der ITK-Bereich, viele Geräte mit Netzwerk-Funktionen besitzen, die ebenfalls unter "aktiven Standby" fallen würden. Spezielle Maßnahmen für bestimmte Produktgruppen sind aber immer noch möglich.

Redaktion: Wie erfährt der Kunde, welche Kosten ein Gerät tatsächlich verursacht?

Energie-Zertifikat

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Das Energie-Zertifikat gibt Auskunft über den Verbrauch eines Geräts.

Oppemann: Bei Fernsehern kann der Konsument künftig auf ein standardisiertes Energie-Label schauen, das es in ähnlicher Form bereits für Geräte der Weißen Ware, wie Kühlschränke etc., gibt. Der genaue Inhalt ist noch nicht verabschiedet, aber es ist denkbar, dass darauf der jährliche Verbrauch in Kilowattstunden angegeben wird.

Redaktion: ... der dann auch den aktiven Standby enthält?

Oppemann: Ja. Außerdem gibt es erstmals vergleichbare Angaben für den Stromverbrauch im laufenden Betrieb. Ob LCD oder Plasma ist dabei ganz egal, es wird nur noch nach HDready- und FullHDGeräten unterschieden.

Redaktion: Wann werden die ersten Fernseher mit Energie-Etikett in den Handel kommen?

Oppemann: Die Kriterien sollen bis zum Herbst 2009 verabschiedet sein. Danach braucht die Industrie eine Übergangsfrist. Ich schätze, dass die Hersteller Ende 2010 mit der Kennzeichnung von neu produzierten Geräten beginnen werden. Aber das kommt auf die weiteren Fortschritte des Verfahrens an.

Redaktion: Wird es vergleichbare Label auch für andere Gerätegruppen geben?

Oppemann: Derzeit ist das nur für Fernseher geplant.

Redaktion: Herr Oppermann, vielen Dank für dieses Gespräch.

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