Test gut, alles gut

Interview: Volker Blume

"HbbTV-Kompatibilität war nicht möglich"

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© Video Homevision

Volker Blume, Technischer Produktmanager TV, Philips Consumer Lifestyle

Video-HomeVision: Gibt die Test-Suite der Industrie ebenso wie den Kunden absolute Sicherheit?

Volker Blume: Die Test-Suite ist ein Schritt zu mehr Klarheit. Zukünftig werden wichtige Elemente der HbbTV-Umsetzung in den TV-Geräten somit einheitlich überprüfbar. Philips überprüft die Möglichkeit, das HbbTV-Logo in der Kommunikation einzusetzen.

Derzeit sehen wir den Begriff "Smart TV" jedoch als eingängiger und verständlicher und nutzen Smart TV deshalb auch, um auf HbbTV-Unterstützung hinzuweisen. Wir würden es begrüßen, wenn die Verwendung der Bezeichnung in dieser Hinsicht Hersteller übergreifend einheitlich wäre.

Video-HomeVision: Hat Philips bereits vor zwei Jahren die HbbTV-Standards erfüllt oder nicht?

Volker Blume: Der Internet-Zugang Net TV auf Fernsehgeräten von Philips hatte bereits 2009, im Jahr seines Marktstartes, viele Elemente des heutigen HbbTV-Standards integriert.

So ist es beispielsweise auch mit diesen Modellen möglich, alle sogenannten HbbTV-"Unbound-Applikationen", also vom Sendesignal unabhängige Internet-Anwendungen, zu nutzen. Dazu gehören beispielsweise auch die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender, viele Service-, Info- und Unterhaltungsangebote.

Video-HomeVision: Warum wurde damals bereits von HbbTV-Kompatibilität gesprochen?

Volker Blume: Bei Philips wurde seit 2010 von HbbTV-Funktionalitäten gesprochen. Da der Standard erst im Sommer 2010 veröffentlicht wurde, kann vor diesem Zeitpunkt keine Kompatibilität zugesagt werden. Es hat sich zwischenzeitlich gezeigt, dass viele Elemente des HbbTV-Standards in Net TV vorhanden sind und deshalb viele Anwendungen bereits funktionieren.

Video-HomeVision: Welche Philips-Fernseher werden komplett den HbbTV-Spezifikationen entsprechen?

Volker Blume: Beginnend mit dem Modelljahr 2011, erlauben alle Smart-TVs von Philips die volle Nutzung der vorhandenen HbbTV-Anwendungen.

Die wichtigen HbbTV-Schauplätze

HbbTV ist ein offener Standard. Gerätehersteller, TV-Sender und Internet-Service-Anbieter können auf der Technik-Plattform ihre Dienste servieren. Es gibt dabei unterschiedliche HbbTV-"Schauplätze". Zertifizierte Geräte haben alle im Griff.

Das HbbTV-Portal: In den Portalen der Gerätehersteller tummeln sich alle Arten von Dienstelieferanten. Hier stehen etwa Video on Demand im Angebot, soziale Netzwerke wie Facebook, Nachrichtenseiten oder auch die Kinovorschau.

Der Vorteil der HbbTV-basierten Portale ist, dass jeder HbbTV-Service auf jedem HbbTV-Gerät laufen kann. So müssen die Service-Anbieter nicht unterschiedliche Versionen ihres Service entwickeln, und der Kunde erhält schnell vielzählige Dienste.

Programm begleitende HbbTV-Infos: Mit diesem Angebot ist die "Red-Button-Funktion" verknüpft. Sie blendet die aufs laufende TV-Programm bezogenen HbbTV-Services ein. Die TV-Sender erlauben etwa den Blick auf Ergebnistabellen bei Sportübertragungen, Abstimmungsmöglichkeiten bei laufenden Shows oder Kaufoptionen mit Shopping-Sendern.

Die Mediatheken: Die Mediatheken gehören zu den attraktivsten HbbTV-Angeboten und werden von den Programmanbietern bereitgestellt. Hier lassen sich bereits übertragene Sendungen im Nachhinein ansehen. HbbTV-Fernseher stellen die Mediatheken problemlos dar. Aufrufbar sind sie in der Regel über das Portal oder über die Red-Button-Funktion.

HD-Videotext: Der High-Definition-Videotext ist nicht nur deutlich schärfer, sondern kann auch Filme und Fotos wiedergeben. Auch ihm liegt HbbTV zugrunde. Wird er vom jeweiligen Sender angeboten, ist er über die "Red-Button-Funktion" aufrufbar.

Kommentatar

Das "neue TV-Internet" liefert tolle Services. Gleichzeitig ist es einfach zu bedienen. Die Technik, die dahintersteckt, ist dennoch nicht unkompliziert und hat viele Facetten, wie sich inzwischen herausstellt. Wer hier eine gezielte Kaufentscheidung treffen möchte, braucht konkrete Hinweise, was die jeweiligen Produkte können.

Ein Logo wie bei "HD-ready" ist daher sinnvoll und kontrolliert nicht nur die Markenhersteller in dem, was sie wirklich können, sondern auch die günstigen Anbieter. Überbegriffe wie "Smart" darf dagegen jeder verwenden: Sie sind wachsweich und können alles Mögliche beinhalten.

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