Blu-ray-Bestandsaufnahme

Interviews zum Thema

Push durch TV-Angebote

Die Geräte sind da, doch noch gibt es kaum 3D-Blu-rays. Wie sehen die Filmanbieter die Perspektiven für Home Entertainment in 3D?

Anne Leonhardi: "Die Perspektiven von 3D hängen maßgeblich an der Hardware-Verbreitung, aber auch am 3D-Angebot der Fernsehstationen. Wir erwarten, dass sich das TV-Angebot in nächster Zeit deutlich ausweiten wird. Das wird 3D einen zusätzlichen Push geben."

Sönke Hinrichsen: "Wir sind sehr optimistisch, dass 3D Home Entertainment das erreichen kann, was der Markt sich von der BD versprochen hat. Besonders wichtig ist, dass den Konsumenten durch einheitliche Standards Ver- trauen in die Zukunftsfähigkeit ihrer Geräte gegeben wird."

Ulrike Graupp: "Hier hängt die Entwicklung natürlich in erster Linie von der technischen Ausrüstung bei den Endverbrauchern ab. Wir planen unsere erste 3D-Veröffentlichung aber schon für dieses Jahr: ,Schock Labyrinth 3D' wird im Herbst auf Blu-ray Disc erscheinen."

Ludovic Simoens: "3D Home Entertainment ist auf lange Sicht ein sehr spannendes Thema. Damit der Konsument bereit ist, hierfür Geld zu investieren, muss die Technik aber ausgereift, untereinander kompatibel, die Preise massentauglich und genügend Content vorhanden sein."

Michael Habedank: "Das hängt stark von der Entwicklung der Hardware und der 3D-Produkte im Games-Markt ab. Games sind hier meiner Ansicht nach der treibende Faktor. Aber 3D wird sicherlich neue Chancen auch für den Home-Entertainment-Markt bieten."

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Galerie
Blu-ray in 3D

Anne Leonhardi, Marketing-Managerin New Release, Fox

BD-Live - Extras aus dem Web: Top oder Flop?

Mit BD-Live wollen die Filmstudios ihren Blu-ray-Käufern einen weiteren Mehrwert bieten. Im Gegensatz zum schon von der DVD bekannten Bonusmaterial, das auf der Disc enthalten ist, ist zum Abruf der BD-Live- Inhalte ein Internet-Zugang über den Blu-ray-Player vonnöten. Doch den Vorteil der Web-basierten Extras nutzen bislang nur wenige Anbieter richtig aus.

Häufig finden sich in den BD-Live-Portalen auch eher statische Zusatz-Infos. Zumindest ein Schritt in die richtige Rich- tung ist Sonys Film-Wiki MovieIQ (oben links). Und die Hamburger Entwickler von Enteractive bieten ab sofort Video on Demand via BD-Live (oben rechts). Dennoch steckt das Thema noch immer in den Kinderschuhen.

BD-Live schon vor dem Aus? - Jetzt handeln!

Mit BD-Live sollten Blu-rays mehr bieten als nur einen HD-Film. Doch der Durchbruch für die Web-basierte Applikation blieb bisher aus. Experte Lothar Kerestedjian weiß, warum.

VHV: Wie wird BD-Live bisher von den Verbrauchern angenommen?

L. Kerestedjian: Wir haben in den letzten zehn Monaten zwei Markt- umfragen durchgeführt. Das Ergebnis zeigt, dass der Verbraucher sehr aufgeschlossen ist, Mehrwertdienste und Zusatzinhalte über BD-Live abzurufen.

Die technische Infrastruktur der angeschlossenen BD-Live-Haushalte, insbesondere der verfügbaren Internet-Durchsatzdatenrate, liegt im Durchschnitt bei unseren Befragten bei 12.000 Mbit/s (brutto). Jedoch bemängeln die Nutzer in den Umfragen immer wieder die nicht attraktiven Inhalte, Applikationen und Konzepte.

VHV: Was müssen die Studios besser machen, damit BD-Live ein richtiger Erfolg gelingt?

L. Kerestedjian: Die Studios müssen jetzt handeln! Der Nutzer muss spüren, dass BD-Live sich weiterentwickelt. Der Wow-Effekt ist verpufft und schon läuten die Alarmglocken. Wenn die Industrie nicht schnell reagiert, wird BD-Live bald nicht mehr als Feature existieren. Die Gerätehersteller stellen sich schon darauf ein, das BD-Live-Feature wegzulassen, da nichts von den Studios kommt.

Bei Playern im Einstiegspreissegment ist BD-Live schon nicht mehr vorhanden. Selbst in der etwas gehobenen Preisklasse ist BD-Live nur noch vorbereitet. Da fehlt aus Kostengründen der notwendige BD-Live-Speicher im Gerät! Die Software-Industrie muss den Herstellern vermitteln, warum BD-Live notwendig ist - nur dann hat BD-Live eine Chance.

VHV: Was halten Sie von Apps wie MovieIQ, die via BD-Live Infos während des Films bieten?

L. Kerestedjian: Die Idee ist interessant und stellt einen attraktiven Inhalt für Cineasten dar. Nur, solche Informationen lassen sich am Computer bequemer, schneller und detaillierter dar- stellen. Applikationen, die für längere Zeit abgebildet werden, neigen zum Einbrennen insbeson- dere bei Plasma-TVs oder verkürzen die Lebenszeit der Beamerlampe. Das kommt nicht gut an.

VHV: Sie haben mit videociety ein neues BD-Live-Projekt gestartet. Was steckt dahinter?

L. Kerestedjian: videociety ist der weltweit erste Video-on-Demand-Streaming-Service für jeden BD-Live-Player. Nur hier erhält der Kunde Zugriff auf eine hochkarätige Filmbibliothek in HD-Qualität mit Dolby-5.1-Sound direkt auf den Blu-ray-Player. Alles ohne Internet- und Netzbetreiberwechsel, ohne Grundgebühr oder Vertragsbindung. Die Gebühr für Filme in HD beträgt ab 3,99 Euro für 48 Stunden Leihdauer.

Interview Oliver Trettin - Verkaufsrekord im Visier

Noch immer ist die DVD das dominierende Filmabspielmedium. Doch die Blu-ray holt immer weiter auf, sagt Oliver Trettin vom Branchenverband BVV.

Oliver Trettin

© Video HomeVision

Oliver Trettin: Stellvertretender Geschäftsführer, Bundesverband Audiovisuelle Medien (BVV)

VHV: Wie hat sich der Blu-ray-Markt in Deutschland mittlerweile entwickelt?

O. Trettin: Erwartungsgemäß. Für dieses Jahr prognostizieren wir sogar einen BD-Anteil von 20 bis 25 Prozent am gesamten Branchenumsatz. Das Thema HDTV verursacht mit Sicherheit einen weiteren Schub. Doch muss man konstatieren, dass der Konsument beim Kauf der entsprechenden Hardware derzeit durch den eher kontraproduktiven Buchstabensalat (DVB-T/C/S, CI-Plus, HD-Plus, Full HD, HD ready, DLNA, USB, HDTV, LED, LCD etc.) total überfordert wird.

VHV: Um das aufzuklären, gibt es zum Glück Video-HomeVision. Welche sind die bislang meistverkauften Blu-ray-Titel?

O. Trettin: Angesichts der aktuell veröffentlichten Zahlen von 20th Century Fox kann man davon ausgehen, dass "Avatar" die bislang meistverkaufte BD ist (1,1 Mio. verkaufte DVDs und Blu-rays, Anm. d. Red).

VHV: Ist Blu-ray bislang eher ein von Neuheiten getriebener Markt?

O. Trettin: Bisher setzen sich die verkaufsstärksten BD-Titel tatsächlich zum größten Teil aus Neuheiten zusammen. TV wird zunehmend ein BD-Thema. Special-Interest-Themen die, wie manche Naturdokumentationen, sensationelle Bilder liefern, verkaufen sich auch hervorragend.

VHV: Die Preise von Blu-rays und DVDs nähern sich an. Bedeutet das, dass die DVD an Boden verliert oder gar vor dem Aus steht?

O. Trettin: Auf keinen Fall, da die DVD-Abspielgeräte in drei Vierteln der bundesdeutschen Haushalte stehen und mit jedem Jahr neue Absatzrekorde gefeiert werden. Auch die aktuellen DVD-Absatzzahlen des ersten Quartals 2010 liegen wieder weit über denen des Rekordjahres 2009.

VHV: Für Käufer sind Schnäppchen großartig. "Avatar" wurde für 7,50 Euro fast "verschenkt". Ist dies auch gut für das Medium DVD/Blu-ray?

O. Trettin: Das ist eine Frage, die man den Marketing- und Vertriebs-strategen aus Handel und Industrie stellen sollte.

VHV: Welche Lebensdauer geben Sie dem Blu-ray-Format?

O. Trettin: Diese Frage ist in einem äußerst schnelllebigen Unterhaltungsmarkt kaum zu beantworten. Nicht zuletzt, da der Durchbruch der Downloads weiterhin auf sich warten lässt. Die nächsten Jahre wird Blu-ray daher das beherrschende Thema bleiben.

VHV: Wie beurteilen Sie die Perspektiven von 3D Home Entertainment?

O. Trettin: Vermutlich wird dieses Thema einen entscheidenden Schub durch die IFA 2010 erhalten. Mit der Anzahl der 3D-Kinofilme wird natürlich auch das Home-Entertainment-Interesse weiter wachsen.

BD-Live schon vor dem Aus? - Jetzt handeln!

Mit BD-Live sollten Blu-rays mehr bieten als nur einen HD-Film. Doch der Durchbruch für die Web-basierte Applikation blieb bisher aus. Experte Lothar Kerestedjian weiß, warum.

Sönke Hinrichsen

© Video HomeVision

Sönke Hinrichsen, Vertriebsleiter Retail, Kinowelt

VHV: Wie wird BD-Live bisher von den Verbrauchern angenommen?

L. Kerestedjian: Wir haben in den letzten zehn Monaten zwei Markt- umfragen durchgeführt. Das Ergebnis zeigt, dass der Verbraucher sehr aufgeschlossen ist, Mehrwertdienste und Zusatzinhalte über BD-Live abzurufen.

Die technische Infrastruktur der angeschlossenen BD-Live-Haushalte, insbesondere der verfügbaren Internet-Durchsatzdatenrate, liegt im Durchschnitt bei unseren Befragten bei 12.000 Mbit/s (brutto). Jedoch bemängeln die Nutzer in den Umfragen immer wieder die nicht attraktiven Inhalte, Applikationen und Konzepte.

VHV: Was müssen die Studios besser machen, damit BD-Live ein richtiger Erfolg gelingt?

L. Kerestedjian: Die Studios müssen jetzt handeln! Der Nutzer muss spüren, dass BD-Live sich weiterentwickelt. Der Wow-Effekt ist verpufft und schon läuten die Alarmglocken. Wenn die Industrie nicht schnell reagiert, wird BD-Live bald nicht mehr als Feature existieren. Die Gerätehersteller stellen sich schon darauf ein, das BD-Live-Feature wegzulassen, da nichts von den Studios kommt.

Bei Playern im Einstiegspreissegment ist BD-Live schon nicht mehr vorhanden. Selbst in der etwas gehobenen Preisklasse ist BD-Live nur noch vorbereitet. Da fehlt aus Kostengründen der notwendige BD-Live-Speicher im Gerät! Die Software-Industrie muss den Herstellern vermitteln, warum BD-Live notwendig ist - nur dann hat BD-Live eine Chance.

VHV: Was halten Sie von Apps wie MovieIQ, die via BD-Live Infos während des Films bieten?

L. Kerestedjian: Die Idee ist interessant und stellt einen attraktiven Inhalt für Cineasten dar. Nur, solche Informationen lassen sich am Computer bequemer, schneller und detaillierter dar- stellen. Applikationen, die für längere Zeit abgebildet werden, neigen zum Einbrennen insbeson- dere bei Plasma-TVs oder verkürzen die Lebenszeit der Beamerlampe. Das kommt nicht gut an.

VHV: Sie haben mit videociety ein neues BD-Live-Projekt gestartet. Was steckt dahinter?

L. Kerestedjian: videociety ist der weltweit erste Video-on-Demand-Streaming-Service für jeden BD-Live-Player. Nur hier erhält der Kunde Zugriff auf eine hochkarätige Filmbibliothek in HD-Qualität mit Dolby-5.1-Sound direkt auf den Blu-ray-Player. Alles ohne Internet- und Netzbetreiberwechsel, ohne Grundgebühr oder Vertragsbindung. Die Gebühr für Filme in HD beträgt ab 3,99 Euro für 48 Stunden Leihdauer.

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