Im Fokus: Öko-Label

Interview mit Ines Oehme

Umweltschutz wurde verankert

Video-HomeVision sprach mit Ines Oehme vom Umweltbundesamt über das neue Energie-Label und über die Ziele, welche die Europäischen Union mit der Ökodesign-Richtlinie verfolgt.

Ines Oehme

© Video Homevision

Ines Oehme, Spezialistin für Ökodesign und Umweltkennzeichnung beim Umweltbundesamtalso

Video-HomeVision: Was steckt hinter dem Begriff "Ökodesign"?

Ines Oehme: Ökodesign ist ein umfassender Gestaltungsansatz für Produkte, der das Ziel verfolgt, die Umweltbelastungen über den gesamten Produktlebensweg durch technische Verbesserungen zu mindern. Die umweltverträgliche Gestaltung von Produkten erfordert quantitative und qualitative Bewertungsmaßstäbe und unterstützende Instrumente.

Hierfür stehen mittlerweile Checklisten, Handbücher und Software-Lösungen zur Ökobilanzierung zur Verfügung. Es gelingt auch zunehmend, Ökodesign-Grundsätze in Produktnormen zu verankern. Mit der Ökodesign-Richtlinie hat die EU erstmals entsprechende Forderungen in einer Richtlinie explizit verankert.

Sie sieht zwei verschiedene Möglichkeiten für die Festlegung produktgruppenspezifischer Ökodesign-Anforderungen vor: Durchführungsmaßnahmen - das heißt EG-rechtliche Vorgaben in Form von Richtlinien oder Verordnungen - oder Selbstregulierungsinitiativen der Industrie.

VHV: Welche Ziele werden dabei für Geräte der Unterhaltungselektronik verfolgt?

Ines Oehme: Im Zentrum der Anforderungen stehen die Minderung des Energieverbrauchs beziehungsweise die Erhöhung der Energieeffizienz sowie die Bereitstellung von umweltrelevanten Produktinformationen. Zukünftig soll jedoch auch die Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen in den wissenschaftlichen Vorstudien intensiver untersucht und das mögliche Einsparungspotenzial ausgelotet werden.

VHV: Warum gibt es nicht schon längst Verbrauchslabels für die Heim- kino-Elektronik?

Ines Oehme: Erst das zunehmende Bewusstsein für den Klimawandel und der zunehmende Handlungsdruck haben den Weg frei gemacht für mehr verpflichtende ordnungsrechtliche Maßnahmen zur Energieeffizienz wie die Ökodesign-Richtlinie, eine Ausweitung der Energieverbrauchskennzeichnung und die Aktualisierung der bestehenden Kennzeichnung bei den Haushaltsgeräten.

Während die Überarbeitung der Kennzeichnungsrichtlinie bereits 2006 im Aktionsplan der EU für Energieeffizienz festgelegt war, hat der Prozess der Ausverhandlung der Form der Kennzeichnung leider viel Zeit in Anspruch genommen.

VHV: Warum gibt es bisher nur ein Verbrauchslabel für Fernseher und nicht auch für andere Heimkino-Elektronikgeräte?

Ines Oehme: Beim Erlass der Durchführungsmaßnahme zur Ökodesign-Richtlinien für einfache Set-Top-Boxen hat man festgestellt, dass Set-Top-Boxen nicht so stark zum Energieverbrauch beitragen wie Fernsehgeräte. Durch die Festlegung von Mindestanforderungen unterscheiden sich die Geräte auch nicht so stark voneinander, dass die Einführung der Energieverbrauchskennzeichnung zu einer maßgeblichen Produktdifferenzierung führen würde.

Daher hat man zunächst von der Einführung Abstand genommen. Diese Entscheidung muss man aber sicher anhand der Entwicklungen immer wieder überprüfen. Für Audio- und Videogeräte wird man die Frage gemeinsam mit möglichen Anforderungen nach Ökodesign-Richtlinien erst diskutieren.

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