Die Zukunft der Nutzerdaten: Ein Microsoft-Experte packt aus

[Interview] Microsofts Pläne mit Windows 7 und der Datenwolke

Immer mehr Applikationen wandern ins Netz und mit ihnen Daten. Vom Foto, über den web-basierten E-Mail-Dienst bis zum Blog oder der Linkliste. Die digitalen Inhalte der Nutzer befinden sich längst nicht mehr nur auf der heimischen Festplatte. Im Interview mit magnus.de hat Microsoft-Technologieberater Daniel Melanchthon verraten, wohin die Datenwolke ziehen könnte.

Vernetzte Computer Netzwerk Cloud Wolke

© Mattias Schlenker

Vernetzte Computer Netzwerk Cloud Wolke

Immer mehr Applikationen wandern ins Netz und mit ihnen Daten. Vom Foto auf Flickr, über den web-basierten E-Mail-Dienst bis zum Blog. Die digitalen Inhalte der Nutzer befinden sich längst nicht mehr nur auf der heimischen Festplatte

Vernetzte Computer Netzwerk Cloud Wolke

© Mattias Schlenker

Experten sprechen von der "Cloud", auf Deutsch ist im Technikjargon die Datenwolke gemeint. Mitte September hatte auch Microsoft Einzelheiten zu seinem online-basierten Office verraten, mit denen Anwender zukünftig Dokumente auch mobil in verschiedenen Browsern ansehen, erstellen, bearbeiten und austauschen lassen könnnen ([int:article,110626]magnus.de berichtete[/int]). Tatsächlich arbeiten immer mehr IT-Größen wie Microsoft und Google daran, Services zu entwickeln, die ihren Nutzern ortsunabhängigen Zugriff auf Daten und Inhalte bieten. Meistens geschieht dies über die Browser-Oberfläche, doch die Grenzen sollen für den Nutzer verschwinden. Im Interview mit magnus.de hat Technologieberater Daniel Melanchthon verraten, wohin die Wolke zukünftig ziehen könnte.

Interview mit Microsoft Technologieberater Daniel Melanchthon:

magnus.de: Windows 7 bietet mit der Einbindung von "Windows Live"-Services bereits eine erste Verknüpfung von Offline- und Online-Welt. Als Zugang dient der Explorer. Wie lange dauert es noch bis zum "barrierefreien" Cloud-Zugriff, also dem Zugriff direkt vom Desktop aus? Daniel Melanchthon: Hier gibt es verschiedene Ansätze. Wir verfolgen den Ansatz Software plus Services, eine Kombination aus Software, die auf dem PC des Nutzers installiert ist und Internet-Diensten.

Ein Beispiel ist die Windows 7-Anwendung "Multitouch Globe", der sich aus Information des Web-Services Virtual Earth speist und Landkarten bietet. Je tiefer sich ein Anwender in die Landkarten zoomt, desto mehr Daten werden aus der Cloud in den Software-Client nachgeladen. So sollte meiner Meinung nach nahtlose Integration funktionieren. Dabei ist es egal, ob die Daten lokal vorliegen oder aus dem Netz kommen. Muss ich aber eine Anwendung erst aus dem Netz laden, bekomme ich ein Problem, sobald keine Internetverbindung besteht. Eine nahtlose Integration funktioniert deshalb am Besten, wenn die Clouddaten in einer Offline-Anwendung laufen. Zudem lassen sich so Schnittstellen für eine grafisch anspruchsvolle Interaktion nutzen. Bei Microsoft kümmert sich darum die so genannte Windows Presentation Foundation (WPF). Deren Ziel ist es eine vereinheitlichte Beschreibungssprache zu entwickeln, die lokal auf der Festplatte liegt und über die sich Applikationen dann Daten aus der "Wolke" ziehen. Es wird also nicht darauf hinauslaufen, dass alles im Browser abläuft, sondern eine Kombination aus beidem wird das Rennen machen. Eine Richtung gibt beispielsweise das so genannte DOM Storage, eine Art Super-Cookie, mit dem sich bis zu 10 MB Daten auf einem Client speichern lassen. Ein weiteres Beispiel für einen gut funktionierenden Cloud-Service ist E-Mail. Ein Dienst der in der Cloud abläuft und dessen Ergebnis über lokale Software, dem E-Mail-Programm, herunter geladen wird und sich mit verschiedenen Geräten synchronisieren lässt. E-Mail ist eine ganz typische Cloud-Anwendung aus der Zeit als der Begriff noch gar nicht bekannt war. Man darf nicht vergessen, dass Cloud-Dienste lokaler Software noch immer unterlegen sind.

Daniel Melanchthon

© Archiv

Daniel Melanchthon ist Technologieberater bei Microsoft.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, ob es Daniel Melanchthon für ein Zukunftsmodell hält, Online-Services und -Communities unter einem Dach zu bündeln...

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