Mehr als nur 3D - Grafik mit Physx

Interview: Lars Weinand

Interview: Lars Weinand, Sr. Technical Marketing Manager, EMEA

"Nvidia PhysX wird wachsen..."

PC Magazin: Wie wirkt sich Nvidias PhysX in der Praxis auf die Framerate aus?

Lars Weinand: NVIDIA PhysX unterstützt viele Prozessoren, von Cell (PS3), PowerPC (Xbox), bis hin zu x86 (CPU). Mit CUDA wurde auch GPU-Unterstützung hinzugefügt. Ohne GPU-Unterstützung sind heutige CPUs nicht in der Lage, derart massive Physik-Workloads in Echtzeit - also mit 30FPS - zu berechnen.

Selbst die schnellsten CPUs schaffen da je nach Spiel und Workload kaum mehr als 10FPS. Da hilft dann nur, den Physik-Workload so herunterzuschrauben, dass er auch ohne GPU Unterstützung von CPUs in Echtzeit zu berechnen ist.

Diesen Modus kann man natürlich mit GeForce Karten genauso nutzen. Man verliert dann aber natürlich all die Optik und Effekte. GPU PhysX ist ein kostenloser Mehrwert für GeForce Besitzer. Ein "kann", aber kein "muss". Wer mag, kann das Spiel aber natürlich auch mit einer GeForce in "langweilig" spielen.

PC Magazin: Welche Grafikkarte würden Sie empfehlen, um zeitgemäße Spiele mit PhysX wie zum Beispiel Batman zu spielen?

Lars Weinand: Wie bei anderen Qualitätsmodi wie FSAA oder Anisotroper Filterung, Bildschirmauflösung etc. hängt das vom Spiel und dem verwendeten Rechner ab.

Generell empfehlen wir bei der Verwendung von einer Grafikkarte eine 9800GT oder höher. Wer in höchsten Auflösungen und bei maximalen Details spielen möchte, kann auch eine zweite Karte als Physik-Karte verwenden, beispielsweise eine GTS250 für Grafik und eine 9600GT für PhysX.

PC Magazin: Was passiert mit PhysX wenn die GPU von der Auslastung her am Anschlag steht? Wird dann CPU-Physik verwendet oder sind Shader dafür reserviert?

Lars Weinand: Es gibt Spiele, die allen Code nur auf der CPU verwenden. Sind massive Workloads gefragt, werden diese dann auf der GPU berechnet. Ist nur eine GPU im Rechner, schaltet die Karte bei jedem Frame zwischen Compute- und 3D-Modus um. Die GPU berechnet die PhysX-Berechnungen also nebenher. Je nach GPU und Auflösung/Details kommt eine einzelne Karte dann natürlich mal ans Limit. Bei dedizierter GPU... dort ist es schwer, eine GPU an die Grenze zu bringen.

PC Magazin: Was sind die Vorteile von PhysX verglichen mit der Konkurrenz?

Lars Weinand: PhysX ist ein komplettes SDK. Es bietet Spiele-Entwicklern eine komplette Umgebung, Tools, etc. Entwickler können es wie ein Plug-in in ihre Spiele-Engine einbauen. Es ist kostenlos und unterstützt alle heutigen Spieleplattformen. Es ist das Standard-SDK der PS3, unterstützt die xBox360 und skaliert auf dem PC wie keine andere Physik-Engine - dank GPU-Support. Sogar für das iPhone gibt es PhysX.

PC Magazin: Werden wir jemals PhysX in Online/Multiplayer-Spielen zu sehen bekommen? Wenn ja, wie wird dies integriert? Es wäre ja nicht fair, wenn Nvidia-Nutzer Physik zu ihrem Vorteil nutzen können und die anderen nicht.

Lars Weinand: Ja, das gibt es bereits. Es gibt Multiplayer Level für UT3 und das Spiel Warmonger. Werden die Effekte sehr massiv eingesetzt, muss PhysX auf allen Rechnern verwendet werden. Es ist auch möglich, das Gebäude auf Rechnern, die nur CPU PhysX können, dann sehr grob einstürzen zu lassen und mit GPU PhysX ein Spektakel daraus zu machen. Das ist dann als wenn ein Spieler bei minimalen Details mit 800x600 spielt, der andere aber in Full HD mit maximalen Details, FSAA etc.

PC Magazin: Wie sieht die Zukunft von Nvidias PhysX aus?

Lars Weinand: PhysX wird sich weiter entwickeln und wachsen. Es gibt derzeit zwei kommerzielle Physik-Engines auf dem Markt: PhysX (Nvidia) und Havok (Intel). PhysX macht bereits heute Gebrauch von massiv-parallelen Prozessoren. Intel wird sicherlich das gleiche für die von ihnen entwickelte GPU tun. Das ermöglicht Effekte in Spielen, die in dieser Art so noch nicht zu sehen waren.

PC Magazin: Wie muss sich die Spiele-Industrie für PhysX vorbereiten?

Das Jahr danach: nVidias Physx Marketing oder Mehrwert?

© Archiv

Wie man deutlich sehen kann, bringt eine zusätzliche Grafikkarte für die Physikberechnung etwa 20 fps mehr. Wer also eine alte Grafikkarte hat, sollte diese für PhysX einsetzen. Spiele, die für PhysX entwickelt wurden, wie zum Beispiel Warmonger, profitieren stark von der GPU.

Lars Weinand: Die Industrie verwendet bereits seit langem Physik-Engines wie PhysX oder Havok. Große Spiel-Entwickler haben das Budget und die Man-Power, eigene Lösungen zu entwickeln. Wir verbessern das SDK und die Nutzbarkeit der Effekte (Stichwort Apex) immer weiter. Entwickler haben mit Apex verschiedene Module (Kleidung, Destruction etc.) und bereits heute umfangreiche Tools, um Effekte in die Spiele einzubauen.

Mit GPU PhysX sind Spielentwickler in der Lage, PC-Versionen von der Konsolenversion ihres Spiels abzusetzen, indem diese viel stärkere Physik-Effekte verwenden. Ohne GeForce Karte sieht es dann eben einfach nur "normal" aus.

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