Zahltag

Interview: Heinz Kreft

fairCASH

PC Magazin: Es gibt eine große Anzahl an Bezahlsystemen im Internet. Sie stellen jetzt fairCASH vor, was unterscheidet es von den bisherigen Systemen?

Heinz Kreft: fairCASH ist Bargeld, alle anderen operablen Systeme sind kontobasierend. Als Idee ist fairCASH eigentlich nicht neu, es transportiert aus Anwendersicht lediglich das Bargeldparadigma ins Internet.

PCM: Ist fairCASH vollständig unabhängig von einer Bank? Wie soll dann die Geldübergabe funktionieren?

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© PC Magazin

Dipl. Ing. Heinz Kreft ist Ph.D. an der Christian-Albrechts-University Kiel, Institut für Computer Science.

Kreft: Ist fairCASH legal tender, also als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt, wird es von einer zentralen Bank, in der EU die EZB, ausgegeben, ansonsten durch eine kommerzielle Organisation. Eine Infrastruktur mit Geschäftsbanken und Sparkassen braucht es hierfür nicht.

Als Geldrouter funktioniert ein im Internet befindlicher Geldautomat als Service, der von der jeweiligen electronic Mint, also der EZB, betrieben wird. Von hier wird das digitale Bargeld ausgegeben oder auch zurückgenommen. Der Internet Geldautomat bei fairCASH operiert übrigens global und kann manipulationssicher mit jedem PC, Handy etc. bedient werden.

PCM: Wie ist das System gegen Betrug geschützt?

Kreft: Die eCoins sind fälschungssicher durch öffentlich hinterlegte Signaturen eines PKI Systems. Der Portemonnaie-Chip besitzt ein Sicherheitssystem, das Angriffe so teuer macht, dass diese kommerziell nicht lohnenswert sind. Trotzdem wird dies natürlich versucht werden, ähnlich wie beim physikalischen Bargeld mit den Blüten. Deshalb kann man über die PKI eWallets und eCoins über so genannte Rückrufzertifikate aus dem Verkehr ziehen.

PCM: Wie schützt mich fairCASH gegen Verlust des Betrags?

Kreft: Zunächst einmal: fairCASH ist Bargeld, und wenn man das verliert, ist es normalerweise futsch. Bei fairCASH gibt es allerdings ein paar Besonderheiten: Wird das eWallet, z.B. mit dem Handy, verloren oder geklaut, kann der Dieb nicht über das Bargeld verfügen, wenn er die PIN zum Öffnen des eWallets nicht kennt.

Kennt der ursprüngliche Besitzer die Seriennummern seiner eCoins, z.B. via Backup der Seriennummern oder weil er noch die letzten Transaktionspartner fragen kann, dann kann er dies der eMint mitteilen. Nun muss man wissen, dass eCoins eine limitierte Transferabilität besitzen.

Nach dieser Zeitspanne, üblicherweise ein paar Wochen bis Monate, können diese eCoins nur noch gegen Giralgeld oder neue eCoins bei der eMint eingelöst werden. Sind die angegebenen Seriennummern dann noch nicht eingelöst, so wird die eMint den Wert dem ursprünglichen Besitzer retournieren und die eCoins ausbuchen.

PCM: Wie ist fairCASH gesichert gegen Computer-Sabotage (Viren, Phishing usw.)

Kreft: Kurze Antwort: Es gibt keinen automatischen Schutz. Wenn es jemand schafft, das Handy, PC, Notebook etc. zu penetrieren, die PIN vom Anwender abfängt und das eWallet leer macht, ist das Geld futsch. Das ist ganz ähnlich wie beim Abfischen der TANs und PINs bei Internet Banking. Ich kenne kein System, das man nicht irgendwie korrumpieren kann. Notfalls tun es auch zwei schlanke Beine einer schönen Agentin.

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