Energie sparen

Interview Floris Akkerman

10 Tipps, wie man Energie spart

  1. Messgerät: Bereits für 60 Euro gibt es zuverlässige Strommessgeräte. Kaufen Sie eines, es lohnt sich in vielen Fällen. Auf ein Watt genaue Geräte reichen aus, um die echten Stromsünder im Haushalt ausfindig zu machen.
  2. TV-Ausstattung: Fernseher mit integriertem Festplatten-Rekorder, Blu-ray-Player oder doppeltem Empfangsteil (Twin-Tuner) verbrauchen mehr Strom als TVs ohne solche Zusatzausstattung. Wer solche Extras allerdings regelmäßig nutzt und dafür separate Boxen verwenden würde, müsste einen noch höheren Energiebedarf in Kauf nehmen.
  3. CEC per HDMI: Wenn Sie die Steuerung von Geräten via HDMI (CEC) verwenden, sollten Sie den Standby-Verbrauch mit Ihrem Messgerät kontrollieren. Schwarze Schafe verbrauchen bei aktivierter CEC-Funktion viel zu viel; in Extremfällen zahlt man mit einem solchen Gerät rund 70 Euro pro Jahr zusätzlich an Strom.
  4. Netzwerk: Was unter Punkt 3 für CEC gilt, kann auch bei aktivierter Netzwerkfunktion (WLAN oder Ethernet) auftreten. Hier lohnt sich das Nachmessen ebenfalls.
  5. Bildautomatik: Nicht immer sind Raumlichtsensoren in Fernsehern hilfreich. Weniger raffinierte Varianten stellen das Bild bei Tageslicht oder am Abend zu grell ein. Dann empfiehlt sich eher die Regulierung per Hand.
  6. Trennung vom Stromnetz: Wenn unklar ist, wie viel Ihre Geräte im Standby verbrauchen, und keines davon für Netzwerk-Aktivitäten bereitstehen muss, befindet man sich mit deren Trennung von der Stromversorgung auf der sicheren Seite. Hierfür gibt es komfortable Schaltlösungen, zum Teil mit Steuerung per Fernbedienung.
  7. Kein Vorwärmen: Insbesondere Hi-Fi-Freunde können feststellen, dass ihre Verstärker und andere hochwertige Musikmaschinen auch im Standby - oder sogar komplett ausgeschaltet - Wärme abstrahlen. Ein leises Brummen kann ebenfalls hörbar sein. Bei kleineren Komplettanlagen rauschen zuweilen die Lautsprecher leise vor sich hin (Test: Stellen Sie die Lautstärke kurz auf Maximum!). Wer Derartiges bemerkt, sollte die Anlage abstecken.
  8. Radio - bitte ohne Bild: Mit vielen neuen Heimkinogeräten lässt sich Radio empfangen oder auf andere Art Musik hören. Einige der Spieler sind mit dem TV verbunden, oder sie sind sogar darin integriert. Für Musik benötigt man jedoch kein Bild. Schalten Sie - wenn möglich - den Fernseher aus oder nutzen Sie die Menüoption zum Deaktivieren des Schirms. Denn das Schirmlicht verbraucht mit Abstand am meisten Energie.
  9. Sendernamenanzeige: Hören Sie regelmäßig Radio über Receiver oder Fernseher, lohnt es sich, wenn die Geräte in einem kleinen Display den Sendernamen anzeigen. Dann muss man für die Sendersuche nicht den TV-Bildschirm einschalten.
  10. Home Mode: Der Home Mode oder Heim-Modus aktiviert jene Einstellungen, auf denen die Klassifizierung für Energielabels beruht. Änderungen an den Einstellungen können den Stromverbrauch erhöhen. Wenn man etwa die Bildwerte auf Dynamisch setzt oder den Kontrast anhebt, verliert das Label seine Aussagekraft.

Interview Floris Akkerman

Floris Akkerman

© Hersteller/Archiv

Floris Akkerman: Arbeitsgruppe Produktanforderungen bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)

Video-HomeVision: Die Realisierung des Energie-Labels hat lange gedauert, und weitere Produktgruppen müssen erst noch nachziehen. Warum benötigt das Stromsparen so viel Zeit?

Floris Akkerman: An der europäischen Gesetzgebung sind viele beteiligt, und es dauert, bis sich alle einig sind. Das Fernseher-Label wurde vom Europäischen Parlament erst nach langen Diskussionen angenommen. Alle Dokumente müssen in 22 europäische Sprachen übersetzt werden.

Nicht zuletzt brauchen Hersteller und Händler Zeit, das Label im Markt auch einzuführen. Grenzwerte für den Stromverbrauch von Fernsehern gelten schon seit August letzten Jahres, Standby-Grenzwerte noch länger. Im Gegensatz zum Label sind diese Regeln aber für den Verbraucher unsichtbar.

Video-HomeVision: Würde eine freiwillige Selbstverpflichtung der Industrie zu schnelleren und gleich guten Ergebnissen führen?

Floris Akkerman: Auch hierfür müssten sich die Hersteller erst einmal einigen, viele sitzen ja gar nicht in Europa. Bisher hat jeder sein eigenes Zeichen für umweltfreundliche Produkte aufgedruckt, oder sie haben bei verschiedenen Initiativen mitgemacht.

Der Vorteil beim verpflichtenden Label ist eben, dass alle Produkte es tragen müssen und man sie damit vergleichen kann. Es ist den Verbrauchern auch schon bekannt und muss nicht erst neu gelernt werden.

Video-HomeVision: Beispiel Hi-Fi Audio: Die Aufgaben der Produkte sind einfach und daher klar umreißbar. Warum gibt es hier noch keine Richtlinien für den Höchstverbrauch?

Floris Akkerman: So einfach ist es auf den zweiten Blick nicht mehr. Wenn es nur um die Frage "wenig Strom rein - viel Musik raus" ginge, würden nur die sparsamsten Stereoanlagen auf dem Markt bleiben. Aber auch Klangqualität und verschiedene Funktionen sind wichtig. Für Hi-Fi-Geräte gelten auch schon die Standby-Grenzwerte von maximal ein und zwei Watt.

Video-HomeVision: Wenn die Verbrauchswerte aller Produktkategorien der Unterhaltungselektronik geregelt sind, wie viel Strom werden wir im Vergleich zu heute einsparen?

Floris Akkerman: Bisher gibt es nur Zahlen für einzelne Produktgruppen. Zum Beispiel wird im Jahr 2020 der jährliche Verbrauch für Fernseher in ganz Europa gegenüber einem "weiter wie bisher" um 43 Terawattstunden niedriger liegen, weil das einzelne Gerät sparsamer wird.

Das ist ungefähr so viel, wie vier große Kraftwerksblöcke erzeugen. Allerdings gibt es immer mehr und größere Fernseher, so dass der Verbrauch insgesamt steigt.

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