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Musik frei Haus - völlig legal Internetradio aufnehmen: So geht's

Kaufen, streamen oder illegal herunterladen - viele Wege führen zu neuer Musik. Weniger bekannt sind Programme, die Ihre Wunschtitel legal via Internet-Radio empfangen und mitschneiden. Mit Audials Radiotracker, Radio.fx basic und Nexus Radio zeigen wir Ihnen gleich drei davon.
Internet-Radio aufnehmen © Archiv

Internet-Radios aufnehmen: Ist das Eigentlich ist alles ganz einfach: Für 10 Euro im Monat greifen Sie bei Spotify, Rdio, Deezer und anderen Streaming-Diensten auf 20 Millionen Songs zu. So oft Sie wollen, so lange Sie möchten. Doch diese Angebote stellen längst nicht jeden zufrieden. Manch einer fühlt sich im überwältigenden Angebot verloren, andere finden ausgerechnet ihre Lieblings-Band nicht wieder. Will man aber alle Musik kaufen, die einem gefällt, kann das richtig ins Geld gehen.

Trotzdem gibt es eine bessere Lösung, als den Griff zu illegalen Downloads aus dem Web oder mittels Tauschbörsen: Das Aufzeichnen von Musik, die Internet-Radios senden. Mit dem klassischen Tonband-Mitschnitt inklusive dem tausend Mal gehörten Anfang der Verkehrsdurchsage am Ende des Lieblings-Songs hat das aber nichts mehr zu tun. Was aktuelle Programme leisten - wir haben es getestet.

Audials Radiotracker: Internet Radio deluxe

Die Deluxe-Lösung unter den Programmen, die Internet-Radios aufzeichnen, heißt Audials Radiotracker. Die Software kennt laut Hersteller 10 Millionen Lieder. Sie wählen aus, was Sie aufnehmen möchten, und Radiotracker macht sich auf die Suche - einer der 90.000 hinterlegten Internet-Radiosender wird den Titel schon bald spielen. Und dann landet er automatisch auf Ihrer Festplatte. Sogar ganze Alben lassen sich in Radiotracker zur Aufnahme programmieren. Nach unserer Erfahrung wird die Software vor allem bei populären Liedern schnell fündig. Wer Musik abseits des Mainstreams bevorzugt, muss länger warten. Eventuell kann dann Radiotrackers großer Bruder, Audials One, mit seiner "Turbo"-Funktion helfen.

Fertige Aufnahmen schneidet Radiotracker automatisch, versieht sie mit ID3-Tags und Covergrafiken sowie Liedtexten. Auch eine Normalisierung, welche die oft in unterschiedlicher Lautstärke ausgestrahlten Songs auf ein einheitliches Niveau bringt, ist vorhanden. Über die Fading-Funktion blenden Sie Songs an Anfang und Ende ein und aus und entfernen so Reste von Kommentaren und angrenzenden Songs. Außerdem schlägt die Software weitere Stücke vor, die Ihnen gefallen könnten.

Stark zeigt sich Radiotracker auch bei der Weiterverarbeitung von Aufnahmen. So können Sie Ihre Musik beispielsweise auf Smartphones und Tablets mit Android beziehungsweise von Apple überspielen, oder sie auf CD brennen. Und wer von seinem Lieblingslied gar nicht genug bekommen kann, der freut sich über Radiotrackers Klingelton-Generator.

Insgesamt hinterlässt Radiotracker bei uns einen sehr ausgereiften Eindruck. Selbst an Details wie die AirPlay-Wiedergabe auf entsprechend kompatiblen Lautsprechern, hat Audials gedacht. Nur übersichtlicher könnte die Software dann doch sein. Verwundert hat uns außerdem, wie stiefmütterlich die Audials Apps für Smartphones und Tablets mit dem Nutzer umgehen. Das wichtige Musikwunsch-System steht unter Android nur in der rund 4 Euro teuren Audials Radio Pro App zur Verfügung. Ganz dünn ist der Leistungsumfang der App für iPhone und iPad - sie beherrscht gar keine Aufnahmen.

Der ausschließlich für Windows geeignete Radiotracker kostet regulär 40 Euro, Audials One schlägt mit 60 Euro zu Buche. Gelegentlich finden Sie die Programme auch im Sonderangebot ab 30 Euro. Eine Demo-Version von Radiotracker finden Sie auf der Audials-Website.

Ideal für Homeserver: Radio.fx basic

Wem Radiotracker zu mächtig (oder teuer) ist, der sollte sich Radio.fx ansehen. Die Internet-Radio-Software bringt eine Liste von 1.000 Sendern mit, die der Hersteller Tobit vorgegeben hat. In der kostenlosen Basic-Version nimmt Radio.fx bis zu vier von Ihnen ausgewählte Sender automatisch vollständig auf und zerlegt sie automatisch in die darin enthaltenen Songs.

Der Schnitt basiert auf so genannten Streamtags, die vor allem den Sender, die Start- und Endzeit sowie Titel und Interpret eines Songs enthalten. Sobald ein Nutzer einen Song aus der Daueraufnahme herausfischt, entsteht ein neues Streamtag. Via Internet wird es automatisch mit anderen Radio.fx-Nutzern geteilt. Auf dem gleichen Weg landen auch Covergrafiken, Songtexte, Hintergrundinfos zur Band und oft sogar passende Musikvideos in Radio.fx.

So entsteht mit der Zeit ein Archiv der Songs, die auf den eigenen Lieblingssendern gespielt werden. Klar, dass der PC (auch eine Mac-Version ist erhältlich) eingeschaltet bleiben muss. Deshalb eignet sich Radio.fx besonders für den Einsatz auf einem (ohnehin laufenden) Homeserver.

Eine Wunschfunktion wie Radiotracker bietet Radio.fx nicht. Einzig durch die Auswahl der aufzuzeichnenden Sender können Sie die Richtung vorgeben. Außerdem fehlt der Gratis-Version die Export-Funktion für Songs. Die Pro-Version, die das erlaubt, kostet rund 20 Euro im Jahr. Sie ermöglicht außerdem die Aufzeichnung beliebig vieler Sender und den Zugriff auf den Radio.fx-Server von anderen PCs im Netzwerk aus.

Radio Sure

Wie Radio.fx zeichnet auch Radio Sure zunächst einmal das gesamte Programm der von Ihnen ausgewählten Sender auf. Statt über Streamtags erfolgt der Schnitt aber anhand den von vielen Stationen mitgelieferten Titelinformationen. Dadurch ist die Senderliste mit 17.000 Einträgen ungleich länger als bei Radio.fx. Aber der Schnitt ist je nach Station entweder gar nicht möglich oder nicht ganz präzise.

Wer mit dieser Einschränkung leben kann, der findet in Radio Sure den Preistipp in unserem Vergleich. Sie können das Programm zwei Tage lang uneingeschränkt testen, danach kostet es einmalig rund 8 Euro (10 US-Dollar). Auch ohne zu zahlen lässt sich Radio Sure weiterhin verwenden. Dann fehlen aber Funktionen wie der Werbeblocker, hochauflösende Album Art und Sie können nur zwei Sender gleichzeitig mitschneiden.

 
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